Was kann die moderne jüdische Frau aus dem Wochenabschnitt Behaalotcha lernen?

Was kann die moderne jüdische Frau aus dem Wochenabschnitt Behaalotcha lernen

Frage:

Welche Lehre kann eine moderne jüdische Frau aus dem Wochenabschnitt Behaalotcha im Hinblick auf ihre spirituelle Rolle und Entwicklung ziehen?

Antwort:

Zu Beginn des Wochenabschnitts Behaalotcha spricht die Tora über das Anzünden der Menora im Mischkan: „Wenn du die Lichter emporhebst…“ Unsere Weisen erklären, dass das Wort „emporheben“ uns etwas Besonderes lehrt: Der Kohen sollte die Flamme so lange an den Docht halten, bis das Licht von selbst weiterbrannte. Es genügte nicht, den Docht nur kurz mit dem Feuer zu berühren. Die Flamme musste den Docht so erfassen, dass sie selbstständig weiterleuchten konnte.

Darin liegt eine wichtige Lehre für die Erziehung. Es reicht nicht aus, einem Kind Wissen zu vermitteln oder ihm den richtigen Weg zu zeigen. Wahre Erziehung bedeutet, ihm zu helfen, eine eigene innere Verbindung zur Tora und zu den Mizwot (Gebote) aufzubauen und es so zu stärken, dass es diesen Weg aus eigener Überzeugung gehen möchte.

Gerade hier zeigt sich die besondere Rolle der jüdischen Frau.

Bekanntlich gilt die Mizwa (Gebot) des Anzündens der Schabbatkerzen für das ganze Haus. Dennoch ist gerade die Frau in besonderer Weise mit dieser Mizwa verbunden. Bemerkenswert ist, dass auch eine weitere wichtige Aufgabe – die Erziehung der Kinder – in hohem Maße von ihr geprägt wird.

Natürlich liegt die Verpflichtung, Kinder Tora zu lehren, auch beim Vater, wie unsere Weisen lehren. Doch die geistige Atmosphäre des Hauses, die ersten Eindrücke des Kindes, seine Liebe zu den Mizwot, seine Freude am Gebet und seine Achtung vor der Tora gelangen meist durch die Mutter in sein Herz.

Unsere Weisen sagen (Sota 3b), dass die Atmosphäre eines Hauses in hohem Maße von der Frau abhängt. Und König Schlomo sagte: „Die Weisheit der Frau baut ihr Haus auf“ (Mischlej 14,1). Das bedeutet, dass ein Zuhause nicht nur durch Wände, Möbel und Ordnung entsteht. Ein wahres jüdisches Zuhause wird durch Weisheit, Herzlichkeit, Geduld, die Art des Sprechens, ein freundliches Gesicht und eine klare geistige Ausrichtung aufgebaut.

Deshalb ist die Lehre der Menora für die jüdische Frau besonders bedeutsam.

Anzünden allein genügt nicht. Man kann einem Kind die richtigen Worte sagen, eine Mizwa erklären oder gute Ratschläge geben – doch die Aufgabe der Erziehung reicht viel tiefer. Es geht nicht nur darum, Wissen weiterzugeben, sondern Herzen zu entfachen. Man soll so sprechen, so erklären und selbst so leben, dass das Kind spürt: Die Tora ist keine Last, sondern Licht; der Schabbat besteht nicht aus Verboten, sondern ist ein Geschenk; die Mizwot sind keine trockenen Pflichten, sondern eine lebendige Verbindung zum Schöpfer.