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	<title>Sukkot Archive - Judentum</title>
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		<title>Hoschana Rabba – die letzte große Bitte und die Lektion der Arava</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oskar Baruch Baraev]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2026 15:44:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schabbat und Feiertage]]></category>
		<category><![CDATA[Sukkot]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hoschana Rabba – die letzte große Bitte und die Lektion der Arava Am siebten Tag von Sukkot verändert sich die Atmosphäre des Festes. Viele bleiben in der Nacht wach, lesen Sefer Devarim und Tehillim, am Morgen folgen sieben Hakafot – und ausgerechnet die unscheinbare Arava rückt in den Mittelpunkt. Was macht Hoschana Rabba so besonders? [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://judentum.online/hoschana-rabba-die-letzte-grosse-bitte-und-die-lektion-der-arava/">Hoschana Rabba – die letzte große Bitte und die Lektion der Arava</a> erschien zuerst auf <a href="https://judentum.online">Judentum</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Hoschana Rabba – die letzte große Bitte und die Lektion der Arava</h2>
<p>Am siebten Tag von Sukkot verändert sich die Atmosphäre des Festes. Viele bleiben in der Nacht wach, lesen Sefer Devarim und Tehillim, am Morgen folgen sieben Hakafot – und ausgerechnet die unscheinbare Arava rückt in den Mittelpunkt.<br />
Was macht Hoschana Rabba so besonders?</p>
<p>Sukkot ist Zman Simchateinu – die Zeit unserer Freude.<br />
Wir sitzen in der Sukka, nehmen die Arba Minim und erinnern uns daran, dass Sicherheit nicht allein aus festen Mauern entsteht, sondern letztlich aus dem Vertrauen auf G´tt.</p>
<p>Doch der siebte und letzte Tag von Sukkot besitzt einen eigenen Charakter. Er heißt Hoschana Rabba – הוֹשַׁעְנָא רַבָּה. Der Ruf Hoscha na bedeutet: „Bitte rette uns!“<br />
Hier begegnen sich die Freude von Sukkot und die spirituelle Ernsthaftigkeit der hohen Feiertage.</p>
<p><strong>Der große Ruf um Rettung</strong></p>
<p>Während Sukkot sprechen wir die Hoschanot – Gebete um Rettung und Segen. Ein zentrales Thema ist dabei das Wasser.</p>
<p>Die Mischna lehrt, dass die Welt an Sukkot hinsichtlich des Wassers gerichtet wird. Regen steht dabei für Wachstum und Leben.</p>
<p>Schon zur Zeit des Beit HaMikdasch spielte deshalb der siebte Tag eine besondere Rolle. Während man an den übrigen Tagen einmal um den Mizbeach zog, geschah dies am siebten Tag siebenmal. Bis heute machen wir an Hoschana Rabba sieben Hakafot und wiederholen den bekannten Ruf:</p>
<p>אָנָּא ה׳ הוֹשִׁיעָה נָּא – Ana HaShem, hoschia na<br />
„Bitte, G´tt, rette doch!“</p>
<p>Hoschana Rabba ist damit der Höhepunkt jener Bitten um Rettung, Segen und Leben, die uns durch Sukkot begleiten.</p>
<p><strong>Ein letzter Nachklang der Jamim Noraim</strong></p>
<p>Rosch HaSchana und Jom Kippur liegen bereits hinter uns. Rosch HaSchana ist mit dem göttlichen Gericht verbunden, Jom Kippur mit der Chatima, der Besiegelung.</p>
<p>Doch auch Hoschana Rabba besitzt in der kabbalistischen Tradition eine besondere Stellung. Der Arizal erklärt, dass in dieser Nacht ein weiterer Aspekt des Chotem, des Siegels, vollendet wird. Der Ben Ish Chai beschreibt, dass um Chatzot der äußere Chotem vollendet und die Pitkin – פתקין, die himmlischen Erlasse, übergeben werden.</p>
<p>Das erklärt die besondere Ernsthaftigkeit dieses Tages mitten in Zman Simchateinu. Zugleich liegt darin ein tröstlicher Gedanke: Es besteht selbst jetzt, bis Schemini Azeret, noch Raum für Teschuwa.</p>
<p>Hoschana Rabba erinnert uns:</p>
<p>Noch können wir beten, zurückkehren und etwas verändern.</p>
<p>Der Ben Ish Chai verbindet: Vom Beginn des Rosch Chodesch Elul bis Hoschana Rabba zählt es 51 besondere Tage der Teschuwa und Tefilla. Darauf bezieht er die Buchstaben:<br />
נא – Na = 51</p>
<p>Hoschana Rabba steht damit am Ende eines spirituellen Weges, der durch Elul, Rosch HaSchana, Jom Kippur und Sukkot führt.</p>
<p><strong>Wieso bleiben viele in dieser Nacht wach?</strong></p>
<p>In vielen, besonders sephardischen und kabbalistisch geprägten Gemeinden bleibt man die ganze Nacht wach und lernt Torah.</p>
<p>Für die erste Nachthälfte gibt er eine konkrete Ordnung vor: Sefer Devarim wird vollständig bis zum Ende gelesen.</p>
<p>Dies geschieht vor Chatzot, der halachischen Mitternacht.</p>
<p>Nach Chatzot wird in vielen sephardischen Ordnungen Sefer Tehillim gelesen und besonders um göttliches Erbarmen gebeten.</p>
<p>Eine spirituell kostbare Zeit wollen wir nicht einfach ungenutzt verstreichen lassen!</p>
<p>Es gibt Momente im Leben, deren Wert wir erkennen müssen, solange sie noch da sind.</p>
<p>Und genau dieser Gedanke führt uns am Morgen zur Arava.</p>
<p><strong>Die unscheinbare Arava</strong></p>
<p>Am Morgen von Hoschana Rabba nimmt man ein eigenes Bündel Aravot – Weidenzweige und schlägt es auf den Boden. Die besondere Rolle der Arava am siebten Tag reicht bereits bis in die Zeit des Beit HaMikdasch zurück.</p>
<p>Und trotzdem darf man fragen:</p>
<p>Was haben eigentlich die armen Aravot getan?</p>
<p>Für diesen Minhag gibt es verschiedene halachische, symbolische und kabbalistische Erklärungen.<br />
Rav Ephraim Eliyahu Shapiro bringt dazu einen besonders menschlichen Gedanken.</p>
<p>Für einen schönen Etrog kann man viel Geld ausgeben. Man sucht und schützt ihn sorgfältig; auch Lulav und Hadassim werden mit Aufmerksamkeit ausgewählt.</p>
<p>Und die Arava?</p>
<p>Sie wächst vielerorts direkt in unserer Nähe. Sie ist einfach, unscheinbar und leicht erhältlich.</p>
<p>Vielleicht schenken wir ihr gerade deshalb weniger Aufmerksamkeit.</p>
<p>Denn wir Menschen neigen dazu, das Seltene, Teure und schwer Erreichbare besonders zu schätzen. An das, was jeden Tag direkt neben uns ist, gewöhnen wir uns – und irgendwann halten wir es für selbstverständlich.</p>
<p>Das gilt vor allem für Menschen</p>
<p>Das betrifft vor allem unsere Eltern und Großeltern, Geschwister, Familie und engsten Freunde.</p>
<p>Gerade diejenigen, die zuverlässig für uns da sind, nehmen wir manchmal am wenigsten bewusst wahr – nicht weil sie uns weniger bedeuten, sondern weil wir uns an ihre Nähe gewöhnt haben.</p>
<p>Ein Elternteil, das immer fragt, wie es uns geht, oder ein Freund, auf den wir uns immer verlassen können, wird irgendwann selbstverständlich.</p>
<p>Bis etwas fehlt.</p>
<p>Und plötzlich erkennen wir, wie außergewöhnlich das vermeintlich Gewöhnliche eigentlich war.</p>
<p>Ausgerechnet an Hoschana Rabba bekommt die sonst so unscheinbare Arava ihren eigenen Moment.</p>
<p>Vielleicht erinnert sie uns damit an eine einfache Wahrheit:</p>
<p>Nähe macht etwas nicht weniger wertvoll.</p>
<p>Oft ist gerade das, was uns am nächsten ist, das Kostbarste in unserem Leben.</p>
<p>Die Nacht und die Arava erzählen dieselbe Geschichte</p>
<p>Vielleicht liegt genau hier die Verbindung zwischen der Nacht von Hoschana Rabba und der Arava am Morgen.</p>
<p>In der Nacht lernen wir, eine kostbare Zeit nicht für selbstverständlich zu halten. Wir lesen Devarim, sagen Tehillim, lernen und beten, weil wir diesen besonderen Moment nutzen wollen, solange er da ist.</p>
<p>Am Morgen erinnert uns die Arava daran, auch die Menschen in unserem Leben nicht für selbstverständlich zu halten.</p>
<p>Die Nacht spricht über Zeit.<br />
Die Arava spricht über Menschen.</p>
<p>Doch beide vermitteln dieselbe Botschaft:</p>
<p>Erkenne den Wert dessen, was du hast, solange du es noch hast.</p>
<p>An Hoschana Rabba bitten wir G´tt um Regen, Gesundheit, Parnassa, Schutz, Leben und ein gutes Jahr. Doch vielleicht sollten wir dabei auch wahrnehmen, wie viel von diesem Segen bereits in unserem Leben vorhanden ist.</p>
<p>Vielleicht ist das Wertvollste nicht das Seltene, Teure oder weit Entfernte.</p>
<p>Vielleicht ist es genau das, was die ganze Zeit direkt neben uns war.</p>
<p>Und so bleibt am Ende eine persönliche Frage:</p>
<p>Wen oder was in meinem Leben halte ich für selbstverständlich – obwohl ich eigentlich jeden Tag dafür dankbar sein sollte?</p>
<p>Vielleicht ist Hoschana Rabba der richtige Moment, diese Frage nicht nur zu beantworten, sondern danach zu handeln.</p>
<p>Schabbat Schalom und Chag Sameach!</p>
<p>Oskar Baruch Baraev</p>

