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	<description>Jüdisch Leben nach Torah und Gesetz</description>
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		<title>Beha’alotcha: Wie echtes Licht weitergegeben wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oskar Baruch Baraev]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 08:20:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie echtes Licht weitergegeben wird Paraschat Beha’alotcha beginnt mit einem scheinbar technischen Detail: Aharon HaKohen soll die Lichter der Menora entzünden. Doch schon das Wort Beha’alotcha zeigt, dass es hier um mehr geht als um das bloße Anzünden einer Flamme. Wörtlich bedeutet es nicht einfach „wenn du anzündest“, sondern eher: wenn du die Flammen aufsteigen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie echtes Licht weitergegeben wird</h2>
<p>Paraschat Beha’alotcha beginnt mit einem scheinbar technischen Detail: Aharon HaKohen soll die Lichter der Menora entzünden. Doch schon das Wort Beha’alotcha zeigt, dass es hier um mehr geht als um das bloße Anzünden einer Flamme.</p>
<p>Wörtlich bedeutet es nicht einfach „wenn du anzündest“, sondern eher: <strong>wenn du die Flammen aufsteigen lässt.</strong> Aharons Aufgabe war nicht nur, Feuer an den Docht zu bringen. Er sollte die Flamme so entzünden, dass sie von selbst weiterbrennt.</p>
<p>Darin liegt eine der tiefsten Lehren dieser Parascha:<br />
Echtes Licht ist nicht abhängig von ständiger Kontrolle von außen. Echtes Licht beginnt irgendwann von innen zu brennen.</p>
<p>Das gilt nicht nur für die Menora im Mischkan. Es gilt auch für Erziehung, geistige Führung, Familie, Gemeinde und jedes jüdische Leben.</p>
<h3>Entzünden statt kontrollieren</h3>
<p>Eine der größten Fragen im <strong>Chinuch</strong>, der jüdischen Erziehung, lautet: Wie bringt man einen Menschen dazu, das Gute wirklich zu wollen?</p>
<p>Man kann Menschen kontrollieren. Man kann Druck ausüben, überwachen, drohen und ständig korrigieren. Aber dadurch entsteht selten echtes inneres Licht. Es entsteht vielleicht Gehorsam — solange jemand zuschaut. Sobald die Kontrolle wegfällt, verschwindet oft auch das Verhalten.</p>
<p>Rav Yehuda Zev Klein formulierte dazu einen sehr starken Gedanken: <strong>Sei ein Verkäufer, nicht ein Polizist.</strong></p>
<p>Ein Polizist sorgt dafür, dass Regeln eingehalten werden, solange er anwesend ist. Ein Verkäufer dagegen zeigt dem anderen, wieso etwas wertvoll ist. Er vermittelt Geschmack, Sinn und Schönheit.</p>
<p>So funktioniert echter Chinuch. Kinder, Schüler und Menschen allgemein brauchen nicht nur Anweisungen. Sie brauchen Vorbilder. Sie müssen sehen, dass Tora nicht nur gefordert, sondern gelebt wird; dass Mitzwot nicht nur Pflichten sind, sondern Licht; dass Jiddischkeit nicht nur aus Verboten besteht, sondern aus Nähe zu Hashem, Würde, Freude und innerer Wahrheit.</p>
<p>Wenn ein Kind sieht, dass seine Eltern mit Wärme beten, mit Freude Schabbat halten, ehrlich mit Menschen umgehen und Tora nicht nur predigen, sondern leben, dann wird etwas in ihm entzündet. Vielleicht nicht sofort. Vielleicht erst Jahre später. Aber eine echte Flamme wurde berührt.</p>
<p>Darum beginnt Beha’alotcha mit der Menora: Wer andere entzünden will, muss selbst brennen.</p>
<h3>Das tägliche Licht Aharons</h3>
<p>Direkt vor Paraschat Beha’alotcha lesen wir von den Opfergaben der Fürsten der zwölf Stämme. Jeder <strong>Nasi</strong>, jeder Fürst, brachte sein besonderes <strong>Korban</strong>, sein Opfer. Es war ein großer, feierlicher und einmaliger Moment.</p>
<p>Aharon hingegen bekam eine andere Aufgabe: Er durfte jeden Tag die Menora entzünden.</p>
<p>Auf den ersten Blick scheint das weniger spektakulär. Die Fürsten brachten große Opfergaben — öffentlich, feierlich und einmalig. Aharon stand Tag für Tag vor der Menora und entzündete die Lichter.</p>
<p>Doch gerade darin lag seine besondere Größe.</p>
<p>Ein einmaliger Moment kann sehr erhebend sein: ein inspirierender Schabbat, ein besonderer Shiur, ein ergreifendes Gebet, ein starker Impuls. All das kann einen Menschen berühren. Aber jüdisches Leben wird nicht nur durch Höhepunkte aufgebaut. Es entsteht vor allem durch Beständigkeit.</p>
<p>Aharons Verdienst war das tägliche Licht. Nicht einmal begeistert sein, sondern immer wieder entzünden. Nicht nur in besonderen Momenten Hashem spüren, sondern Tag für Tag.</p>
<p>Auch unser Leben besteht aus solchen Menora-Momenten: ein Gebet, obwohl man müde ist; eine Mitzwa, obwohl niemand zusieht; ein paar Minuten Tora-Lernen, obwohl der Tag voll ist; ein freundliches Wort, obwohl man selbst belastet ist.</p>
<p>Dort entsteht Licht.</p>
<h3>Drei Tage ohne Tora</h3>
<p>Später in der Parascha verlässt das Volk Israel den <strong>Har Sinai</strong>. Fast ein ganzes Jahr waren sie dort gewesen. Sie hatten die Tora empfangen, das Mischkan gebaut und eine Nähe zu Hashem erlebt, wie sie keine Generation zuvor kannte.</p>
<p>Dann erhebt sich die Wolke vom Mischkan, und das Volk zieht weiter. Die Tora berichtet, dass sie drei Tage unterwegs waren.</p>
<p>Und sofort beginnen die Beschwerden.</p>
<p>Die Reise ist schwer. Die Stimmung kippt. Aus einer Generation, die am Sinai stand, wird eine Generation, die sich nach Fleisch, Gurken und Wassermelonen sehnt.</p>
<p>Wie kann das passieren?</p>
<p>Der Maharsha erklärt: Diese drei Tage ohne Tora führten dazu, dass das Volk seine geistige Perspektive verlor. Daraus leitet sich auch der Gedanke ab, dass wir die Tora am Montag, Donnerstag und Schabbat lesen, damit niemals drei Tage ohne öffentliche Toralesung vergehen.</p>
<p>Das ist eine gewaltige Lehre über den Menschen.</p>
<p>Man kann am Sinai stehen und trotzdem nach drei Tagen ohne geistige Nahrung innerlich abrutschen. Nicht weil alles verschwunden ist, sondern weil der Mensch Beständigkeit braucht. Inspiration allein reicht nicht. Licht muss genährt werden.</p>
<p>Viele Menschen wundern sich, wieso sie nach einem starken Moment wieder fallen: nach einem Feiertag, nach einem Seminar, nach einem bewegenden Gebet, nach einem guten Vorsatz. Die Antwort ist oft einfach: Die Flamme wurde entzündet, aber nicht weiter versorgt.</p>
<p>Tora ist nicht nur Information. Tora ist Orientierung. Wenn ein Mensch regelmäßig Tora lernt, richtet sich sein Blick neu aus. Er erinnert sich daran, was wirklich wichtig ist, wofür er lebt und welche Beschwerden nicht die Mitte seines Lebens verdienen.</p>
<p>Ohne diese Regelmäßigkeit wird der Mensch schnell von Stimmung, Verlangen und Unzufriedenheit bestimmt. Mit Tora bekommt er wieder Perspektive.</p>
