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Einblicke in Raschi – Bemühung Gegen Ergebnisse – Parascha Wajikra

Einblicke in Raschi - Bemühung Gegen Ergebnisse - Parascha Wajikra
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“Eine Person (auf hebr. Nefesch – Seele) aber, die das Opfer einer Huldigungsgabe Gott näher bringen will, feines Weizenmehl soll sein Opfer sein; er giesst Öl darüber und gibt Weihrauch darauf.” (Wajikra, 2:1)

Raschi, Wajikra, 2:1: sv. Eine Person (auf hebr. Nefesch – Seele) aber.. das Opfer.. bringen will:
Das Wort “Nefesch” wird in Bezug auf keines der Darbringungen außer dem Essensdarbringung verwendet. Für wen ist es normal, eine Essensdarbringung zu bringen? Für einen armen Mensch; HaSchem sagt damit: “Ich betrachte es als ob er seine eigene Seele dargeboten hätte.”

Raschi, basierend auf der Gemara (siehe 1. unten), erklärt die ungewöhnliche Verwendung des Wortes “Nefesch”, was Seele bedeutet. Es lehrt uns, dass HaSchem, obwohl der arme Mann ein einfaches korban (Darbringung) gibt, ihm großen Wert zuschreibt, da er viel Selbstaufopferung investiert hat, um selbst diese bescheidene Darbringung bringen zu können.

Der Midrasch erzählt eine Reihe von Geschichten, um diesen Punkt zu demonstrieren (siehe 2. unten). Eine davon betrifft König Agrippa, der an einem Tag 1000 Vögel darbringen wollte; Er wies den Kohen Gadol an, an diesem Tag niemandem zu erlauben, eine Darbringung zu bringen, doch ein armer Mann kam mit zwei Tauben zum Darbringen. Der Kohen Gadol sagte ihm, dass er dies aufgrund der Anweisungen des Königs nicht tun könne. Der Mann antwortete, dass er jeden Tag vier Tauben gefangen und zwei von ihnen dargeboten und seinen Lebensunterhalt von den anderen beiden verdient habe – er hatte eine starke Emuna (Glaube), dass dies ein Verdienst für seine tägliche Darbringung war, dass er die Möglichkeit hatte, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dementsprechend argumentierte er, dass er seinen Lebensunterhalt verlieren würde, wenn er diese Darbringung nicht bringen könnte. Der Kohen Gadol konnte seine Bitten nicht ablehnen und nahm seine Darbringung an. In dieser Nacht wurde dem Aggripa in einem Traum offenbart, dass das einfache Darbringung des armen Mannes größer als seine tausend angesehen wurde.

Eine der wichtigen Lektionen, die wir hier lernen, ist, dass HaSсhem mehr an dem Prozess interessiert ist, der zu einer Mizwa geführt hat, als an der tatsächlich resultierender Erfüllung der Mizwa. Die Anstrengungen, die ein Mensch unternimmt, sind weitaus bedeutender als die Ergebnisse, die man erzielt. Diese Idee hat eine Reihe von Anwendungen im Leben; Eine sehr wichtige Anwendung liegt im Bereich Chinuch (Erziehung des Kindes). Eine Reihe von Lehrern (siehe 3. unten), die (ihre Meinung) auf der Tora basieren, betonen, dass es empfohlen wird, die Bemühungen im Gegensatz zu den natürlichen Fähigkeiten zu loben. Der Midrasch hier lehrt uns, dass ein grundlegender Grund dafür ist, dass eine natürliche Fähigkeit, die zu guten Ergebnissen führt, einen Menschen nicht lobenswert macht, da dies ein Geschenk Gottes ist, während die Anstrengung Lob verdient, weil man einen freien Willen dazu hat wie viel Aufwand er dazu ausüben möchte.