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		<title>Wie Glaube an Sukkot echte Freude bringt ✨😇</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rav Albert Shamonov]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2026 22:00:32 +0000</pubDate>
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		<title>Die Tfilin für den Etrog geopfert 😱✨</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rav Albert Shamonov]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2026 22:00:23 +0000</pubDate>
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		<title>Sukkot 2026 Geheimnisse des Festes ✨🌴</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rav Albert Shamonov]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2026 22:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sukkot]]></category>
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		<title>Zwischen Kippur und Sukkot</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rav Albert Shamonov]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2026 22:00:22 +0000</pubDate>
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		<title>Hoschanot in Or Elijahu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rav Albert Shamonov]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Oct 2025 13:06:38 +0000</pubDate>
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		<title>Seid vereint!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rav Albert Shamonov]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Oct 2025 18:36:53 +0000</pubDate>
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		<title>Die Freude😁  Das Fundament aller Gebote💪</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rav Albert Shamonov]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Oct 2024 21:21:39 +0000</pubDate>
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		<title>DER KRIEG VON GOG UND MAGOG &#8211; Haftara von Schabbat Chol Hamo’ed Sukkot</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dajan Raphael Evers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Oct 2023 12:07:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Haftara]]></category>
		<category><![CDATA[Sukkot]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenabschnitt Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Gog und Magog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Endzeit werden GOG UND MAGOG versuchen, es mit dem Göttlichen in der Welt aufzunehmen. Die Sukka hat eine bestimmte Kedduscha – Heiligkeit. Dieses äußert sich in verschiedenen Dinim (Vorschriften). So darf man vom Holz der Sukka, bis nach Simchat Thora, nicht für andere Zwecke gebrauchen, weder von den Wänden, noch vom Schach (Laubabdeckung), [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://judentum.online/der-krieg-von-gog-und-magog-haftara-von-schabbat-chol-hamoed-sukkot/">DER KRIEG VON GOG UND MAGOG &#8211; Haftara von Schabbat Chol Hamo’ed Sukkot</a> erschien zuerst auf <a href="https://judentum.online">Judentum</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><strong>In der Endzeit werden GOG UND MAGOG versuchen, es mit dem Göttlichen in der Welt aufzunehmen.</strong></h4>



