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Einheit, das Bestreben des Schofar – Die Rosch-Haschana-Botschaft 5781

Die Vorgaben für das Schofar-Blasen an Rosch Haschana werden vom Schofar-Blasen im Joweljahr (auch Jubeljahr genannt), dem 50. Jahr, abgeleitet, in dem das gesamte Land zu seinen ursprünglichen Eignern zurück kehrt, alle Sklaven in Freiheit entlassen werden und alle Schulden erlassen sind. Alle Trennwände zwischen reich und arm, zwischen Meister und Diener, verschwinden. Das Joweljahr ist ein Jahr der sozialen Einheit.

Der Psalm von den Söhnen von Korach, den manche bei den Schofar-Tönen lesen, atmet denselben Geist. Korach war der erste Jüdische Rebell gegen die Autorität von Mosche. Er säte Zwietracht.

Die Kinder von Korach waren anders. Sie durchbrachen das elterlichen Beispiel von „Machleukes“ und schlossen mit Mosche Frieden. EINER der meist emotionalen Augenblicke von Einheit in der Thora.

EINS sein mit der Welt

Die universelle Einheit – Israel und die Völker – befindet sich im Teru’a-Klang, dem gebrochenen Ton des Schofar, angedeutet. Der Talmud zitiert einen Satz aus dem Buch der Richter, um an zu deuten, dass der Teru’a- Klang ein gebrochener schluchzender Ton sein sollte:

„Sie – die Mutter von Sisera –schluchzte durch die Gitterstäbe“ (5:28). Der feindliche General Sisera wurde von Debora und Barak getötet. Seine Mutter hält Wache und weint. Laut dem Talmud schluchzte sie 100 Mal.  Deshalb blasen wir 100 Töne. Sisera mag wohl der Feind gewesen sein, aber der Schmerz, den eine kinderlose Mutter verspürt, überragt die nationalen Grenzen.

Universell

Diesen universellen, die gesamte Menschheit umspannenden Aspekt finden wir auch in der Thora-Lesung am ersten Tag von Rosch Haschana wieder, wo wir mit der Vertreibung von Hagar und Jischmaejl aus Awrahams Haus konfrontiert werden. Jischamejl wäre fast gestorben, als ein Wunder geschah: vor Hagars Augen entsprang eine Quelle. Der Midrasch informiert uns über eine Himmlische Diskussion zwischen G“tt und Seinen Engeln. Die Engel verweisen darauf, dass die Nachkommen Jischmaejls einst gegen das Jüdische Volk Krieg führen würden. G“tt entschied, das Kind doch zu retten, da es an diesem Augenblick weinte, Reue bewies und Teschuwa machte. Das Schofar erinnert uns auch an das Gebet eines verzweifelten Jischmaejl und einer zerbrochenen Hagar. Wie uneinig wir auch sein mögen, es gibt eine Zeit, in der die Not einer Mutter immer gehört wird.

Alle Geschöpfe vereinigen sich

Rosch Haschana war ursprünglich der Tag, an dem der erste Mensch erschaffen wurde, der sechste Tag der Schöpfung. Rosch Haschana symbolisiert ebenfalls die Einheit mit der gesamten Schöpfung. Aus dem Horn eines Widders erklingt der Lebenswunsch aller Geschöpfe, von Groß bis klein.

Die Botschaft des Schofars ist ein Gefühl von Einheit. Letztendlich ist es die Einheit G“ttes, die uns verbindet und auf die wir uns an Rosch Haschana ausrichten. Die Gebete sprechen von „jedem Geschöpf, das begreift, dass G“tt es schuf“. „Aguda achat“ – das EINE, dass uns alle verbindet und in dem wir alle gleich sind.

Wir hören zusammen einem einzigen Schofar zu. Würde jeder sein eigenes Schofar blasen, dann würden alle auf verschiedenen Frequenzen ihre eigene Botschaft verkünden wollen. Das war nicht die Absicht von Rosch Haschana. Wenn alle nur EINEM Schofar-Ton zuhören, ist die Einheit in der Synagoge auch tatsächlich spürbar.

Ich wünsche Ihnen ein Schana Towa Umetuka, ein Jahr von Einheit und Frieden, hier und in Israel!