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Was hat Zorn mit dem Gedächtnis zu tun? – Parascha Matot-Masse

Die (negativen) Folgen von Zorn
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In unserer Parasha zieht das jüdische Volk in den Krieg gegen Midjan. Doch die Krieger töteten zunächst nur die Männer und ließen die Frauen am Leben. Moshe Rabbenu zürnte sehr, weil es hauptsächlich die Frauen waren, welche das jüdische Volk zum Sünden brachten. Später (Passuk 31, 21) lehrte Elazar HaKohen, wie man die Kleidung und den erbeuteten Schmuck zu reinigen hat. Warum war es Elazar, welcher diese Gesetze lehrte und nicht Mosche Rabbenu, unser regelmäßiger Lehrer?

Antwortet der Medrash (Sifri 48), dass Moshes Zorn zur Folge hatte, dass er die Halacha vergaß und so steht im Talmud: „Der, wer zornig ist, wenn er ein Weiser ist, verlässt ihn seine Weisheit“ (Pesachim 66:).

Es ist schwer zu verstehen, denn hier war der Zorn angebracht und warum wird er damit bestraft, dass er die Gesetze vergaß?

Rav Chaim Schmulewitz erklärt, dass dies keine Strafe, sondern eine automatische Konsequenz ist, dass Zorn zum Vergessen führt. Die G´ttliche Weisheit ist nicht wie alle anderen Weisheiten, welche nicht vom geistigen Niveau des Menschen abhängen und man ein unmoralischer „Gelehrter“ sein kann. Die Tora lässt sich nur von jemandem verstehen, der an seinen Eigenschaften arbeitet und zu verbessern versucht und auch das Gelernte kann infolge unangebrachten Verhaltens vergessen werden. Zorn ist nur dann möglich, wenn man das Gefühl hat, die Kontrolle über die Situation zu verlieren und es ist ein Ausdruck von Panik. Es wird vom Menschen erwartet, dass er sich stets im Griff hat und ruhig und gelassen bleibt, mit dem Verständnis, dass alles unter Kontrolle ist.

Die Rede ist von Moshe Rabbenu, über welchen Hashem persönlich bezeugt בכל ביתי נאמן הוא, aber dennoch wurde von einem Menschen auf seinem Niveau erwartet, sich sogar in so einer Situation, wo Zorn angebracht ist, beherrschen zu können und ruhig zu bleiben.

Wir können von diesen spirituellen Höhen nur träumen, aber jeder kann auf seinem Niveau versuchen, seinen Zorn zu beherrschen sich in Emunah zu stärken.          

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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