<p>Die Sukka hat eine bestimmte Kedduscha – <a href="https://judentum.online/was-ist-heiligkeit-im-judentum/">Heiligkeit</a>. Dieses äußert sich in verschiedenen Dinim (Vorschriften). So darf man vom Holz der Sukka, bis nach Simchat Thora, nicht für andere Zwecke gebrauchen, weder von den Wänden, noch vom Schach (Laubabdeckung), da das Holz für eine Mitzwa verwendet wurde. Es ist selbst verboten, davon ein Stückchen vom Schilf zu entfernen, um es als Zahnstocher zu verwenden! Und selbst wenn es heruntergefallen wäre, ist es trotzdem verboten.</p>



<p><strong>Vorbote der Befreiung durch den Maschi’ach</strong>&nbsp;</p>



<p>Heute möchte ich mit Euch die berühmte <a href="https://judentum.online/die-entstehung-der-haftara/">Haftara</a> aus Jecheskjel 38:18 – 39:1-10 beleuchten. „Und es wird an jenem Tag sein, an dem GOG auf den Boden von Israel kommt“, so spricht <a href="https://judentum.online/was-ist-der-name-von-gott-im-judentum/">HaSchem</a> (G’tt), „dann wird MEIN Zorn entflammen“. Am ersten Tag von Sukkot lesen wir über den Krieg zwischen GOG und MAGOG. Dieser ist ein Vorbote der Befreiung durch den Maschi’ach.</p>



<p><strong>endgültige Erlösung im Monat Tischri oder in Nissan&nbsp;</strong></p>



<p>Über die endgültige Erlösung gibt es im Talmud einen Meinungsunterschied, ob diese im Monat Tischri oder in <a href="https://judentum.online/nissan-ein-monat-nicht-wie-die-anderen/">Nissan</a> erfolgen wird. Diese zwei Aussagen scheinen sich gegenüber zu stehen. Der Ga’on von Wilna schreibt, dass wenn die Bnej Jisra’ejl verdienstvoll sein würden, die endgültige Erlösung innerhalb EINES Monats Tischri besiegelt würde.</p>



<p><strong>der Maschi’ach würde sechs Monate abwesend bleiben&nbsp;</strong></p>



<p>Aber wenn die Bnej Jisraejl nicht verdienstvoll sein würden, würde der Maschi’ach sechs Monate abwesend bleiben, in denen die <a href="https://judentum.online/was-sind-jueden-ein-volk-oder-religion/">Juden</a> ernsthaft leiden würden. Endgültig würden sie dann im Monat Nissan befreit werden. Dieses Schnittmuster weist etwas Ähnlichkeit mit der Erlösung aus Ägypten auf. Mosche ging mitten im Befreiungsvorgang für ein halbes Jahr nach Midian zurück, nachdem er vor dem Pharao erschienen war. Während jenes Zeitraumes wurden die Bnej Jisra’ejl durch die Ägyptische Obrigkeit härter angegangen.</p>



<p><strong>die Antithese von der Sukka&nbsp;</strong></p>



<p>Der Midrasch besagt, dass GOG an Hoschana Rabba (7. Tag Sukkot) besiegt werden würde. Laut <a href="https://judentum.online/rabbiner-rav-rabbi-rebbe-wer-ist-das/">Rabbiner</a> Schimschon Rafa’ejl Hirsch ist der Glaube von GOG und MAGOG die Antithese von allem, was wir von der Sukka lernen. Die Vernichtung der Herrschaft von GOG am Ende von Sukkot ist im Grunde genommen der Sieg der Sukka-Idee über seine Lebensphilosophie.</p>



<p><strong>der Messianischen Erlösung zuvorkommen&nbsp;</strong></p>



<p>GOG wird Eretz Jisra’ejl mit einer enormen Armee überfallen. An diese Armee würden 70 Völker Soldaten beisteuern. Am ersten Tag von Sukkot lasen wir Secharja, Haupbereich 14, als Haftara. Die Waffenausrüstung ist überwältigend. Die Absicht dieser Armee ist, die Bnej Jisra’ejl zu vernichten oder gefangen zu nehmen. Schließlich möchte man der Messianischen Erlösung zuvorkommen. G“tt hat Sich während des gesamten Zeitbereiches des Jüdischen Exils, die vergangenen zweitausend Jahre, zurückgehalten. SEINE Wut wird, bedingt durch diese Frustration der endgültigen Erlösung, dermaßen groß sein, dass G“tt öffentlich sichtbare Wunder machen wird. ER wird die Vorhaben von GOG vereiteln. Seine Armee wird dezimiert werden.</p>



<p><strong>vor der Ankunft des Propheten Elijahu&nbsp;</strong></p>



<p>Es steht nicht genau fest, in welchem Zeitbereich der Krieg zwischen GOG und MAGOG erfolgen wird. Laut Maimonides wird dieser Krieg stattfinden vor der Ankunft des Propheten Elijahu, der zu Anfang dieses Zeitbereiches des Maschi’ach, die Bnej Jisra’ejl zu G“tt zurückbringen wird.</p>



<p><strong>Gegenspieler des Maschia‘ach</strong></p>



<p>Wer diese GOG und MAGOG sind, ist ebenfalls unklar. In der Paraschat Noach (Bereschit 10:2) ist MAGOG ein Sohn von Jefet und ein Enkelsohn von Noach. Auch GOG ist ein Nachkomme von Jefet. Dieser GOG wird schließlich über ein Volk oder über ein Land regieren, das MAGOG heißt. GOG und MAGOG beziehen sich wahrscheinlich nicht auf einen spezifischen Herrscher oder auf ein bestimmtes Volk. GOG und MAGOG sind die Kräfte, die die endgültige Erlösung und die Ankunft des Maschi’ach versuchen werden, zu vereiteln. In vielen Zeiträumen der Jüdischen Geschichte war die Rede von der Ankunft des Maschi’ach und es entstand fast von selbst sein Gegenspieler.</p>