Eine Reihe von Studien in der akademischen Welt zeigen, dass es auch eine Reihe praktischer Vorteile gibt, wenn man jemandem vor allem für seine Bemühungen, und nicht für seine Leistungen lobt. Die Forscher fanden heraus, dass Kinder je nach Art des Lobens auf sehr unterschiedliche Weisen reagierten. Ein überraschendes Ergebnis war, dass das Lob der angeborenen Fähigkeit später tatsächlich zu Unzulänglichkeitsgefühlen führen konnte: In einer Studie erhielten Kinder mäßig schwierige Aufgaben zu lösen. Als jedes Kind fertig war, wurde ihm gesagt: „Wow, du hast diese Probleme wirklich gut gemeistert. Du hast eine wirklich hohe Punktzahl.“ Zusätzlich erhielt jedes Kind eine von drei Behandlungen. Er wurde entweder für seine Intelligenz gelobt („Du hast diese Aufgaben so klug gemeitert“), für seine Bemühungen gelobt („Du hast so hart an diesen Aufgaben gearbeitet“) oder er erhielt kein zusätzliches Lob (dies war die Kontrollgruppe). Dann erhielten die Kinder eine zweite Reihe von Aufgaben, die sehr schwierig waren. Sie wurden gebeten zu erklären, warum sie schlechtere Leistungen erwiesen haben. Die Kinder, die für ihre Intelligenz bei früheren Aufgaben gelobt worden waren, führten einen größeren Teil ihres Versagens auf einen Mangel an Intelligenz zurück. Während diejenigen, die ursprünglich für ihre Bemühungen gelobt wurden (und diejenigen, die nicht zusätzlich gelobt wurden), ihr Versagen auf mangelnde Anstrengungen zurückführten. Auf diese Weise sehen wir, dass das Loben von Fähigkeiten sich negativ auswirkte – obwohl es dem Empfänger anfangs ein gutes Gefühl für sich selbst geben könnte, bereitet es ihn letztendlich auf einen Sturz vor, wenn das unvermeidliche Versagen stattfindet, sein Selbst-Bild wird beschädigt. Im Gegensatz dazu fühlt sich derjeniger, der für seine Bemühungen gelobt wird, sich nicht als unwürdig, wenn er versagt, sondern versteht, dass er in der Zukunft härter arbeiten muss.

Diese und ähnliche Studien ergaben weitere wichtige Erkenntnisse: Kinder, die für ihre Intelligenz gelobt wurden, neigten dazu, Herausforderungen zu vermeiden, da sie sich durch ihre Verpflichtung unzulänglich fühlten, was zum Versagen führen konnte. Und falls sie versagten, war es wahrscheinlicher, dass sie nach diesem Versagen weiterhin schlechtere Leistungen zeigen. Sie waren auch mehr daran interessiert, besser zu sein als andere Kinder, als zu versuchen, sich selbst zu verbessern. Und schließlich neigten sie eher zum Schummeln oder Lügen, um bessere Noten zu erreichen und ihren Ruf als “von Natur aus intelligent” zu rechtfertigen. Im Gegensatz dazu zeigten die Kinder, die für ihre Bemühungen gelobt wurden, den entgegengesetzten Trend. Sie bevorzugten herausfordernde Aufgaben, um sich zu verbessern. Und das Scheitern hatte keine so schädlichen Auswirkungen auf ihre zukünftige Leistung (siehe 4. unten).

Wir haben gesehen, dass das bescheidene Mincha-Darbringung des armen Menschen in HaSchems Augen von großem Wert ist, weil damit Anstrengungen verbunden sind und, wie im Allgemeinen, große Bemühüngen bei der Erziehung von Kindern und Schülern weitaus erfolgreicher sind. Mögen wir alle es verdienen, diese wichtigen Lektionen zu lernen und zu integrieren.


Quellen aus dem Text:

1) Menachos, 94a.

2) Wajikra Rabbahm 3:5. Siehe Ayeles HaSchachar, 2:1.

3) Menschen, die in der Tora gut begründet sind, nähern sich dem Lehren und Erziehung und können andere in diesen Bereichen gut fortbilden.

4) Meuller and Dwek, 2002.


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Written by Rav Yehonasan Gefen

Rav Yehonasan Gefen ist ein Schüler von HaRav Yitzchak Berkovits shlita und Mitglied des The Jerusalem Kollel Gremiums. Rav Gefen verbrachte über 17 Jahre mit dem intensiven Studium der Tora und des Talmuds an der Aish HaTora Institution und The Jerusalem Kollel. Er hat einen Abschluss in Geschichte und Politik an der Universität von Birmingham, Großbritannien. Rav Gefen hat zahlreiche Artikel und Publikationen für Hamodia, Jewish Tribune, Aish.com, Torah.org und weitere Websites verfasst. Seine Werke zum gesamten Spektrum des Judentums inspirieren Menschen auf der ganzen Welt.
Seine Artikel wurden ins Hebräische, Französische, Spanische, Russische und Portugiesische übersetzt.
Rav Gefen hat vier Bücher veröffentlicht.

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