<p>Das ist die Verbindung zur Menora: Eine Flamme braucht Öl. Eine Neschama braucht Tora.</p>
<h3>Wenn sogar Mosche Rabbejnu nicht mehr kann</h3>
<p>Die Beschwerden des Volkes treffen Mosche Rabbejnu tief. An einem Punkt sagt er zu Hashem sinngemäß: Ich kann dieses Volk nicht allein tragen. Wenn es so weitergeht, nimm mich lieber aus dieser Welt.</p>
<p>Das ist erschütternd. Mosche Rabbejnu, der größte Prophet und der treueste Hirte Israels, kommt an einen Punkt, an dem er nicht mehr weiterkann.</p>
<p>Wieso gerade hier?</p>
<p>Mosche hatte das Volk aus Mizrajim geführt. Er hatte sie durch das Meer begleitet. Er war auf den Har Sinai gestiegen. Er hatte nach dem Goldenen Kalb für sie gebetet. Er hatte ihnen die Tora gebracht. Er hatte das Mischkan errichtet.</p>
<p>Und jetzt, nach all dem, beschweren sie sich wegen Essen.</p>
<p>Vielleicht dachte Mosche: Nach allem, was sie erlebt haben — haben sie sich wirklich nicht verändert? Habe ich überhaupt etwas erreicht?</p>
<p>Das ist eine der schwersten Erfahrungen für jeden, der andere führt oder erzieht. Eltern kennen das. Lehrer kennen das. Rabbiner kennen das. Jeder, der versucht, Menschen zu helfen, kennt diesen Gedanken: Ich gebe so viel — aber sehe ich überhaupt Erfolg?</p>
<p>Hashem antwortet Mosche nicht mit einer langen Rede. Er sagt ihm, siebzig Älteste zu versammeln. Hashem nimmt von dem Geist, der auf Mosche ruht, und gibt ihn auf diese siebzig Männer. Sie beginnen zu prophezeien.</p>
<p>Damit zeigt Hashem Mosche etwas Entscheidendes: Dein Licht ist nicht verloren. Es ist in andere übergegangen.</p>
<p>Mosche sah Beschwerden. Hashem zeigte ihm Propheten.</p>
<p>Mosche sah sein Scheitern. Hashem zeigte ihm seine Wirkung.</p>
<p>Das ist eine tiefe Lehre. Erfolg im Geistigen ist nicht immer sofort sichtbar. Manchmal spricht man jahrelang, erzieht jahrelang, gibt jahrelang — und sieht vor allem Widerstand, Müdigkeit oder Beschwerden. Aber irgendwo hat sich eine Flamme entzündet. Irgendwo trägt jemand weiter, was er empfangen hat.</p>
<p>Wer Licht gibt, darf nicht nur auf den Moment schauen. Er muss vertrauen, dass echtes Licht weiterwirkt.</p>
<h3>Demut: Der Ort, an dem Licht durchgeht</h3>
<p>Am Ende der Parascha spricht Miriam über Mosche. Der genaue Inhalt ist tief und sensibel, aber die Reaktion der Tora ist auffällig: Mosche verteidigt sich nicht. Stattdessen sagt die Tora:</p>
<p><em>„Der Mann Mosche war sehr demütig, mehr als jeder Mensch auf der Erde.“</em></p>
<p>Wieso steht diese Aussage gerade hier?</p>
<p>Weil Mosches Größe nicht nur in seiner Prophetie lag, sondern in seiner Demut. Er war nicht damit beschäftigt, seine Ehre zu verteidigen. Er musste nicht beweisen, dass er recht hatte. Er wusste: Seine Aufgabe war nicht, sich selbst groß zu machen, sondern Hashems Wort weiterzugeben.</p>
<p>Darum verteidigt Hashem ihn.</p>
<p>Mosches Demut war keine Schwäche. Sie war seine Kraft. Gerade weil sein Ego nicht im Mittelpunkt stand, konnte er führen. Er konnte Verantwortung tragen, aber auch Verantwortung abgeben. Er konnte der größte Prophet sein und trotzdem wünschen, dass andere ebenfalls prophetische Stufen erreichen.</p>
<p>Als Eldad und Medad im Lager prophezeien, möchte Jehoschua sie stoppen. Mosche antwortet:</p>
<p><em>„Eiferst du für mich? Möge doch das ganze Volk Hashems Propheten sein!“</em></p>
<p>Das ist echte Größe. Ein kleiner Mensch fühlt sich bedroht, wenn andere wachsen. Ein großer Mensch freut sich, wenn andere leuchten.</p>
<p>Damit schließt sich der Kreis zur Menora. Aharon entzündet die Lichter nicht, damit man Aharon bewundert. Er entzündet sie, damit sie selbst brennen. Mosche führt das Volk nicht, damit alles an ihm hängt. Er führt, damit andere wachsen.</p>
<p>Das ist wahre Führung: Menschen nicht abhängig machen, sondern sie aufrichten. Nicht das eigene Licht schützen, sondern Licht weitergeben.</p>
<h3>Tora ohne Ego</h3>
<p>Der Rambam lehrt, dass man bei den meisten Middot den Mittelweg suchen soll. Ein Mensch soll nicht extrem geizig und nicht verschwenderisch sein, nicht gleichgültig und nicht überempfindlich. Doch bei gewissen Eigenschaften, besonders bei Hochmut, muss man sich sehr weit entfernen. Demut ist nicht einfach eine schöne zusätzliche Eigenschaft. Sie ist eine Grundlage dafür, dass Tora im Menschen wohnen kann.</p>
<p>Denn Tora und Ego passen schwer zusammen.</p>
<p>Ein Mensch kann viel wissen und trotzdem wenig Licht ausstrahlen. Er kann gelehrt sein und trotzdem andere klein machen. Er kann recht haben und dennoch keinen Segen bringen.</p>
<p>Mosche zeigt das Gegenteil: Je größer die Tora, desto kleiner das Ego. Je näher ein Mensch Hashem ist, desto weniger muss er sich selbst in den Mittelpunkt stellen.</p>
<p>Das ist auch die Antwort auf die Beschwerden des Volkes. Beschwerde entsteht oft dort, wo das Ich zu groß wird: mein Hunger, mein Wunsch, mein Komfort, meine Ehre. Demut bedeutet nicht, keine Bedürfnisse zu haben. Aber sie bedeutet, dass das eigene Ich nicht die ganze Wirklichkeit füllt.</p>
<p>Wer demütig ist, kann hören. Wer hört, kann lernen. Wer lernt, kann wachsen. Und wer wächst, kann selbst Licht weitergeben.</p>
<h3>Die Botschaft von Beha’alotcha</h3>
<p>Paraschat Beha’alotcha beginnt mit der Menora und führt uns durch Beschwerden, Erschöpfung, Prophetie und Demut. Auf den ersten Blick sind das verschiedene Themen. In Wahrheit erzählen sie eine einzige Geschichte:</p>
<h3>Wie bleibt Licht lebendig?</h3>
<p>Die Antwort lautet:</p>
<p>Durch Vorbild.<br />
Durch Beständigkeit.<br />
Durch Demut.</p>
<p>Aharon lehrt uns, dass man eine Flamme so entzünden muss, dass sie selbstständig weiterbrennt.</p>
<p>Die drei Tage ohne Tora lehren uns, dass Inspiration ohne Regelmäßigkeit schnell verblasst.</p>
<p>Mosche lehrt uns, dass man manchmal Erfolg hat, auch wenn man ihn noch nicht sieht.</p>
<p>Und seine Demut lehrt uns, dass echtes Licht nicht durch Ego weitergegeben wird, sondern durch Menschen, die bereit sind, selbst durchsichtig zu werden für etwas Größeres.</p>
<p>Das gilt für Eltern, Lehrer, Rabbiner, Freunde und jeden Menschen, der Einfluss auf andere hat.</p>
<p>Man kann ein Polizist sein und Verhalten erzwingen.<br />
Oder man kann ein Licht anzünden.</p>
<p>Beha’alotcha ruft uns zu: Entzünde Menschen so, dass sie selbst leuchten. Gib Tora so weiter, dass sie im anderen lebendig wird. Und vergiss nicht:<br />
Wer andere entzündet, bleibt selbst entzündet.</p>
<p>Denn Licht, das man teilt, wird nicht kleiner. Es wird größer.</p>
<p>Shabbat Shalom</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Oskar Baruch Baraev</p>