<p><strong>Ehemalige potenzielle Meschichim</strong></p>



<p>Unsere Weisen besagen unter anderem, dass G“tt den König Chiskijahu zum Maschi’ach ernennen wollte und sein Gegenüber, den Assyrischen König Sancheriv, der ihn als GOG bedrohte. Dieses geschah um 800 vor der Zeitrechnung herum. G“tt sah jedoch, dass Chiskijahu den Anforderungen, die an den Maschi’ach gestellt werden, nicht entsprechen konnte. Letztendlich ist GOG der Gegenüber der Bnej Jisra’ejl. Die Aufgabe des Jüdischen Volkes ist, das Königreich G“ttes auf Erden zu festigen. GOG ist der letztendliche Gegner alles G“ttliche auf der Welt.</p>



<p>Dieses wird auch einigermaßen in seinem Namen angedeutet: das Wort „MAGOG“ kommt vom Stamm „mem“, „waw“ und „gimmel“, was Angst einjagend bedeutet.</p>



<p>Eine andere Erklärung ist, dass GOG und MAGOG, die meistens zusammen genannt werden, in Zahlenwert 70 ergibt. Sie werden die 70 Völker anführen, die den Angriff gegen das Jüdische Volk einleiten werden.</p>



<p><strong>GOG der Vertreter der Dach-Philosophie</strong></p>



<p>Andere beziehen das Wort GOG zum Wort „GAG“, was „Dach“ bedeutet. Laut Rabbiner Schimschon Rafa’el Hirsch (19. Jahrhundert) ist GOG der Vertreter der Gag-Dach-Philosophie. Ab dem Anfang der Menschheit meinten Ungläubige, dass sie ein eigenes Leben würden führen können, ohne die Autorität G“ttes an zu erkennen. So dachten die Menschen zu Zeit des Turmes von Babel, dass sie Schutz und Sicherheit in einem enormen Wolkenkratzer würden finden können. Sie meinten, dass sie ein eigenes Dach und Sicherheit bauen konnten, unabhängig von G“tt. Auch GOG meinte unter seinem eigenen Dach, das ihn von G“tt trennt, unbesiegbar zu sein. MAGOG ist die Lebensweise, die zu dieser Dach-Doktrin passt. Deshalb werden beide Begriffe, GOG und MAGOG, immer zusammen verwendet. Es handelt sich um einen Initiator und um eine Lebensart.</p>



<p><strong>Deshalb lesen wir diese Haftara auch an Sukkot</strong></p>



<p>An Sukkot ziehen wir in eine gammelige Hütte ein, mit einem sehr dünnen und durchlässigen Sechach (Abdeckung der Laubhütte) ein. Hiermit zeigen wir auf, dass wir uns der G“ttlichen Herrschaft unterwerfen. Wir vertrauen auf G“ttes Fürsorge. Wir glauben, dass G“ttes Gesetz dem Leben des Menschen die Richtung verleiht. Die Bedeutung dieses großen Krieges am Ende der Geschichte ist, dass es einen Streit oder Kampf zwischen der Sukka-Wahrheit und der MAGOG-Illusion geben wird. Genauso wie der Turm zu Babel, am Anfang der menschlichen Geschichte, der Erde vollständig gleichgemacht wird, so wird auch der Erfolg der menschlichen Kraft, Erfindungsreichtum, militärisches Übergewicht und gut durchdachte Politik, am Ende der Tage keinerlei Bedeutung mehr haben.</p>



<p><strong>Wir vertrauen auf das G“ttliche in der Welt</strong></p>



<p>Mit der Ankunft des Maschi’ach wird die Menschheit unter den Flügeln der G“ttlichen Majestät ein friedliches Dasein finden, unter dem Schutz der äußerst verletzlichen Sukka. Wir vertrauen letztendlich auf das G“ttliche in der Welt.&nbsp;</p>



<p>„Schaut her, die Zeit trifft ein und die Prophetie wurde Realität“ spricht G“tt, „es ist der Tag, über den alle Propheten gesprochen haben“ (Jecheskijel 39:8). Sobald der Tag der endgültigen Erlösung angebrochen ist, wird die Rettung sofort sichtbar werden. „Es ist schon Wirklichkeit geworden“ steht in der Vergangenheitsform. Die Zusage G“ttes bestätigt das Eintreffen dieser Messianischen Zeit.</p>



<p><strong>eine zusätzliche Dimension</strong></p>



<p>Diese Dach-Philosophie, der Sukka-Philosophie gegenübergestellt, erhält gerade in dieser Zeit der finanziellen Krise eine zusätzliche Dimension. Als Folge der finanziellen Krise sehen wir verschiedene wichtige Lichtblicke.</p>



<p><strong>ein weltweites Zusammengehörigkeitsbewusstsein</strong></p>



<p>Zu allererst ist ein weltweites Zusammengehörigkeitsbewusstsein entstanden: Schwache und Reiche werden einander helfen, um dieser Krise, die jede und jeden bedroht, einen „Halt!“ entgegen zu setzen. Zusammengehörigkeit und Einheit sind wichtig.</p>



<p><strong>Es gibt mehr als nur die Finanzen</strong></p>



<p>Das zweite, das wir sehen, ist, dass die Menschheit ihr Vertrauen in die Wirtschaft verloren hat. Das bedeutet also, dass, genau wie der Turm zu Babel und die Gag-Philosophie von GOG und MAGOG, diese Konstrukte letztendlich nicht den festen Halt bieten, den man in der irdischen Wirklichkeit suchte. Wir fangen an, uns bewusst zu werden, dass wir uns nicht auf unsere physische Ausdehnung und auf den Reichtum blindlings ausrichten sollten. Im Leben gibt es mehr, als nur die Finanzen. Somit fällt der Turm zu Babel um und es ist die Rede eines Wiederbelebens des Vertrauens in das G“ttliche im tagtäglichen Leben.</p>



