Korach – Das Verdienst weiser Frauen

Korach – Das Verdienst weiser Frauen

Dwar Tora für den Schabbat-Tisch von Rav Benzion Silber

Der Wochenabschnitt erzählt vom Aufstand Korachs gegen Mosche und Aharon. Korach war einer der reichsten Menschen seiner Zeit, ein Jude von vornehmer Abstammung, ein Vetter Mosches und ein großer Kenner der Tora. Unzufrieden mit seiner Stellung innerhalb der Gemeinschaft beschuldigte er Mosche, die Macht an sich gerissen zu haben, und behauptete, dass das ganze Volk Israel heilig sei. Deshalb, so meinte er, hätten nicht nur die Kohanim, sondern alle Söhne Israels das Recht, den Dienst im Heiligtum auszuüben. Diesem vermeintlichen „Kämpfer für Gerechtigkeit“ schlossen sich zweihundertfünfzig angesehene Männer an. Mosche schlug vor, dass Korach und seine Anhänger ebenso wie Aharon Räucherwerk vor Haschem darbringen sollten. Haschem selbst würde zeigen, wer dazu wirklich berechtigt war. Der Ewige wurde über den Aufruhr zornig und wollte die ganze Gemeinde vernichten. Doch dank der Fürbitte Mosches und Aharons traf die Strafe schließlich nur die Aufständischen und ihre Familien.

Der Held – oder vielmehr der Antiheld – unseres Wochenabschnitts ist Korach. Er besaß viele herausragende Eigenschaften. Er war klug, reich und angesehen, ihm war die ehrenvolle Aufgabe übertragen worden, die Bundeslade zu tragen. Er war der Vetter Mosche Rabbejnu und sogar ein Vorfahre des gerechten und selbstlosen Propheten Schmuel. Dennoch hatte er einen entscheidenden Makel: Korach wollte unbedingt Führer werden und dürstete nach Macht. Mosche und Aharon hingegen waren sein genaues Gegenteil. Sie strebten nie nach Führungspositionen; vielmehr war es der Ewige selbst, der sie zu dieser Aufgabe berief.

Im Buch der Sprüche heißt es:

„Eine weise Frau baut ihr Haus auf, eine törichte aber reißt es mit ihren eigenen Händen nieder.“ (Mischlej 14,1)

Der Midrasch zeigt, wie sich dieses Prinzip während des Aufstands Korachs verwirklichte.

Die Frau Korachs hetzte ihren Mann immer wieder gegen Mosche und Aharon auf. Sie warf ihnen Machtmissbrauch, Ungleichbehandlung und viele andere vermeintliche Vergehen vor. Ihre Worte fielen auf fruchtbaren Boden, denn Korach war ohnehin von Ehrgeiz erfüllt.

Unter den Aufständischen befand sich auch ein Mann namens On ben Pelet. Ihm war – Gott sei Dank – eine weise Ehefrau geschenkt worden.

Als On nach Hause kam und von Korachs Plänen berichtete, widersprach seine Frau sofort:

„Was hast du eigentlich davon, ob Mosche oder Korach der Anführer ist? Du wirst in jedem Fall nur einer der Untergeordneten bleiben.“

Doch ihre Worte überzeugten ihn zunächst nicht. On erklärte, dass er bereits einen Eid abgelegt habe und die Verschwörer ihn bald abholen würden.

Darauf griff seine Frau zu einer klugen List. Sie gab ihrem Mann Wein zu trinken, bis er einschlief.

Raschi erklärt, warum sie nicht weiter mit ihm diskutierte. Der Eid ihres Mannes konnte nur wirksam werden, wenn er den Ruf der Verschwörer hörte und ihnen folgte. Ein betrunkener, tief schlafender Mensch konnte jedoch unmöglich reagieren.

Als ihr Mann fest eingeschlafen war, wusch sie sich die Haare und setzte sich mit offenem Haar vor die Haustür.

Kurze Zeit später erschienen Korachs Anhänger. Sie riefen laut:

„On ben Pelet! On ben Pelet!“

Doch vergeblich. On schlief tief und fest.

Als die Aufständischen schließlich die Tür öffneten, sahen sie seine Frau mit unbedecktem Haar. Aus Scham wandten sie sich sofort wieder ab und gingen fort.

So rettete eine weise Frau ihren Mann vor dem Untergang.

Jeden Freitagabend singen wir „Eschet Chajil“, den Lobgesang auf die tugendhafte Frau, den König Schlomo verfasste. Zwischen den vielen Beschreibungen ihrer Tugenden findet sich ein bemerkenswerter Vers:

„Ihr Mann ist bekannt in den Toren der Stadt; er sitzt unter den Ältesten des Landes.“ (Mischlej 31,23)

Warum erwähnt König Schlomo plötzlich den Ehemann?

Er möchte uns lehren, dass die gesellschaftliche und geistige Größe eines Mannes oft unmittelbar dem Verdienst seiner Frau zu verdanken ist.

Es gibt zahlreiche Berichte darüber, wie die Ehefrauen großer Rabbiner alles dafür taten, damit ihre Männer ungestört Tora lernen konnten und die Kinder in der Tradition Israels aufwuchsen.

Als man Rabbiner Elijahu Zwi Kreuzer fragte, wie es ihm gelungen sei, so begabte und gottesfürchtige Kinder großzuziehen, antwortete er lächelnd:

„Daran ist meine Frau schuld.“

Solange die Kinder klein waren, verließ die Frau von Rabbiner Chaim Kanievsky kaum die Stadt Bnei Brak, um ihre Eltern zu besuchen. Sie wollte ihren Mann nicht mit der Betreuung der Kinder belasten, damit er sich ganz dem Torastudium widmen konnte.

Ein anderes Mal servierte die Frau von Rabbiner Josef Schalom Eljaschiw ihrem Mann das Essen in der Küche statt – wie gewöhnlich – im Wohnzimmer. Ihr Vater, Rabbiner Arje Levin, wunderte sich darüber, sagte aber nichts.

Später stellte sich heraus, dass die Kinder im Wohnzimmer hohes Fieber hatten. Einerseits wollte sie, dass ihr Mann für sie betete; andererseits wollte sie ihn nicht unnötig vom Torastudium ablenken.

Die Frau von Rabbiner Eljaschiw zog zehn Kinder in einer bescheidenen Zweizimmerwohnung groß.

Als einer ihrer Söhne operiert werden musste, machte sie sich auf den Weg, um ihren Mann um Rat zu fragen. Doch als sie das Beth Midrasch erreichte und hörte, wie konzentriert er den Talmud studierte, entschloss sie sich, ihn nicht zu stören.

Die Operation – von der Rabbiner Eljaschiw nie erfuhr – verlief erfolgreich.

Ein modernes Sprichwort sagt:

„Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine kluge Frau.“

Mögen die gerechten jüdischen Frauen auch heute ihren Männern dabei helfen, die notwendigen Höhen im geistigen Wachstum und im Dienst an Haschem zu erreichen.

Quelle: toldot.com (aus dem Russischen übersetzt)

Autor: Rav Benzion Silber