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			</item>
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		<title>Paraschat Nasso – wenn die Tora ins Leben hineingeht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oskar Baruch Baraev]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 13:59:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Parsha Hashavua]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn die Tora ins Leben hineingeht Paraschat Nasso ist die längste Parascha der Tora. Sie hat 176 Verse – genauso viele, wie der längste Tehillim 119 und wie der Traktat Bawa Batra Blätter hat. Auffällig ist: Nasso wird immer direkt nach Schawuot, nach Matan Tora, gelesen. Das zeigt eine schöne Botschaft: Nachdem wir die Tora [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Wenn die Tora ins Leben hineingeht</h2>
<div></div>
<div>Paraschat Nasso ist die längste Parascha der Tora. Sie hat 176 Verse – genauso viele, wie der längste Tehillim 119 und wie der Traktat Bawa Batra Blätter hat.</div>
<div></div>
<div>Auffällig ist: Nasso wird immer direkt nach Schawuot, nach Matan Tora, gelesen. Das zeigt eine schöne Botschaft: Nachdem wir die Tora empfangen haben, beginnen wir nicht mit etwas Kurzem, sondern mit der längsten Parascha. Als wollten wir sagen: Die Tora ist uns nicht zu viel. Im Gegenteil – sie ist uns lieb und wichtig. Wir wollen mehr von ihr.</div>
<div></div>
<div>In Paraschat Nasso finden wir drei Themen, die stark mit Matan Tora verbunden sind: 1. die Zählung der Levi’im, 2. Birkat Kohanim und 3. die Gesetze von Nasirut und Nedarim.</div>
<div></div>
<div>Diese drei Themen zeigen, was Tora nach Matan Tora bedeutet: Verantwortung übernehmen, Segen durch Schalom bringen und über sich selbst herrschen.</div>
<div></div>
<h3>1. Die Levi’im – nicht nur unschuldig bleiben, sondern handeln</h3>
<div></div>
<div>In Nasso werden die Levi’im gezählt und ihre Aufgaben beschrieben.</div>
<div></div>
<div>Warum wurden die Levi’im und Kohanim besonders abgesondert?</div>
<div></div>
<div>Ein Grund ist: Beim Chet HaEgel, der Sünde des Goldenen Kalbes, haben die Levi’im nicht mitgesündigt.</div>
<div></div>
<div>Doch man kann fragen: Waren sie wirklich die Einzigen, die nicht aktiv mitgesündigt haben? Wahrscheinlich gab es auch andere, die keinen Götzendienst betrieben haben.</div>
<div></div>
<div>Der Unterschied ist: Andere haben vielleicht nicht mitgemacht, aber sie haben auch nichts dagegen unternommen. Die Levi’im dagegen haben Verantwortung übernommen. Sie stellten sich zu Mosche und kämpften gegen das Goldene Kalb – sogar mit dem Schwert.</div>
<div></div>
<div>Das ist eine wichtige Lehre direkt nach Matan Tora: Es reicht nicht immer, selbst „in Ordnung“ zu sein. Die Tora verlangt manchmal, aufzustehen, Verantwortung zu übernehmen und für das Richtige zu handeln.</div>
<div></div>
<div>Tora ist nicht nur innerer Glaube. Tora bedeutet auch, im richtigen Moment aufzustehen.</div>
<div></div>
<div>Interessant ist auch: Die Levi’im werden bereits ab einem Monat gezählt, während die übrigen Bnei Jisrael erst ab zwanzig Jahren gezählt werden.</div>
<div></div>
<div>Bei den übrigen Bnei Jisrael steht, dass man sie durch den halben Schekel pro Kopf zählt. Bei den Levi’im steht diese Formulierung nicht in gleicher Weise.</div>
<div></div>
<div>Rav Chaim Grünfeld erklärt dazu eine interessante Idee:</div>
<div>Bei einem Kind unter zwanzig Jahren könnte es theoretisch besondere körperliche Fälle geben, bei denen die Frage entsteht, wie man „pro Kopf“ zählt – zum Beispiel, wenn jemand zwei Köpfe hätte. Die Gemara in Menachot diskutiert ähnliche Fragen: Auf welchen Kopf müsste so jemand Tefillin legen? Und wie viel müsste man für Pidjon HaBen geben?</div>
<div></div>
<div>Bis zwanzig Jahre gilt ein solcher Fall nicht als dauerhaft überlebensfähig. Deshalb steht bei der allgemeinen Zählung ab zwanzig Jahren „pro Kopf“. Bei den Levi’im aber, die schon ab einem Monat gezählt werden, steht diese Formulierung nicht genauso.</div>
<div></div>
<div>Die Botschaft dahinter: Die Levi’im werden nicht nur als erwachsene Kämpfer gezählt. Schon von klein auf gehören sie zu ihrer heiligen Aufgabe.</div>
<div></div>
<h3>2. Birkat Kohanim – der Segen braucht Schalom</h3>
<div></div>
<div>Ein weiteres zentrales Thema in Nasso ist Birkat Kohanim.</div>
<div></div>
<div>Die Tora sagt:</div>
<div>„Hashem segne dich und behüte dich.“</div>
<div>Das bedeutet: Hashem soll dich segnen, und dein Besitz soll bewahrt bleiben und sich vermehren.</div>
<div></div>
<div>„Hashem lasse Sein Antlitz zu dir leuchten und sei dir gnädig.“</div>
<div>Ein leuchtendes Gesicht bedeutet Nähe und Zuwendung. So wie ein Gastgeber seinem Gast nicht kalt den Rücken zukehrt, sondern ihn freundlich begleitet.</div>
<div></div>
<div>„Hashem wende Sein Antlitz zu dir und gebe dir Frieden.“</div>
<div>Der Abschluss des Segens ist Schalom. Denn der größte Behälter für Beracha ist Frieden.</div>
<div></div>
<div>Während Birkat Kohanim schauen wir nicht auf die Finger der Kohanim. Der Segen kommt durch die Finger der Kohanim, entsprechend den zehn Sefirot, zu uns.</div>
<div></div>
<div>Warum gerade durch die Kohanim?</div>
<div></div>
<div>Man könnte fragen: Wieso kommt der Segen durch Aharon und seine Nachkommen? Warum segnet Hashem nicht direkt?</div>
<div></div>
<div>Aharon hatte eine besondere Eigenschaft: Als Hashem seinen jüngeren Bruder Mosche auswählte, freute sich Aharon von ganzem Herzen. Er war nicht eifersüchtig. Er hatte keine negativen Gedanken. Er freute sich ehrlich über die Größe seines Bruders.</div>
<div></div>
<div>Das ist etwas sehr Besonderes. Bei Brüdern sehen wir in der Tora oft Spannung: Kajin und Hevel, Jischmael und Jitzchak, Esaw und Jaakow, Josef und seine Brüder.</div>
<div></div>
<div>Bei Mosche und Aharon sehen wir zum ersten Mal zwei Brüder, die wirklich glücklich miteinander sind. Aharon freut sich über Mosche. Gerade deshalb wird er zum Kanal des Segens.</div>
<div></div>
<div>Denn der größte Kli, das größte Gefäß für Beracha, ist Schalom.</div>
<div></div>
<div>Daraus lernen wir auch: Für einen anderen zu bitten, wirkt sehr stark – sogar stärker, als nur für sich selbst zu bitten. Wer einem anderen wirklich Gutes gönnt, öffnet dadurch auch für sich selbst Tore des Segens.</div>
<div></div>
<div>Nach Matan Tora ist das entscheidend: Tora darf nicht zu Streit, Hochmut oder Eifersucht führen. Wahre Tora muss Schalom vermehren.</div>
<div></div>
<h3>3. Nasirut und Neder – sich selbst verändern</h3>
<div></div>
<div>In Nasso finden wir auch die Gesetze von Nasirut und Neder, also Gelübden.</div>
<div></div>
<div>Was ist der Unterschied?</div>
<div></div>
<div>Bei einer Mitzwa gibt es meistens zwei Seiten: die Person und das Objekt.</div>
<div></div>
<div>Bei einem Neder verändert man den Status eines Objekts für sich. Zum Beispiel: Jemand verbietet sich ein bestimmtes Essen. Das Objekt wird für ihn verboten.</div>
<div></div>
<div>Beim Nasir ist es anders. Der Nasir verändert nicht nur ein Objekt, sondern sich selbst als Person. Er nimmt eine besondere Stufe an: Er trinkt keinen Wein, schneidet seine Haare nicht und meidet Tum’a.</div>
<div></div>
<div>Das Wort Nasir kann man auch mit Nezer verbinden – Krone, Fürst, König.</div>
<div></div>
<div>Der Nasir ist wie ein König, weil er seinen Yetzer Hara überwunden hat. Pirkei Avot sagt: Wer ist stark? Derjenige, der seinen Yetzer Hara bezwingt.</div>
<div></div>
<div>Das ist eine große Vorbereitung auf Matan Tora: Tora bedeutet nicht nur, viel zu wissen. Tora bedeutet, über sich selbst zu herrschen.</div>
<div></div>
<div>Ein Mensch kann viel lernen und trotzdem von seinen Trieben regiert werden. Der Nasir zeigt: Tora soll den Menschen selbst verändern.</div>
<div></div>
<div>Was war das Neue bei Matan Tora?</div>
<div></div>
<div>Man kann fragen: Was war eigentlich das Besondere an den Aseret HaDibrot? Unsere Vorväter haben die Tora doch schon vor Matan Tora gehalten. Was genau feiern wir also an Schawuot?</div>
<div></div>
<div>Eine Antwort liegt in einem besonderen Detail:</div>
<div></div>
<div>Bei Matan Tora gab es eine gewaltige Stimme – aber kein Echo.</div>
<div></div>
<div>Was ist daran besonders?</div>
<div></div>
<div>Normalerweise prallt eine Stimme an einem festen Körper ab und kommt als Echo zurück. Doch die Stimme Hashems prallte nicht ab. Sie drang in die Materie ein. Sie durchdrang die Berge, die Welt und die physische Realität.</div>
<div></div>
<div>Das bedeutet: Bei Matan Tora blieb Spiritualität nicht oben im Himmel. Die Tora drang in die materielle Welt ein.</div>
<div></div>
<div>Die Realität der Tora durchdrang den Menschen und sogar die physischsten Dinge – auch unsere Nahrung.</div>
<div></div>
<div>Darum muss man Schawuot genießen. Man soll gut essen und den Feiertag ehren. Man fastet an Schawuot nicht einmal wegen eines schlechten Traumes.</div>
<div></div>
<div>Denn genau das ist die Botschaft von Matan Tora: Auch Essen kann heilig werden. Auch das Körperliche kann Hashem dienen. Wenn wir essen, trinken und den Feiertag ehren, nehmen wir die materielle Welt und machen daraus etwas Heiliges.</div>
<div></div>
<div>Vor Matan Tora konnte Spiritualität sehr hoch sein. Nach Matan Tora kann sogar das Materielle selbst zu einem Ort für Keduscha werden.</div>
<div></div>
<div>Paraschat Nasso kommt nach Schawuot, um zu zeigen, wie Matan Tora im Leben weitergeht.</div>
<div></div>
<div>Von den Levi’im lernen wir: Tora bedeutet Verantwortung. Man darf nicht nur passiv richtig sein, sondern muss handeln, wenn es nötig ist.</div>
<div></div>
<div>Von Birkat Kohanim lernen wir: Der größte Kanal für Segen ist Schalom. Wer frei von Eifersucht ist und sich ehrlich für den anderen freut, kann Beracha weitergeben.</div>
<div></div>
<div>Von Nasirut lernen wir: Ein Mensch wird zum König, wenn er seinen Yetzer Hara beherrscht.</div>
<div></div>
<div>Und von Matan Tora lernen wir: Die Tora soll nicht nur im Kopf bleiben. Sie soll den ganzen Menschen durchdringen – Gedanken, Sprache, Beziehungen, Geld, Essen und Alltag.</div>
<div></div>
<div>Deshalb lesen wir direkt nach Schawuot die längste Parascha. Weil die Tora uns nicht zu lang ist. Sie ist uns lieb.</div>
<div></div>
<div>Und wenn Hashems Stimme am Sinai kein Echo hatte, dann deshalb, weil sie nicht zurückprallte. Sie ging hinein – in die Welt, in den Menschen und in unser Leben.</div>
<div></div>
<div>Das ist die Aufgabe nach Schawuot: Die Tora nicht nur empfangen, sondern sie in die Wirklichkeit bringen.</div>
<div></div>
<div>Shabbat shalom! <img decoding="async" class="an1" draggable="false" src="https://fonts.gstatic.com/s/e/notoemoji/17.0/1f499/72.png" alt="&#x1f499;" data-emoji="&#x1f499;" aria-label="&#x1f499;" /><img decoding="async" class="an1" draggable="false" src="https://fonts.gstatic.com/s/e/notoemoji/17.0/1f56f_fe0f/72.png" alt="&#x1f56f;" data-emoji="&#x1f56f;" aria-label="&#x1f56f;" /></div>
<div></div>
<div>Oskar Baruch Baraev</div>