<p>Über die neuerliche Rezession schrieb der ehemalige Oberrabbiner des Vereinigten Königreiches, Lord Jonathan Sacks:</p>



<p><strong>Verpasse nie eine Krise</strong></p>



<p>Es sind schwierige Zeiten. Der in sich zusammenbrechende finanzielle Markt, die wirtschaftliche Rezession, und eine unsichere Zukunft. Menschen haben ihre Ersparnisse, ihre Anstellungen und selbst ihr Haus verloren. Was sollten wir in Zeiten wie diese tun? Die beste Antwort hat ein Amerikanischer Politiker gegeben: Verpasse nie eine Krise. Du lernst in schwierigen Zeiten mehr, als in einfachen.</p>



<p><strong>Krisen sind Geburtswehen</strong></p>



<p>Das hebräische Wort für Krise ist Maschbejr, was auch Schwangerschaftsstuhl (gynäkologischer Stuhl) bedeutet. Im Hebräischen sind Krisen nicht nur Möglichkeiten, sondern Geburtswehen. Es wird etwas Neues geboren. Das ist auch der Grund, weshalb die Juden alle Krisen der vergangenen 4000 Jahre überlebt haben und selbst stärker daraus gekommen sind, als sie davor waren.</p>



<p><strong>den Wert vergessen wir</strong></p>



<p>Was wir vom Absacken des finanziellen Marktes lernen sollten, ist, dass wir uns an die genaue Betrachtung in Bezug auf Geld gewöhnt haben: Gehälter, Boni, die Häuserpreise und teuer Luxusartikel, ohne die wir bestens leben können. Wenn das Geld herrscht, merken wir uns den Preis, aber den Wert vergessen wir. Dieses ist ein großer Fehler.</p>



<p><strong>Geld geliehen um Dinge zu kaufen, die wir nicht benötigten</strong></p>



<p>Das Absacken oder selbst der Zusammenbruch des Marktes wurde dadurch verursacht, dass Menschen sich Geld begannen aus zu leihen, um Dinge zu kaufen, die sie nicht benötigten, um ein Glück(sgefühl) zu erreichen, das keinen Bestand haben würde.</p>



<p><strong>Werbung erzeugt allerhand Bedarf</strong></p>



<p>Die Konsumgesellschaft basiert auf das Stimulieren von Bedürfnissen, um auf diese Weise Ausgaben zu erreichen, die anschließend die Wirtschaft beflügeln. Dieses widerspricht eigentlich allen aufrichtigen Normen und Werten. Die Werbung erzeugt allerhand Bedarf an Dinge in uns, die wir nicht haben, während wirkliches Glück darin liegt, wenn wir das, was wir wohl haben, zu schätzen wissen (so lehrten uns die Pirkej Awot).</p>



<p><strong>Die Konsumgesellschaft erzeugt Unglück</strong></p>



<p>Eigenartig genug ist die Konsumgesellschaft also ein Mechanismus, der Unzufriedenheit und Unglück schafft und verteilt. So zeigt ein Zeitraum von ungekanntem Wohlergehen eine nicht zu übersehende Zahl von Syndromen und Depressionen auf, die auf Stress zurück zu führen sind. Das Wichtigste, dass wir aus der heutigen wirtschaftlichen Krise lernen können ist, dass wir weniger dabei innehalten sollten, was Dinge kosten und mehr uns damit befassen, was sie wert sind.</p>



<p><strong>Heilungsmittel <a href="https://judentum.online/was-ist-die-bedeutung-von-schabbat/">Schabbat</a> (Ruhetag)</strong></p>



<p>In der Thora gab es einen Moment, an dem das Volk begann, das Gold zu verehren. Sie erstellten das Goldene Kalb. Das Interessante ist, dass wir, wenn wir die Thora sorgfältig lesen, sehen, dass kurz vor UND kurz nach der Episode des Goldenen Kalbes, Mosche dem Jüdischen Volk ein Gebot erteilt, das Gebot, den Schabbat zu halten. Weshalb DIESES Gebot zu DEM Zeitpunkt?</p>



<p><strong>gegensätzliche Gabe zum Goldenen Kalb</strong></p>



<p>Der Schabbat ist die gegensätzliche Gabe zum Goldenen Kalb, da er der Tag ist, an dem wir aufhören, über den Preis von Dingen nach zu denken, aber viel mehr bei dem Wert der Dinge innehalten. An Schabbat dürfen wir keinen Handel betreiben. Wir dürfen nicht arbeiten oder einen anderen bezahlen, damit er für uns arbeitet. An Stelle hiervon verbringen wir ihn rund um den Schabbattisch mit Familie und Freunden. In der Synagoge erneuern wir unsere Verbindungen zur Gemeinschaft. Wir hören der Thoralesung zu und erinnern uns selber an die Geschichte unseres Volkes. Wir beten und danken G“tt für alle Segnungen, die ER uns gegeben hat.</p>

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		<title>DIE KRAFT, ZU WACHSEN – DAS ZEICHEN VON WAHRHAFTIGEM JUDENTUM UND INTENSIVER FREUDE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dajan Raphael Evers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2023 16:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simchat Tora]]></category>
		<category><![CDATA[Sukkot]]></category>
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		<category><![CDATA[SUKKOT]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SUKKOTH/SCHEMINI AZERETH/SIMCHAT THORA DIE KRAFT, ZU WACHSEN – DAS ZEICHEN VON WAHRHAFTIGEM JUDENTUM UND INTENSIVER FREUDE Eine exklusive Religion? Wir lesen über Schemini Azereth, den achten Tag, der eigentlich nur für das Volk Israel bestimmt war. Aber gibt es wohl so etwas wie eine exklusive Religion, ein Auserwähltsein? G“tt ist universell und schuf das Universum. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading" id="h-sukkoth-schemini-azereth-simchat-thora"><strong>SUKKOTH/SCHEMINI AZERETH/SIMCHAT THORA </strong><strong></strong></h5>



