“Freiheit” im Judentum

“Freiheit” im Judentum

Frage:  Was wird der Begriff “Freiheit” laut dem Judentum definiert?

Antwort: In der Hagada von Pessach lesen wir, dass G‘tt uns aus der ägyptischen Knechtschaft in die Freiheit führte. 

Es stellt sich die Frage, wie kann man dies als „Befreiung“ bezeichnen, wenn G’tt von Anfang an mit dem Auszug beabsichtigte, dem jüdischen Volk die Tora am zu geben und wir das Joch der zahlreichen Ge-und Verbote akzeptieren werden? Ist das Freiheit?!

Die Antwort darauf geben uns unsere Weisen in Pirkei Avot (Sprüche der Väter) Kap. 6 Mischna 2: „Wer ist ein freier Mensch? Der sich mit dem Studium der Tora beschäftigt!“

Doch was hat das Studium der Tora mit Freiheit zu tun?

Das Lernen der Tora und die Erfüllung der Gebote helfen uns, unseren Yezer HaRa (Bösen Trieb) in den Griff zu bekommen und Herr über uns selbst zu werden. 

Wenn ein Mensch vom Yezer HaRa gezwungen wird, Dinge zu tun, welche ihm schaden und er sie in Wahrheit überhaupt nicht tun möchte, dann ist das wahre Knechtschaft!

Wahre Freiheit ist die Möglichkeit, rationale und ausgewogene Entscheidungen treffen und auf Instant gratification verzichten zu können. Nur so ein „freier“ Mensch kann im Leben höhere Ziele verfolgen und sie auch erreichen, denn ein Mensch, welcher in sich selbst gefangen ist und stets seinen Schwächen nachgibt, dem wird es schwerfallen, Prioritäten zu setzen und konsequente Entscheidungen zu treffen.

Die Freiheit des Verstandes und des Geistes ist dem Judentum nach die wahre Freiheit.