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			</item>
		<item>
		<title>Parascha Haasinu: Sukkot und Simchat Tora</title>
		<link>https://judentum.online/parascha-haasinu-sukkot-und-simchat-tora/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dajan Raphael Evers]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2020 20:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Parsha Hashavua]]></category>
		<category><![CDATA[Simchat Tora]]></category>
		<category><![CDATA[Sukkot]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenabschnitt für Kinder]]></category>
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		<category><![CDATA[Buch Dewarim]]></category>
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		<category><![CDATA[Parascha der Woche fuer Kinder]]></category>
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		<category><![CDATA[SUKKOT]]></category>
		<category><![CDATA[wochenabschnitt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laubhüttenfest Mit Sukkot ziehen wir aus unseren stabilen Häusern aus. Wir wohnen in einer klapprigen Hütte. Wir verlassen unser sicheres Zuhause und tun es wie das jüdische Volk vor mehr als 3.332 Jahren. Sie waren bereit, Hashem in eine karge Wüste zu folgen. Man konnte dort überhaupt nicht leben. Es gab kein Essen und kein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://judentum.online/parascha-haasinu-sukkot-und-simchat-tora/">Parascha Haasinu: Sukkot und Simchat Tora</a> erschien zuerst auf <a href="https://judentum.online">Judentum</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Laubhüttenfest</h3>



