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EIN NEUES JAHR: TUE MAL ETWAS MEHR !

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Rosch Haschana 5781

An Rosch Haschana wurde der Mensch erschaffen. Die Schöpfung des Universums hatte bereits fünf Tage früher begonnen. Rosch Haschana war die sechste Tag der Schöpfung.

Der Mensch war von Anfang an für höhere Ziele vorgesehen. Deshalb wurde die Erde, mit dem G“tt den Menschen schuf, aus der Grundmasse genommen, wo der Tempel zu Jerusalem später stehen würde. Der Mensch wurde mit besonderer Sorgfalt erschaffen. Während alle andere Geschöpfe mit nur EINER Hand durch HaSchem erschaffen wurden, hat ER den Menschen mit beiden Händen erschaffen. Neben Adam kam Chawa.

Bei der Erschaffung der Frau erfolgte es zum ersten Mal in der Geschichte, dass das ein menschliches Wesen aus dem anderen menschlichen Wesen erschaffen wurde. Die Frau ist also das meist menschliche Wesen auf Erden. Es ging jedoch schief!

Alle Bestandteile von Rosch Haschana, Jom Kippur und den dazwischen befindlichen Bußtagen finden wir in der Schöpfungsgeschichte wieder. Nach der Schöpfung gab es sofort die Sünde und die Reue.

Der Midrasch (die Hintergrundinformation) besagt, dass bei der Erschaffung von Adam und Eva alle wichtige Bestandteile von Rosch Haschana und Jom Kippur sichtbar vorbei zogen: die Flucht vor Heiligkeit, die Undankbarkeit für alles Gute, der Hochmut, der Mangel an Genauigkeit, die Zerstrittenheit, die Begierde, die Eifersucht, der Sündenfall, der Verdruss, die Reue und die Teschuwa, die innere Einkehr.

Adam und Eva waren durch G“tt Selber erschaffen worden und deshalb perfekte Menschen. Adam wurde an Freitag erschaffen. In der ersten Stunde des Tages sammelte G“tt die Erde ein. Während der zweiten Stunde rührte G“tt die eingesammelte Erde um; während der dritten Stunde gestaltete ER die Gliedmaße des Menschen. In der vierten Stunde blies ER den Odem in seine Nase; in der fünften Stunde richtete er Adam aufrecht auf. In der sechsten Stunde ließ G“tt ihn in einen Tiefschlaf fallen und während der siebten Stunde gestaltete ER Eva und stattete sie wie eine Braut aus. Adam und Eva wurden als Erwachsene im Alter von 20 Jahren erschaffen. Während der achten Stunde brachte ER sie in den Gan Eden (Paradies) und verbot ihnen, vom Baum der Erkenntnis von gut und böse zu essen. Während der neunten Stunde kam die Schlange zu Eva. Während der zehnten Stunde begingen Adam und Chawa ihre Sünde. In der elften Stunde wurden sie verurteilt und während der zwölften Stunde nach und nach aus dem Gan Eden vertrieben.

Wir leben in einer Zeit, in der es viel Diskussion darüber gibt, wie wir das Judentum so attraktiver gestalten, dass es besser angenommen wird. Machen wir das, indem wir so viel wie möglich Jüdische Dinge und Gedanken einbringen und verbreiten, oder sollten wir das Judentum reduzieren? Manche meinen, dass es zu viel Mitzwot (Vorschriften) sind. Eine Vereinfachung würde die Attraktivität des Judentums erhöhen.

Aber laut verschiedenen Rabbinern lernen wir aus der Schöpfungszeit von Adam, dass es unrichtig sei, zu glauben, dass wir, indem wir die Vorschriften reduzieren, Menschen näher zum Judentum bringen. Adam wurde durch G“tt Selber erschaffen. Er hatte lediglich ein einziges Verbot, das ungefähr 3 Stunden gültig war, von Freitagnachmittag 15.00 Uhr bis Schabbat. Doch ist es selbst ihm nicht gelungen, diese eine Mitzwa (Anweisung) ein zu halten.

Wie umso mehr gilt das heutzutage für uns! Gerade, um es uns zu ermöglichen, an jedem Augenblick und an jedem Ort mit IHM in Verbindung zu kommen, hat G“tt uns so viele Mitzwot (Anweisungen) gegeben. Lassen wir diese nicht reduzieren, um das Judentum an die Wünsche oder Vorstellungen von wem auch immer an zu passen! Rosch Haschana lehrt uns gerade, sie so viel wie möglich ein zu halten. In alle unsere Lebensaspekte soll die G“ttliche Botschaft durchgehend vorhanden sein.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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