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Ich liebe esIch liebe es

“Schovavim”

Im jedem Alter ist man der Gefahr ausgesetzt
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Mit diesem Wochenabschnitt Schmot fängt eine besondere Phase namens „Schovavim“ (Anfangsbuchstaben von Schmot, Wajera, Bo, Beschalach, Yitro, Mischpatim) an, welche sich auf sechs Wochen ausdehnt. Während dieser Phase ist es im Judentum üblich, sich im Bereich von Keduscha (Heiligkeit) zu stärken.

Der Grund, warum es ausgerechnet diese Wochenabschnitte sind, welche dafür geeignet sind, ist weil das jüdische Volk in dieser Phase vom 49 Level der Tuma´a (Spirituelle Unreinheit) in Ägypten im Wochenabschnitt Schmot zur höchsten Stufe der G´ttlichen Präsenz im Mischkan im Wochenabschnitt Tezave aufstieg. Deshalb wird in dieser Phase mehr darauf achtet, keine verbotenen und unmoralischen Dinge zu sehen und sich besonders vor schmutzigen Gedanken etc. zu hüten. Auch in der Ehe werden die Regeln genauer beachtet, um Versuchungen und Verbote zu vermeiden.

Besonders in diesem Aspekt muss man sich stärken, weil die zwei stärksten Triebe im Menschen der Fortpflanzungs- und Nahrungstrieb sind. Letzterer ist bei gesunden Menschen normalerweise viel schwächer und lässt sich einfacher kontrollieren. Das größere Problem ist der Yezer De´Arayot (Trieb der verbotenen Beziehungen), wie er von unseren Weisen genannt wird. Wenn es schon zur Zeit unserer Weisen ein Thema war (siehe Yuma 69b) umso mehr in unseren Zeiten.

Wir leben in einer Welt, wo die Grenzen der Moral längst verschwunden sind und es keine Regeln mehr gibt. Die Menschen von Sdom und Amora, welche für ähnliches Verhalten vernichtet wurden, würden den Hut vor unserer Generation abnehmen, denn sogar sie konnten sich damals nicht das vorstellen, was heutzutage zur Normalität zählt. Das Konzept der Ehe ist reine Formalität und droht gänzlich zu verschwinden, weil sie keine moralische Verpflichtung mit sich bringt.

Bekanntlich gibt es im Judentum viele Gesetze bezüglich der Beziehungen im Familienkreis und sogar im Eheleben. Viele Menschen sehen darin eine Einschränkung der menschlichen Natur und Reduzierung des Genusses. Laut der jüdischen Überlieferung jedoch hat G´tt diese Welt geschaffen, damit wir sie genießen können und nicht um uns einzuschränken und nicht (nur) um uns auf die Probe zu stellen. Deswegen muss es sein, dass diese Gesetze keine Einschränkungen und nur zu unserem Guten sind. Im Gegenteil all die Gesetze sind notwendig um den Genuss zu steuern und somit zu vergrößern! 

Wer je eine wahre, tiefere Beziehung mit einem Menschen genossen hat, wird verstehen, dass all die Gesetze und scheinbare “Einschränkung” nur zum Wohl der Beziehung sind und sie behüten. Kann dies mit einem oberflächlichen, flüchtigen und temporären Genuss verglichen werden? Wer von unserer unmoralischen und freizügigen Kultur mitgerissen wurde und glaubt, dass er “frei” ist und diese Welt so richtig genießt, der kann nur bemitleidet werden…

Ein Erwachsener muss im Stande sein, die richtige Wahl zwischen Herz und Verstand zu treffen und auf sofortigen Genuss verzichten zu können, um später etwas Größeres aufzubauen und letztendlich mehr Genuss zu haben. 

Diese besonderen Wochenabschnitte und diese Phase geben uns die Gelegenheit, uns in diesem Aspekt zu stärken und jeder auf seinem Niveau entsprechende Maßnahmen zu treffen. Dadurch werden wir nicht nur bessere Diener von G´tt, sondern machen uns selbst glücklicher und genießen diese Welt mehr.

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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