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Grund für den Antisemitismus

Warum sind wir so gehasst?
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Antisemitismus in Deutschland liegt keinesfalls in der Vergangenheit und ob er offen oder verdeckt gezeigt wird, macht auch keinen Unterschied. Doch nicht nur in Deutschland ist dies ein gegenwärtiges und aktuelles Problem, sondern in ganz Europa und ehrlich gesagt auch auf der ganzen Welt. Haben Sie sich jemals die Frage gestellt, warum es so ist? Wie kann es sein, dass sich die Menschheit in so vielen Bereichen weiterentwickelt hat und überall auf der Suche nach Gerechtigkeit und Gleichstellung ist, aber bezüglich des Umgangs zum Judentum vollkommen zurückgeblieben scheint?

Die Emanzipation der Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts und Gleichstellung der Afroamerikaner Mitte der 1950er sind die bekannten großen Meilensteine in der Entwicklung unserer gegenwärtigen Gesellschaft. Letztere so erfolgreich, dass wir alle erlebten, wie in den USA der 44.Präsident aus der ehemalig unterdrückten Minderheit gewählt wurde. Die Emanzipation der Frauen war nicht weniger erfolgreich und wir sehen, dass unser Land schon seit mehreren Jahren von einer Kanzlerin mit großem politischen und wirtschaftlichen Erfolg geführt wird. Doch in Bezug auf das Judentum scheint sich die Entwicklung der Menschheit nur darauf zu beschränken, dass das jüdische Volk nicht verfolgt oder bedrängt wird, wie es früher weltweit der Fall gewesen ist. Aber die Menschen sind mit den gleichen Vorurteilen und alten Einstellungen gegenüber den Juden geblieben (das mit den Hörnern auf dem Kopf haben sie langsam verstanden, glaube ich)

Der klare Beweis dafür ist, dass Antisemitismus immer noch ein sehr aktuelles Thema ist, sogar in unserer hochentwickelten und intellektuellen westlichen Kultur. Doch was ist es, dass die Völker und Nationen daran hindert, das jüdische Volk auch ideologisch in Ruhe zu lassen und als gleichgestellt anzusehen?

Die Antwort ist, dass es G´ttes Wille ist. Doch warum sollte G´tt wollen, dass sein geliebtes Volk zuerst verfolgt und unterdrückt und sogar in unserer Zeit als etwas „Seltsames“ und „Verdächtiges“ betrachtet wird?

Wie hoch wären die Chancen, dass das jüdische Volk als Volk vereint und unverändert geblieben wäre, wenn die Völker der Welt uns mit offenen Armen empfangen hätten? Uns die Universitäten geöffnet und zu ihren Entertainmentprogrammen eingeladen hätten? Das jüdische Volk, welchem von Anfang die Vertreibung ins Exil bevorstand, brauchte einen Schutz vor den Einflüssen und Kulturen ihrer zukünftigen Gastgeber, sodass G´tt einen unerklärlichen Verdacht gegenüber den Juden in die Herzen der Nationen pflanzte, um es vor einer kompletten Assimilation zu bewahren.

Auch so müssen wir mit Schmerz mitansehen, wie viele Juden sich trotz des Antisemitismus assimiliert und mit unseren Gastgebern vermischt haben und was wäre, wenn es keinen Antisemitismus gäbe??

Dies ist selbstverständlich keine Rechtfertigung für all den Hass, welcher oft in Gewalt umschlägt und uns viel Leid zufügt und manchmal sogar unschuldigen Menschen das Leben kostet. G´tt, unser Rächer, lässt nichts ungestraft und jeder wird sich, wenn nicht in dieser, dann in der nächsten Welt, für alles verantworten müssen.   

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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