<p>Mit Sukkot ziehen wir aus unseren stabilen Häusern aus. Wir wohnen in einer klapprigen Hütte. Wir verlassen unser sicheres Zuhause und tun es wie das jüdische Volk vor mehr als 3.332 Jahren.</p>



<p>Sie waren bereit, Hashem in eine karge Wüste zu folgen. Man konnte dort überhaupt nicht leben. Es gab kein Essen und kein Wasser.<br>Ebenso betreten wir eine Hütte, in der es nicht einfach ist zu leben. So erinnern wir uns an Jetsi&#8217;at Mitzraim.</p>



<p>Während Sukkot gibt es das Festival des Wasserschöpfens. Dies ist Simchat Bet Hasho‘eva.<br>Der Talmud, das großartige Buch, das alles über Jahadut enthält, sagt uns, dass große Chachamim während des Simchat Bet Hasho‘eva wie glückliche Kinder herumgetanzt, gesprungen und mit allen Arten von Fackeln jongliert hatten. Es war wunderbar, das zu sehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Tanz mit der Tora</h2>



<p>Simchat <a href="https://judentum.online/tora-wichtiges-basiswissen/">Tora</a> ist das größte Festival im jüdischen Jahr. In der Simchat-Tora bleibt die Tora geschlossen.<br>An einem Tag im Jahr gibt es keinen Unterschied zwischen Gelehrten und Menschen, die die Tora kaum geöffnet haben und fast nichts über die Tora wissen.</p>



<p>Mit der Tora zu tanzen ist Beinarbeit. In diesem Tanz sind wir alle gleich. Fromm und frei, nah und fern, alle sind glücklich mit der Tora, die wir auf dem Har Sinai bekommen haben. Wir tanzen mit der Tora.</p>



<p>Ein Teil des jüdischen Volks sein</p>



<p>Das machen wir mit unseren Füßen. Genau wie die Füße den Körper tragen, ohne zu verstehen warum. Ebenso tragen alle Bne Jisrael das Gebäude des Jahadut. Auch wenn wir es nicht verstehen, sind wir immer noch Teil des jüdischen Volkes.</p>



<p>Simchat Tora ist das Ende aller Jamim Tovim. All die schönen Dinge, die wir erlebten, kommen hier zusammen.</p>



<p>Die Simchat-Tora markiert auch den Beginn des neuen, normalen Arbeitsjahres.</p>



<p>All die guten Dinge, die wir während Jom tov erlebt haben, müssen wir jetzt versuchen, in der Praxis des Alltags gerecht werdend zu machen. Das ist nicht einfach.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wusstest du</h3>



<p>… Wir müssen gemäß der Tora 7 Tage in der Sukka sitzen?<br>… Außerhalb Israels werden wir 8 Tage in der Sukka sein und einige sind noch länger in der Sukka?<br>… Eine Sukka muss vier Wände und ein Strohdach haben?<br>… Die Wände können auch aus anderen Materialien und Stoffen als Holz bestehen?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Geschichte</h3>



<p>Eli: „Wusstest du, dass wir sieben Tage in Sukkah sitzen müssen, damit wir wissen, dass wir auch in Sukkot gelebt hatten, als wir Mitzraim verließen? Aber warum feiern wir eigentlich Sukkot im Herbst? War es nicht besser, Sukkot mit Pessach zu feiern? “</p>



<p>Ariella: „Warum gehen wir bloß sieben Monate nach Pesach zu unseren wackeligen Hütten? Der Unterschied ist klar. Die meisten Menschen gehen im Frühjahr zu ihren Pavillons, um sich auf den Sommer vorzubereiten. Dann ist das Wetter schön. Aber im Herbst ziehen wir in unsere Sukkot. Damit machen wir deutlich, dass wir nur in der Sukkah sind, um <a href="https://judentum.online/was-ist-der-name-von-gott-im-judentum/">Haschem</a> zu dienen. Wir tun es nicht, um die schöne Natur zu genießen. Weil es mit Sukkot nicht mehr so ​​heiß ist. Also machen wir die Mitzwa für Haschem und nicht für unsere eigene Bequemlichkeit oder Freude.“</p>



<p>Batsheva: „Wir sind in der Sukkah, obwohl es tatsächlich wieder ein bisschen kalt ist. Eigentlich hätten wir zu unserem normalen Zuhause zurückkehren sollen. Regen, Kälte und Sturm sind gleich um die Ecke. In diesem Moment gehen wir zur Sukkah. Um zu zeigen, dass wir nicht an unsere eigene Stärke glauben, sondern an die wackelige Sukkah. Um dort unseren Schutz zu suchen, weil Haschem es gesagt hat “.</p>

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		<title>Einheit in der Vielfalt und Vielfalt in der Einheit ist unser Motto!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dajan Raphael Evers]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2020 13:37:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Parsha Hashavua]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenabschnitt Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Bracha]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BERACHA Segen Devarim/Deut. 11:26 „Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch. den Segen so ihr gehorchet den Geboten des Haschem, eures G‘ttes…“. Jeder einer sucht Beracha, Segen. Manche Menschen sind bereit, weite Reisen zu unternehmen, um einen Tzaddik, einen heiligen Menschen, für eine Beracha auf zu suchen und darum zu bitten, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">BERACHA Segen</h3>



<p>Devarim/Deut. 11:26 „Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch. den Segen so ihr gehorchet den Geboten des <a href="https://judentum.online/was-ist-der-name-von-gott-im-judentum/">Haschem</a>, eures G‘ttes…“.</p>



<p>Jeder einer sucht Beracha, Segen. Manche Menschen sind bereit, weite Reisen zu unternehmen, um einen <a href="https://judentum.online/wer-gilt-im-judentum-als-zaddik-gerechter/">Tzaddik</a>, einen heiligen Menschen, für eine Beracha auf zu suchen und darum zu bitten, von dem erwartet wird, dass seine Berachot und Tefillot (Gebete) eher erhört werden.</p>



<p>Ein großer amerikanischer Rabbiner, <a href="https://judentum.online/rabbiner-rav-rabbi-rebbe-wer-ist-das/">Rabbi</a> Mosche Feinstein, schreibt, dass er oft von Menschen aufgesucht wird, die ihn bitten, für sie zu Dawwenen (beten) – um Gesundheit, um Kinder, um Erfolg auf geistigem Gebiet oder um Parnassa (Lebensunterhalt, also Einkünfte, die diesen ermöglichen). Rabbi Feinstein spendete ihnen immer einen Segen und betete für Jedermann, der ihn darum bat.</p>



<p>In seinem Responsa (Antwortenschrift) (Igrot Mosche J.D. 4:51) schreibt er, weshalb er auf jede Bitte um Segen und <a href="https://judentum.online/das-gebet/">Gebet</a> einwilligte.</p>



<p>Er entnimmt verschiedenen Episoden der <a href="https://judentum.online/tora-wichtiges-basiswissen/">Tora</a>, dass G“tt selber den Gebeten von nicht so guten Menschen zuhört: „Weshalb sollte G“tt dann nicht meinen Berachot und Tefillot zuhören?“. Rabbi Feinstein war ein bescheidener Mensch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Chodesh Elul – die Monat Elul</h3>



<p>Wir haben bereits damit begonnen, den Beginn des neuen Jahres vorzubereiten.</p>



