WAR JORDANIEN AUCH DAS GELOBTE LAND? – Parascha Dewarim

WAR JORDANIEN AUCH DAS GELOBTE LAND? – Parascha Dewarim
Parascha Dewarim

Wir beginnen diese Woche mit dem fünften Buch der Tora, Dewarim oder Deuteronomium. Dieses letzte Buch der Tora ist eine lange Drosche (Rede) von Mosche. Mosche bereitet die Bnei Jisrael auf ihre Ankunft im Gelobten Land vor. Doch kurz vor dieser Drosche beschließen die Stämme Gad und Re’uwen (Ruben) auf der anderen Seite des Jordans zu leben (Bemidbar/Numeri 32:16-19):

“Da traten sie (die Stämme Gad und Re’uwen) an ihn (Mosche) heran und sagten: Wir wollen hier (jenseits des Jordans, dem heutigen Jordan) Ställe für unser Vieh bauen und Städte für unsere Kinder. Wir selbst aber werden uns zum Kampf rüsten und vor den Israeliten voran stürmen, bis wir sie an ihren Ort gebracht haben. Unsere kleinen Kinder aber sollen in den befestigten Städten bleiben, wegen der Bewohner des Landes. Wir werden nicht in unsere Häuser zurückkehren, bis jeder Israelit sein Erbteil erhalten hat. Denn wir werden nicht mit ihnen jenseits des Jordans und darüber hinaus Erbbesitz erhalten, denn unser Erbbesitz fällt uns diesseits des Jordans zu, wo die Sonne aufgeht (Transjordanien).”

Mosche genehmigte den Verbleib der Stämme Gad und Re’uwen Jordanien. Mosche fügte die Hälfte des Stammes Menasche hinzu, der dafür sorgen sollte, dass die Stämme Gad und Re’uwen nicht völlig von der Mehrheit der Bnei Jisrael getrennt würden, die westlich des Jordans lebten. Die andere Hälfte des Stammes Menasche lebte in der Mitte des jüdischen Landes, westlich des Jordans. Auf diese Weise war er mit dem Zentrum des Judentums in Verbindung.

Aber wie konnte Mosche dies zulassen? War dies auch das “Gelobte Land”?

Wie ist die Definition des Gelobten Landes?

Es gibt verschiedene Definitionen für das Gelobte Land.

Den Erzvätern wurde vor 3.800 Jahren im Buch Bereschit (Genesis) ein sehr ausgedehntes Groß-Israel versprochen. Die südliche Grenze wurde durch den Golf von Akaba und Suez gebildet. Im Norden verlief die Grenze entlang des Euphrat, und im Westen und Osten dienten das Mittelmeer und die Arabischen Wüsten als Grenzen. Ein so großes Gebiet war übrigens nie zuvor in Jüdischer Hand gewesen.

Nach dem Exodus aus Ägypten eroberten die 12 Stämme Israels vor etwa 3335 Jahren fast das gesamte Gebiet des heutigen Staates Israel, mit Ausnahme eines Teils der Wüste Negev, der jedoch durch ein beträchtliches Gebiet im heutigen Jordanien ausgeglichen wurde.

Als David und Salomo vor 2.800 Jahren über das Jüdische Land herrschten, dehnte sich Israel enorm aus. Im Norden drangen sie bis zum Euphrat vor. Auch die Wüste Negev war Teil ihres Reiches.

Auf die Griechische und Syrische Herrschaft folgte die Zeit der Makkabäer. Bis zur Zeit der Römer waren Judäa und Samaria – das heutige Westjordanland – Jüdisch.

Prophetische Verheißungen und tatsächliche Eroberungen im Laufe der Geschichte zeigen große Unterschiede. Ungeachtet dessen gehörte das Westjordanland in dieser Zeit zum alten Israel.

Dieser kurze historische Überblick mag zeigen, dass das heutige Jordanien bereits zur Zeit unserer Erzväter zum Gelobten Land gezählt wurde. Die Stämme Gad und Re’uwen (Ruben) sowie der halbe Stamm Menasche lebten also innerhalb des Gelobten Landes.

Fazit: Nach der Verheißung G’ttes an Avraham war das heutige Jordanien tatsächlich auch Teil des Gelobten Landes.