<p><strong>DIE KRAFT, ZU WACHSEN – DAS ZEICHEN VON WAHRHAFTIGEM <a href="https://judentum.online/judentum-was-ist-das/">JUDENTUM</a> UND INTENSIVER FREUDE</strong></p>



<p><strong>Eine exklusive Religion?</strong></p>



<p>Wir lesen über Schemini Azereth, den achten Tag, der eigentlich nur für das Volk Israel bestimmt war.</p>



<p>Aber gibt es wohl so etwas wie eine exklusive Religion, ein Auserwähltsein? G“tt ist universell und schuf das Universum. Viele Menschen versuchen, auf die eine oder andere Weise, mit dem „All“ des Kosmos in Verbindung zu treten. Margaret Mead hat einen kulturell übergreifenden anthropologischen Versuch unternommen, aus dem hervor ging, dass der überwiegende Teil der Menschheit religiöse Gefühle empfindet. Es scheint paradox, aber Sukkoth hebt alle Gegensätzlichkeiten auf. Während Sukkoth sind zwei wichtige, besondere Mitzwot verordnet:</p>



<p>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das Schütteln der vier Pflanzenarten und</p>



<p>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das Wohnen in der Sukkah.</p>



<p>Währen des Laubhüttenfestes verwenden wir vier Pflanzenarten:</p>



<p>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; den Lulav, den Palmenwedel, der nicht duftet, aber wohl schmeckt;</p>



<p>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; den Etrog, die Zitrusfrucht, die schmeckt und duftet;</p>



<p>3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hadassim, Myrtenzweige, die nur angenehm duften und</p>



<p>4.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Arawoth, Bachweidenzweige, die nicht gut schmecken und keinen guten Duft verbreiten.</p>



<p><strong>Die Thora kennt zwei Arten von Helden</strong>: die Thorah-Gelehrten und die Menschen, die viele gute Taten verrichten. Manche machen beides, andere machen beides nicht. Andere Gruppen machen EINS von beiden. Gute Taten sind deutlich erkennbar und werden deshalb mit Duft verglichen, während der Geschmack eine ganz persönliche Eigenschaft ist. Deshalb wird Geschmack mit &nbsp;Tora-Lernen und – Kenntnis verglichen.</p>



<p>An Sukkoth werden alle vier Arten zusammengefügt, womit wir verdeutlichen, dass alle, von heilig bis vollkommen von G“tt losgelöst, Bestandteile der Jüdischen Gesamtheit bilden.</p>



<p><strong>Die Zusammenführung in der Sukkah</strong></p>



<p>Derselbe Gedanke von Zusammenführung kommt in der Sukkah zum Vorschein, wird dort sichtbar. Die Wände können aus allerhand unterschiedlichen Materialen bestehen, von Metall bis Kunststoff, auch wenn die Tuma, Unreinheit annehmen könnten. Nur das Dach muss aus Laub sein, etwas, dass nie spirituell unrein werden kann, da es vollkommen natürlich ist, aus Material, dass nicht durch den Menschen erzeugt wurde. Auch in der Sukkah arbeiten also allerhand unterschiedliche Ebenen von Bindung an G“tt zusammen. Dieses ist der Sinn der Sukkah.</p>



<p><strong>Die Haut des Leviatan</strong></p>



<p><a href="https://judentum.online/rabbiner-rav-rabbi-rebbe-wer-ist-das/">Rabbi</a> Levi <a href="https://judentum.online/jitzchak-zweiter-erzvater-der-juden-ausfuehrliche-biographie/">Jitzchak</a> von Berditschev hatte die Angewohnheit, jeden in die Sukkah hinzu zu bitten, einschließlich der offensichtlichsten Bettler. Das arrivierte Bürgertum fühlte sich in seiner Sukkah nie so richtig zu Hause. Rabbi Levi Jitzchak pflegte immer zu erklären, dass in der Olam Haba, dass in der künftigen Welt, die heiligsten <a href="https://judentum.online/was-sind-jueden-ein-volk-oder-religion/">Juden</a> in der Sukkah sitzen würden, die aus der Haut des Leviatan gefertigt worden sei:</p>



<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mosche würde die Inhalte der Thorah bei bringen,</p>



<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aaron würde das Ritual durch führen und</p>



<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; König David würde die Gesänge leiten.</p>



<p>Rabbi Levi Jitzchak sagte, dass er, wenn er in die Welt der Wahrheit gelangen würde, auch an diesem großen Bankett in der Sukkah aus der Haut des Leviatan würde teil nehmen wollen: „Wenn man mich fragen sollte, auf Grund welcher Verdienste ich hinein kommen möchte, werde ich antworten, dass ich meiner Sukkah immer auch Verstoßene auf dieser Erde empfangen hatte“.</p>



<p><strong>Die <a href="https://judentum.online/was-ist-heiligkeit-im-judentum/">Heiligkeit</a> der alles umfassenden Stille</strong></p>



<p>Wir sitzen in einer Hütte. Wir landen mitten in der Natur. Das Dach der Sukkah besteht aus lauter Natürlichem. Das Dach ist etwas offen. Wenn wir nach oben schauen, sehen wir die Sterne. Hier herrscht die Heiligkeit der alles umfassenden Ruhe, d.h. es ist still oder ruhig. Die spirituelle, ewige Verbindung zwischen allen Aspekten eines jeden Geschöpfes in diesem Universum heißt die Heiligkeit der Stille.</p>



<p><strong>Universalismus und Partikularismus stoßen oft auf einander</strong>. Dieses geht nicht anders, es sei denn, wir konzentrieren uns auf die Heiligkeit der Stille. Die universelle Größe kann in ein ganz einfaches Ritual ein fließen, in ein Wort des Gebetes oder der Thorah. In selbst den kleinsten Einzelheiten des Jüdischen Gesetzes kann die G“ttliche Größe zusammengebündelt werden, in einem unerheblichen Phänomen wie ein Fleckchen auf dem Etrog, so unsere Weisen.</p>