<p>Dieses Jahr wieder kein Feuerwerk, keine Apfelklappen und Ölbälle und kein Champagner. Das ist nicht unser Minhag, Brauch.</p>



<p>Während des Monats Aw fasteten wir über die Zerstörung des Tempels in Jerusalem. Warum trauern wir auch heute noch um den Verlust des Tempels.</p>



<p>Es war unbegründeter Hass, der diese große Tragödie auslöste, die das Ende der Unabhängigkeit Israels markierte und die <a href="https://judentum.online/was-sind-jueden-ein-volk-oder-religion/">Juden</a> über die ganze Welt verteilte.</p>



<p>Dewarim/Deut. 14:1 ‘Sie sind Kinder des Hashem’</p>



<p>Wir haben eine Einheitsgemeinde und das bedeutet, dass wir alle zusammen Kinder desselben G’ttes sind.</p>



<p>Eine Einheitsgemeinde ist ein Versprechen und ein Auftrag zugleich.</p>



<p>Diese Einheit innerhalb der Jüdischen Gemeinde ist ein Schatz aus der Vergangenheit und ein Blick auf eine wunderschöne Zukunft.</p>



<p>Bruderstreitigkeiten dagegen gehören nicht zu unserem Erbe.</p>



<p>Lashon hara ist die erniedrigende, beleidigende oder schädigende Nachrede über andere Menschen. Lashon hara zerstört eine Gesellschaft.</p>



<p>Die Tora verbietet es, andere Menschen zu verhöhnen oder andere Äußerungen zu tätigen, die dem Anderen physischen, psychischen oder finanziellen Schaden zufügen.</p>



<p>Wir werden ständig gewarnt, uns gegenseitig zu helfen und einander zu unterstützen.</p>



<p>Lashon hara ist auch in jedem Fall verboten, in dem zwar die Information wahr ist, aber sie nicht öffentlich bekannt gemacht werden sollte.</p>



<p>Wenn man falsche abwertende Informationen verbreitet, dann nennt man das motsi schem ra (Verleumdung). Und das ist noch schlimmer.</p>



<p>Ein Leitprinzip unserer Gemeinde ist es immer gewesen, dass wir erkennen, verstehen und verinnerlichen, dass wir alle gemeinsam arbeiten zum Besten der jüdischen Ziele.</p>



<p>Aber &#8211; wir leben in einer nicht einfachen Zeit. Wir leben in einer Zeit der Krise, sowohl im physischen als auch im psychischen Sinne.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ist das unser Schicksal? Sind wir wirklich so schwach?</h3>



<p>In der Tora steht, dass G’tt uns nicht erwählt hat, weil wir von so großer Zahl sind. Die Tora verspricht uns im Gegenteil, dass wir immer eine sehr kleines Volk bleiben werden: “Weil sie sind die kleinsten unter den Völkern” (Dew.7:7). Das bedeutet jedoch nicht, dass wir schwach oder ängstlich sein sollen.</p>



<p>Kraft und Energie liegt oft in kleinen, fast unsichtbaren Dingen verborgen. Unsere Stärke ist nicht so sehr die Quantität &#8211; sie liegt in unserer Qualität.</p>



<p>Wir müssen an uns arbeiten, um unsere kleine Zahl durch Pflege und Ausbau dieser Qualität zu kompensieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">“Kinder sind Sie für Haschem. Macht keinen Unterschied” (14:1).</h3>



<p>Dieser schöne prägnante Satz in meinem eigenen Barmitswa-Parscha ist meine Lebensrichtschnur geworden. Leider gibt es noch viel zu tun, bis die gegenseitige Toleranz Wirklichkeit wird. Unsere Weisen wussten das schon vor 2000 Jahren.</p>



<p>Der Erste Tempel wurde aufgrund der drei wichtigsten Sünden Götzendienst, Mord und Inzest zerstört. Aber nach 70 Jahren wurde der zweite Tempel errichtet.</p>



<p>Doch auch der zweite Tempel wurde zerstört, diesmal durch den irrationalen Hass zwischen den Juden. Die Tora wurde intensiv studiert, Nächstenliebe war selbstverständlich. Und dennoch gab es viel unbegründete Eifersucht.</p>



<p>Nur der Hass ist umsonst! Aber gewinnen kann man damit nichts.</p>



<p>Nur wenn wir bereit sind einander zuzuhören und einfühlsam mit dem Anderen umzugehen, nur dann gibt es Hoffnung auf Besserung. Aber dafür ist mehr als nur der reine Glaube an G’tt nötig.</p>



<p>Wir müssen auch verstehen, dass jeder Mensch uns gleich ist, dass uns allen der g”ttliche Funke innewohnt.</p>



<p>Dabei gilt besonders: Zwischenmenschliche Differenzen unterstreichen nur die Grösse des Haschem.</p>



<p>Einheit in der Vielfalt und Vielfalt in der Einheit ist unser Motto!</p>

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		<title>Vertrauen, Durchhaltevermögen, Ewigkeitswert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dajan Raphael Evers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 17:41:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Parsha Hashavua]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenabschnitt Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Buch Dewarim]]></category>
		<category><![CDATA[dvar tora]]></category>
		<category><![CDATA[haschem]]></category>
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		<category><![CDATA[Schoftim]]></category>
		<category><![CDATA[vertrauen in g"tt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vergiss deine persönlichen Interessen „Wenn Ihr auszieht, um Krieg zu führen…und Ihr sehet…ein Volk, zahlreicher als Ihr seid, dann fürchtet Euch nicht vor denen. Denn HaSchem, G“tt, Der Euch aus Ägypten holte, ist mit Euch“ (Dewarim/Deut. 20:1). Wie kann die Tora von uns erwarten, dass wir uns im Krieg nicht fürchten, nicht Angst haben? Letztendlich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Vergiss deine persönlichen Interessen</h3>



<p>„Wenn Ihr auszieht, um Krieg zu führen…und Ihr sehet…ein Volk, zahlreicher als Ihr seid, dann fürchtet Euch nicht vor denen. Denn <a href="https://judentum.online/was-ist-der-name-von-gott-im-judentum/">HaSchem</a>, G“tt, Der Euch aus Ägypten holte, ist mit Euch“ (Dewarim/Deut. 20:1).</p>



<p>Wie kann die <a href="https://judentum.online/tora-wichtiges-basiswissen/">Tora</a> von uns erwarten, dass wir uns im Krieg nicht fürchten, nicht Angst haben? Letztendlich geht es um das Vertrauen in G“tt. Aber wie schaffen wir das?</p>



<p><a href="https://judentum.online/rabbiner-rav-rabbi-rebbe-wer-ist-das/">Rabbi</a> Aharon Halevi (12. Jahrhundert) erklärt es als eine psychologische Einstellung oder als ein psychologische Betrachtungsweise: „Vergiss deine persönlichen Interessen. Das Wohl und das Leid des gesamten Volkes hängen von deinem Mut ab. Du kämpfst für die Ehre G“ttes und für die des Jüdischen Volkes“. Wenn du – physisch oder spirituell – für ewige Werte kämpfst, ist sich Fürchten unnötig. G“tt ist dann tatsächlich bei dir.</p>



<p>Der Talmud (Berachot 60a) unterscheidet zwischen unterschiedlichen Arten von Angst. Jirat HaSchem (Furcht vor G“tt) wird meistens als Furcht oder Angst betrachtet. Dieses ist eine negative Empfindung, die uns eher abstößt, als uns näher zu HaSchem zu bringen. Jirat HaSchem übersetzen wir richtiger als „Achtung vor HaSchem“.</p>



