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8 Zitate aus der Tora über eine gute Einstellung gegenüber dem Nächsten

Originaltext auf Russisch finden Sie hier

Liebe zum Nächsten

“Rabbi Akiva sagte: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist eine große Regel in der Tora.”

Jerusalem Talmud 9, 4

Hillel sagte: Das Wesen der ganzen Tora ist in der Regel: Tu deinem Nächsten nicht an, was dir zuwider ist; Alles andere ist ein Kommentar zu dieser Regel.“

Schabbat, 31a

Erklärung

Maaral schreibt in dem Buch “Wege der Weisheit”:

Wie kann man seinen Nächsten lieben? Nur durch das, was er als Teil seiner selbst fühlen wird (siehe dazu den Artikel „Was ist Liebe in den Augen jüdischer Weisen?“). Aber wie fühlt ein Mensch einen anderen Mensch als Teil von sich selbst? Nur indem man in beiden von denen etwas Gemeinsames findet. Aber was haben zwei Menschen Gemeinsames, was oft so unterschiedlich ist? Die Tatsache, dass beide nach dem Bild und der Ähnlichkeit des Schöpfers geschaffen wurden (siehe dazu “Wie kann man verstehen, dass der Allmächtige den Menschen „nach seinem Bild und seiner Ähnlichkeit“ geschaffen hat?”). Es stellt sich heraus, dass ein Mensch, der einen Nächsten liebt, eigenes Verständnis stärkt, dass sowohl er als auch die ganze Menschheit nach dem Bild und der Ähnlichkeit des Schöpfers geschaffen wurden, und sich auf diese Weise dem Allmächtigen nähert. Und die Annäherung an den Allmächtigen ist die Grundlage der gesamten Tora (wie Ramhal am Anfang des Buches „Mesilat Yesharim“ darüber schreibt).

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Ehre an den Nächsten

„Die Schüler von Rabbi Eliezer haben ihn gebeten, ihnen beizubringen, wie sie der zukünftigen Welt würdig sein werden können. Rabbi Eliezer sagte: „Passt auf die Ehre ihrer Kameraden auf.“

Brachot, 28b.

“Möge die Ehre deines Nächsten dir als deine eigene Ehre lieb sein.”

Pirkey Avot, 2:10

„Möge die Ehre deines Schülers für dich genauso wertvoll sein, als deine eigene Ehre; und die Ehre deines Kameraden, wie Ehrfurcht vor dem Lehrer (der dir die Tora beibringt); und Ehrfurcht vor dem Lehrer, wie Ehrfurcht vor dem Himmel.“

Pirkey Avot, 4:12

Die Schüler sagten zu Rabbi Eliezer: “Möge unser Lehrer uns die (gerechten) Lebensweisen beibringen, und dank ihnen werden wir den Teil der zukünftigen Welt würdig sein.” Rabbi Eliezer sagte: “Ehrt eure Freunde.. und dank dieser Ehre werdet ihr den Teil der zukünftigen Welt würdig sein.”

Brachot, 28

Erklärung

Der große Kabbalist Ramak schreibt in dem Buch “Tomer Dvora” (2. Teil), dass es notwendig ist, „jede Kreatur zu respektieren und zu erkennen, dass sie alle eine Manifestation des Schöpfers sind, der den Menschen in Weisheit erschaffen hat und in jeder Kreatur – die Weisheit des Schöpfers. Und man muss verstehen, dass sie alle sehr, sehr verehrt sind, weil der Allmächtige selbst an ihrer Schöpfung beteiligt war und Verachtung für sie Respektlosigkeit gegenüber dem Schöpfer bedeutet.” Aus diesen Worten lernen wir, dass ein Mensch, der allen Kreaturen des Schöpfers Ehre zeigt, dem Schöpfer Ehre zeigt. Umso mehr, wenn ein Mensch seinem Nächsten Ehre erweist, der nach dem Bilde und Gleichnis des Höchsten geschaffen wurde und eine göttliche Seele hat, zeigt er dem Schöpfer dadurch große Ehre.

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Freundliche Einstellung zum Nächsten

“Akzeptiere jeden Menschen mit einem angenehmen Gesichtsausdruck.”

Pirkey Avot, 1:15

„Wenn jemand einem armen Menschen mit einem unangenehmen Gesicht Almosen gibt, verliert er sein Verdienst, selbst wenn er ihm 1000 Goldmünzen gibt. Stattdessen sollte er ihm mit einem freudigem Gesichtsausdruck und mit Freundlichkeit geben.“

Rambam, Die Gesetze der Almosen, 10:4

Erklärung

Es ist sehr wichtig, dass sich ein Mensch in den Augen anderer bedeutsam und geliebt fühlt. Daher ist eine gute Einstellung zu einem Menschen nicht weniger wichtig als Almosen.