<p>Die Thorah umfasst jedes Wesen, jedes Empfinden, jeden Gedanken, jedes Geräusch, allen aus der Schöpfung. Dieses ist die wirkliche Freude der <a href="https://judentum.online/tora-wichtiges-basiswissen/">Tora</a>, der &nbsp;Tora an Sukkoth, wo sich Platz befindet für rein und unrein, für gut und weniger gut, für Israel und für die Völker, für den Etrog ( stellt die Gelehrten dar) und für die Bachweide (den Einfachen), für die Sterne und für die Erde hier unten.</p>



<p>Die Sukkah lehrt, dass die Thorah das Universelle und das Persönliche wunderbar vereinigt. Durch die spezifische Bauweise und Struktur des Sukkah-Gebäudes und den Platz, die das Sechach (die Abdeckung der Laubhütte) frei gibt, können wir die Sterne erreichen!</p>



<p><strong>Eine zu hohe Sukkah</strong></p>



<p>Der Talmud erklärt gemäß des Passuks (Verses): „Damit Euere (künftigen) Generationen wissen sollen, dass ICH die Israeliten in Sukkoth (Hütten) habe wohnen lassen, damals, als ICH sie aus Ägypten hinausführte“ (Vajikra/Lev. 23:43), dass nur jemand, der in einer Sukkah (einer Laubhütte) sitzt, die niedriger als 20 Ellen (10 Meter) ist, seine Mitzwa (seine Pflicht) erfüllt, aber wenn man in einer Sukkah sitzt, die höher als 20 Ellen (10 Meter) ist, seine Mitzwa nicht erfüllt. Aber weshalb nicht? Wir könnten eventuell meinen, wenn man in einer zu hohen Sukkah sitzt, wir nicht wüssten, dass wir in einer Sukkah sitzen!</p>



<p><strong>Besondere Größenordnung</strong></p>



<p><strong>&nbsp;</strong>Bekanntlich handelt es sich um eine besondere Größenordnung des Bewusstseins. Wenn das Sechach (die Abdeckung aus Laub) sich außerhalb unseres Gesichtsfeldes befindet, vermissen wir die besondere Größenordnung des physischen Betrachtens.</p>



<p><strong>es handelt sich hierbei um ein sehr genaues Verstehen</strong></p>



<p>Dasselbe gilt für den Passuk (den Vers): „Ihr werdet es heute wissen und es Euch zu Herzen nehmen, dass &nbsp;HaSchem (G“tt) im Himmel oben und unten auf der Erde ist“ (Deut. 4:39). Auch hier wird das Verb „wissen“ für unser Bewusstsein verwendet. Unsere Weisen (Chasal) erklären uns, dass es sich hierbei um ein sehr genaues Verstehen handelt, dass der physischen Wahrnehmung gleichkommt. Dieses wird in der traditionellen Literatur mit „Ejmuna Chuschit“ bezeichnet, ein Glaube zum Anfassen.</p>



<p><strong>andauernd mit dem Allmächtigen im Gespräch&nbsp;</strong></p>



<p>Obwohl jeder Weltenbürger betrachtet wird, dass er an G“tt glaubt – dieses ist eines der sieben universellen Noachidischen Gebote – gilt für Am Jisraejl, dass unser Glaube so stark sei, dass wir wie selbstverständlich andauernd mit dem Allmächtigen im Gespräch sind. Es ist das Gefühl, mit jedem Wort, dass wir äußern, tatsächlich direkt vor G“tt zu stehen. Wenn wir die Beracha „Ascher Jatsar“ sprechen, sollten wir von der Tatsache durchdrungen sein, dass &nbsp;HaSchem uns bei allen körperlichen Funktionen unterstützt. Wir begreifen, dass &nbsp;HaSchem jeden Moment in unserer Nähe ist.</p>



<p><strong>Hütten oder Wolken der G“ttlichen Herrlichkeit</strong></p>



<p>Die Sukkah ist einzigartig durch die Tatsache, dass sie eine der wenigen Mitzwot (Gebote) ist, in die der gesamte Mensch hinein geht. Sie symbolisiert die Erkenntnis, dass &nbsp;HaSchem unser täglicher Partner ist. Diese feste Überzeugung wird in einem Meinungsaustausch im Traktat Sukkah (11b) angedeutet. Rabbi Eliejser sagt, dass das Wort Sukkoth (Laubhütten) die Wolken der G“ttlichen Herrlichkeit seien, mit denen <a href="https://judentum.online/was-ist-der-name-von-gott-im-judentum/">HaSchem</a> unsere Vorfahren in der Wüste umhüllte, so dass sie gegen die Hitze und gegen die Sonne geschützt waren.</p>



<p>Aber Rabbi Akiva meinte, dass es richtige Hütten waren, die die Juden für sich selbst als Schutz gegen die Sonne, wenn sie irgendwo lagerten, fertigten.</p>



<p>Die Halacha (das Jüdische Gesetz) folgt der Meinung von Rabbi Eliejser. Die Wolken der G“ttlichen Majestät begleiten uns im Grunde genommen immer und überall, 24/7!</p>



<p><strong>Alljährliche (spirituelle) Reinigung führt zur Flexibilität und Ausdauer</strong></p>



<p>Die läuternde Wirkung der sich rundum befindende Schechina führt zur großen Freude an Sukkoth, Seman Simchatejnu, der Zeit unserer Freude. Die zusätzliche Freude ist eine Folge der Loslösung von unseren schlimmen Sünden während der Hohen Feiertagen (vergleiche Sukkah 53a und Rambam Lulav 8:12).</p>



<p><strong>Geheimnis der spirituellen Reinigung</strong></p>



<p>Es gibt keine größere Freude, als wenn man nicht über das Ziel hinaus schießt oder wenn man irgendwann tatsächlich darüber hinaus geschossen hat, hierfür Vergebung zu erlangen. Mark Twain, ein bekannter englischer Schriftsteller, wunderte sich über die Ewigkeit von Am Jisraejl. Diese hat als Geheimnis die spirituelle Reinigung, der wir uns während Rosch Haschana und Jom Kippur unterziehen.</p>