<p>Unsere Verbindung mit HaSchem (G“tt) sollte uns inspirieren und positive Empfindungen entfachen.</p>



<p>Jirat HaSchem wird meistens verkehrt aufgefasst. Jirat HaSchem sollte zu „Awodat HaSchem“ führen, tatsächliche Verbundenheit mit G“tt, indem wir verstehen, dass wir eine Einheit bilden, dass wir alle für das eine und dasselbe Ziel kämpfen. Dieses verleiht enorm power. Motivation und Begeisterung erbringen eine große Schlagkraft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Diene G“tt mit Freude</h3>



<p>König David sagt in Tehillim (Psalmen): „Iwdu et HaSchem besimcha – diene G“tt mit Freude“. Und diese Freude ist so heftig, da sie Ewigkeitswert besitzt. Es ist Freude, die das Irdische übersteigt. Wenn wir uns einheitlich vereint vollständig für etwas einsetzen, übertrifft die Qualität die Quantität und die Anzahlen der Soldaten und der Panzer sind (zunächst) Nebensache. Das Gefühl, für etwas Überirdisches und für etwas von Ewigkeitswert zu kämpfen, lässt die Übermacht uns gegenüber verschwinden wie der Schnee in der Sonne.</p>



<p>Die Tora bietet nachstehend eine Anzahl an Beispielen, um diesem Gedanken symbolisch Kraft zur Seite zu stellen:</p>



<p>Die Tora verbietet, einen einzelnen Stein als Altar aufzustellen. Viele Steine zusammen dürfen jedoch wohl als Altar verwendet werden.</p>



<p>Symbolisch bedeutet das, dass wenn man als Einzelner vor G“tt als selbstgenügsame, „perfekte“ Person steht, die keinen anderen benötigt, dieses nicht ok ist.</p>



<p>Viele Steine zeigen auf, dass wir unsere Umwelt benötigen, um besser zu werden. Wir befinden uns auf dem Weg. Aber das angestrebte, das letzte Ziel, haben wir noch nicht erreicht. Dieses ergibt Zusammenhörigkeit und Ausdauer, im Wachstum begriffen. Wir benötigen einander, um ein höheres Ziel zu erreichen. Wenn du glaubst, du wärest perfekt, bedeutet das Stillstand und somit Rückschritt.</p>



<p>Das darauf folgende Verbot, Tiere, die einen Leibesfehler aufweisen, zu opfern, weist darauf hin, dass es bei uns um Qualität und nicht um Quantität geht. Qualität hat viel mehr Ewigkeitswert, als Quantität.</p>



<p>Die Gewissheit, dass wir für höhere und ewige Werte kämpfen, ist im Kampf die ausschließliche Motivation. Dafür stehen wir. Dann gelingt es auch.</p>

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		<title>RICHTER UND POLIZEI IM MORALISCHEN SINNE EINSTELLEN</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dajan Raphael Evers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2020 19:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Parsha Hashavua]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rechtsprechung urteilen „Richter und Polizei sollt Ihr innerhalb aller Eurer Pforten für Euch einstellen. Sie sollen das Volk mittels einer gerechten Rechtsprechung urteilen“ (Dewarim/Deut. 16:18). Auf höchster Ebene handelt es hier um Mussar, Sittlichkeit und Moralität. Unsere Sinne werden im Sprachgebrauch der Tora auch Pforten genannt. Es gibt eine Pforte (Öffnung, Sinn) für das Sehen, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Rechtsprechung urteilen</h3>



<p>„Richter und Polizei sollt Ihr innerhalb aller Eurer Pforten für Euch einstellen. Sie sollen das Volk mittels einer gerechten Rechtsprechung urteilen“ (Dewarim/Deut. 16:18). Auf höchster Ebene handelt es hier um Mussar, Sittlichkeit und Moralität. Unsere Sinne werden im Sprachgebrauch der <a href="https://judentum.online/tora-wichtiges-basiswissen/">Tora</a> auch Pforten genannt. Es gibt eine Pforte (Öffnung, Sinn) für das Sehen, eine für das Hören, eine für den Geruch, eine für das Tasten und eine für das Sprechen.</p>



<p>Über alle diese „Pforten“ hat der Mensch „Richter“ einzusetzen, die darauf achten sollten, dass er mit seinen Sinnen richtig verfährt. Die schwierigste menschliche Pforte ist sein Mund: <a href="https://judentum.online/laschon-hara-ueble-nachrede/">Laschon Hara</a> (üble Nachrede).</p>



<p><a href="https://judentum.online/rabbiner-rav-rabbi-rebbe-wer-ist-das/">Rabbi</a> Jisraejl Kagan (1838-1933) hat einunddreißig Ge-und Verbote aus der Tora schriftlich festgehalten, die man übertritt, wenn man „Laschon Hara“ zuhört und/oder spricht.</p>



<p>Ein jeder, der diese Liste liest, wird verstehen, dass die Weigerung, an „Laschon Hara“ mit zu machen oder zuzuhören, nicht nur „eigentlich“ eine gute Tat ist, sondern selbst eine der wichtigsten Gebote der Tora.</p>



<p>Ich nenne einige Beispiele:</p>



<p>„Passe auf, dass Du den Ewigen Deinen G“tt nicht vergisst“ (Dewarim/Deut. 8:11).</p>



<p>Dieses ist das Verbot zu Überheblichkeit und Arroganz. Jemand, der einen anderen lächerlich macht, wird meistens von einem Gefühl der Überheblichkeit gelenkt. Würde er sich seiner eigenen Fehler bewusst werden, würde er einen anderen sicherlich nicht verspotten. Der Talmud setzt Arroganz mit Götzendienst gleich. Eingebildete, arrogante Personen werden bei der Auferstehung der Toten nicht mitbeteiligt sein (Techijat Hametim). Die Gewichtung der Verfehlung steigt, wenn der Sprecher sein eingebildet sein steigert, indem er einen anderen heruntermacht. Unsere Weisen sagen, dass eine solche Person in der kommenden Welt keinen Anteil haben wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Räche Dich nicht an deine Volksgenossen und hege keinen Groll gegen sie“ (Wajikra/Lev. 19:18)</h3>



<p>Wenn Du aus einen bestimmten Grund auf jemandem wütend bist und aus Rache über diese Person Lachon Hara (schlecht) sprichst, dann begehst du zwei Verfehlungen, diese zwei Verbote betreffend. Darüber hinaus hast Du dann auch noch Laschon Hara gesprochen.</p>



<p>Räche Dich nicht, bedeutet: sage nicht: „Ich leihe dir mein Fahrrad nicht, da du mir gestern dein Rad nicht leihen wolltest“. Die Rache besänftigen bedeutet: das Rad ausleihen, aber in Stillem in dich darüber hineingrübeln, dass er/sie dir gestern das Rad nicht leihen wollte. Nur für die Erinnerung des Vorgefallenen machst du dich der „Rache“ schuldig. Indem du über die Person schlecht sprichst, nimmst du an der Person Rache, also machst du dich schuldig. Du bist gehalten, ja verpflichtet, den gesamten Vorfall zu vergessen.</p>



<p>Noch ein Beispiel:</p>



<p>„Du sollst einer Mehrheit nicht folgen, wann diese schlechtes tut“. (Schemot/Ex. 23:2). Wenn du dich einer Gruppe anschließt, um Laschon Hara zu hören oder zu sprechen, übertrittst du dieses Verbot.</p>



<p>„Du sollst nicht handeln, wie das Korach und seine Anhänger taten“ (Bamidbar/Num. 17:5).</p>