<p>Aber wir benötigen mehr für die wirkliche Simchat Thora, für die echte Freude mit dem Gesetz. An Simchat Thora beenden wir die Lesung der Thora. Wir lesen die letzten Teile des Fünften Buches der Thora vor, <a href="https://judentum.online/torah-online-buch-5-dewarim-ganz/">Dewarim</a> (Deuteronomium).</p>



<p>&nbsp;<strong>G“tt dankte Mosche für das Zerbrechen der Luchot</strong></p>



<p>Am Ende des Buches Dewarim dankte Mosche G“tt für das Zerbrechen der Luchot, der Steinernen Tafeln. HaSchem (G“tt) gab ihm ein Schkoijch (einen Dank) für etwas, dass für Mosche sehr schwer war. Vielleicht war das wohl die schwierigste Aufgabe für Mosche Rabbejnu: das Zerschmettern der Steinernen Tafeln. Aber gerade, in dem er die Tafeln zerbrach, entstieg er seinen irdischen Einschränkungen und zeigte, was das Judentum wirklich für ihn bedeutete. Auch für uns ist das eine Lehre. Mosche entschied: „Götzendienst ist absolut verkehrt!“. Mosche war bereit, sein großes Lebensprojekt, die Thora, in kleinste Teilchen zu zersplittern, diese weg zu werfen und vollständig aufs Neue an zu fangen.</p>



<p><strong>Was war geschehen?</strong></p>



<p><strong>Schneller Abstieg</strong></p>



<p>Mosche zerbrach die Tafeln, als das Volk um das Goldene Kalb tanzte. Wie war es möglich, dass das Volk so kurz nach den großen Wundern während und nach dem Auszug aus Ägypten wieder dem Götzendienst anheimfallen konnte? Bekanntlich können selbst die größten Wunder nicht die menschlichen Vorgehensweisen verändern. Es kostet viel Zeit und Mühe, alte Gewohnheiten und Aberglauben ab zu gewöhnen und neue Umgangsformen und Umgangsnormen einziehen zu lassen. Während <a href="https://judentum.online/raschi-kommentare-ganze-tora-online-deutsch/">Raschi</a> meinte, dass das Goldene Kalb tatsächlich Götzendienst gewesen sei, behaupten die meisten Erklärer jedoch, dass diese nicht der Fall gewesen sei. Dieses erklärt, weshalb es relativ so wenige Opfer gegeben hatte. Aber was war dann wohl zu Gange? Rav J. Nachschoni nennt verschiedene Überlegungen.</p>



<p><strong>Die Stelle der Fokussierung</strong></p>



<p>Laut Rabbi Jehuda Halevi (13. Jh.) war das Goldene Kalb nicht tatsächlicher Götzendienst. Das Volk suchte eigentlich mehr eine Stelle, auf der es sich selbst konzentrieren konnte. Die Gebete und Opferungen würden auf G“tt ausgerichtet bleiben, aber hierbei suchte man auch eine irdische Bezogenheit, einen physischen Fokus, auf den man sich konzentrieren konnte. Das Volk konnte sich nur an einer bestimmten Stelle oder bei einer konkreten Form konzentrieren, da das G“ttliche in der Welt ihm zu abstrakt war. Deshalb meinten die Hersteller des Goldenen Kalbes, dass sie etwas zum Anfassen haben sollten, um ihre Gefühle darauf auszurichten. Heutzutage spricht dieser Wunsch uns nicht mehr so an, da die Art unserer Begriffe sich geändert hat. Jedoch sind wir gegenwärtig auch noch nicht geistig gefestigt. Auch wir richten unsere Gebete zum Himmel, obwohl das nur ein materielles Phänomen ist.</p>



<p>&nbsp;<strong>Das Verbot des Abbildes</strong></p>



<p>Das Goldene Kalb war nicht so sehr eine Erhebung gegen G“tt, sondern eher eine Nicht-Befolgung des Verbotes, ein Abbild zu schaffen. Die Juden wussten über die Cherubinen auf dem Aaron HaKodesch – der Heiligen Lade- im Allerheiligsten Raum des Mischkan (des Tebernakels) Bescheid und glaubten deshalb, dass es auch gestattet sei, selber ein Bild zu machen. Aharon schien dem Wunsch des Volkes ein Wenig zu entsprechen.</p>



<p><strong>blieben ihre Absichten immer auf G“tt ausgerichtet?</strong></p>



<p>Nicht weil er befürchtete, sich selbst zu verschieben und zur Not für den Glauben zu sterben – Götzendienst ist nun mal EINE der drei Hauptsünden, für die man sein Leben lassen muss – aber da er den Wunsch des Volkes verspürte, den G“ttesdienst zu konkretisieren und mehr zum Anfassen zu gestalten, dieses nicht als ein unmögliches Handycap betrachtete. Ihr Herz und ihre Absichten blieben immer auf G“tt ausgerichtet. Deshalb sprach Aharon auch: „Morgen gibt es ein Fest für &nbsp;HaSchem!“. Inhaltlich würde das Judentum gleichbleiben.</p>



<p><strong>Entartung der Religion &nbsp;</strong></p>



<p>Laut Ibn Esra (12. Jh.) befand sich der Irrtum hauptsächlich in der Tatsache, dass auf diese Weise die Türe für Schwächlinge geöffnet wurde, die den Unterschied zwischen Form und Inhalt nicht erkennen konnten. Das Abbild würde so zu G“tt werden. Die Gefahr befand sich in der Entartung der Religion, in der bildlichen Darstellung des G“ttlichen.</p>



<p><strong>Kombination von Form und Inhalt</strong></p>



<p>Eine wichtige Lehre für unsere Zeit. Auch wir neigen dazu, Äußerlichkeiten zu viel Wert zu verleihen – als ob das wahre Judentum davon abhängig sei.&nbsp; G“tt möchte das Herz – obwohl bestimmte Vorgaben mit konkreten Inhalten vorgeschrieben bleiben. Die Kombination von Form und Inhalt, das ist das Judentum! &nbsp;</p>

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