<p>Dieses Verbot bedeutet, dass wir nicht auf eine Meinungsverschiedenheit andauernd zurückkommen sollten (also keinen alten Kaffee wieder aufwärmen sollten). Wenn du durch Laschon Hara eine Angelegenheit fortbestehen lässt, übertrittst du dieses Verbot.</p>



<p>„Der eine sollte den anderen nicht benachteiligen“ (Wajikra/Lev. 25:17).</p>



<p>Dieser Satz verbietet uns alles zu sagen, was einen anderen beleidigt oder verärgert. Einige Beispiele könnten sein:</p>



<p>(1) Jemand an seine ehemalige Fehler zu erinnern;</p>



<p>(2) Jemand wegen seiner Familie zu beleidigen;</p>



<p>(3) Jemand wegen seines Mangels an Tora-Wissen lächerlich machen;</p>



<p>(4) Jemand wegen seines niedrigen sozialen Status beleidigen;</p>



<p>(5) Jemand bitten, eine bestimmte Frage zu beantworten, wenn du weißt, dass er diese Frage nicht beantworten kann.</p>



<p>Wenn du Laschon Hara im Beisein des Opfers erzählst, machst du dich nicht nur an Laschon Hara schuldig, sondern auch an die Nichtbeachtung des Verbots, andere zu beschämen.</p>



<p>„Du sollst deinen nächsten zurecht weisen und seinetwegen dir keine Sünde auflasten“ (Wajikra/Lev. 19:17).</p>



<p>Dieser Satz verbietet uns, andere zu beschämen, selbst wenn du jemand privat in die Schranken weist. Ermahnungen sollten taktvoll erfolgen, so dass sie keinen verletzen oder beschämen.</p>



<p>Wenn du jemand öffentlich ermahnst, also ihn zum Beispiel öffentlich bloß stellst, begehst du eine so schlimme Verfehlung, dass du dadurch deinen Anteil an der künftigen Welt verlierst (Quelle: Laschon Hara von Rabbi Seelig Pliskin)</p>

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		<title>Dürfen wir selber Richter spielen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dajan Raphael Evers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2020 18:42:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Parsha Hashavua]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenabschnitt Kommentare]]></category>
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		<category><![CDATA[dvar tora]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerechtes Recht sprechen Selbstjustiz ist verboten. In der Thora wird diesbezüglich viel Aufmerksamkeit gewidmet: „Richter und Polizei sollt Ihr innerhalb all Eurer Tore einsetzen…damit sie das Volk urteilen, indem sie gerechtes Recht sprechen“ (Devarim/Deut.16:18). Das Strafrecht in den modernen Rechtsstaaten versucht so viel wie möglich zu vermeiden, dass Menschen sich als eigenen Richter hochspielen. Wenn [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://judentum.online/duerfen-wir-selber-richter-spielen/">Dürfen wir selber Richter spielen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://judentum.online">Judentum</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Gerechtes Recht sprechen</h3>



<p>Selbstjustiz ist verboten. In der Thora wird diesbezüglich viel Aufmerksamkeit gewidmet: „Richter und Polizei sollt Ihr innerhalb all Eurer Tore einsetzen…damit sie das Volk urteilen, indem sie gerechtes Recht sprechen“ (Devarim/Deut.16:18). Das Strafrecht in den modernen Rechtsstaaten versucht so viel wie möglich zu vermeiden, dass Menschen sich als eigenen Richter hochspielen. Wenn man einen Dieb einfangen möchte, um ihn der Polizei zu überstellen, darf man das, aber man darf ihm keine Tritte verpassen. Das letztere ist verbotene Selbstjustiz.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zu subjektiv und zu emotional</h3>



<p>Einander zu denunzieren ist sicherlich auch Selbstjustiz, aber fällt (noch größtenteils) nicht unter das Deutsche Strafgesetz. In einem Rechtsstaat möchte die Obrigkeit, dass das Zusammenleben geregelt ist und anständig stattfindet. Selbstjustiz ist oft zu subjektiv und zu emotional, dass von einer ehrlichen Beurteilung die Rede sein kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Recht des Stärksten ist tabu</h3>



<p>In der Jüdischen Denkweise (vor 3332 Jahre niedergeschrieben) untersteht selbst der König dem Gesetz. Dieses ist ein deutlicher Hinweis: nimm das Recht nicht in die eigenen Hände. Spiele Dich nicht selber zum Richter auf. Das Recht des Stärksten ist bei uns tabu. Die Thora betont den Wert des Lebens, das Recht und das Gute, trotz aller Umstände.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Destabilisierung der Gesellschaft</h3>



<p>Die Abweichung von diesen Prinzipien führt zur furchtbaren, unumgänglichen Willkür und zur Destabilisierung der Gesellschaft. Wenn das Recht des Stärksten die Oberhand gewinnt, steht das Ende bevor, dann erlischt das Licht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Terrorismus</h3>



<p>Jeder Rechtsstaat gerät aus den Fugen, wenn Bürger von sich aus Rache nehmen oder meinen, das Recht in die eigenen Hände nehmen zu dürfen. Der Terrorismus ist eine andere Art der Selbstjustiz mit weitgehenden Folgen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eine Menge moralische Bedenken</h3>



<p>In den zurückliegenden Monaten wurde die Israelische Gesellschaft durch viele und sehr unterschiedliche Arten von Anschlägen aufgeschreckt. Aber das Recht in die eigenen Hände zu nehmen erbrachte eine Menge moralische Bedenken, auch wenn die Wut über die erfolgten Anschläge überschäumte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nicht auf die Ebene unserer Feinde herab lassen</h3>



<p>Die Anweisung, nicht den Richter zu spielen, ist jetzt gestärkt worden, da wir einen eigenen Staat haben. Wir dürfen uns nicht auf die Ebene unserer (terroristischen) Feinde herab lassen.</p>



<p>Die eigene Bereitschaft zu Gewalt hat mehr Auswirkung, als wir glauben. Sie tastet unsere Glaubwürdigkeit an. Und das auf vielen Ebenen: juristisch, sozial und Jüdisch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Selbstjustiz greift die Integrität des anderen an</h3>



<p>Selbst den Richter spielen greift die Integrität des anderen an. Die Anerkennung und Beachtung der Rechte und Freiheiten eines anderen hat jeder, der Rechte für sich selbst einfordert, im Auge zu behalten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Gesetzgebung ist auf Selbstbeschränkung ausgerichtet</h3>



<p>Dieses Leitprinzip wurde bereits im Talmud durch Hillel vermerkt, als er von einem Heiden gebeten wurde, die gesamte Thora (Bibel), auf EINEM Fuß stehend, zu erklären. Hillel sagte damals: „Was Du nicht möchtest, dass Dir geschieht, das tue auch einem anderen nicht an; das ist der Kern des Gesetzes &#8211; der Rest ist Beiwerk“ (B.T. <a href="https://judentum.online/was-ist-die-bedeutung-von-schabbat/">Schabbat</a> 31a). Die Gesetzgebung ist auf Selbstbeschränkung ausgerichtet. Selbstbeschränkung bedeutet oft die Empfindung für das Recht anderer, aber ist letztendlich auch Anerkennung für und Achtung vor den eigenen Rechten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Man häuft Unrecht auf Unrecht auf</h3>



<p>Essenziell ist hierbei, keinen eigenen Richter zu spielen, da Du, durch das Unrecht, das Dir angetan wurde, die Situation nicht mehr neutral überblickst, viel zu emotional (über)reagierst und somit sich Unrecht auf Unrecht aufhäuft. Selbstjustiz ergibt meistens nur rückwärtige Effekte. Der Schaden wird oft nur noch größer. Und hierbei geht es auch um den Imageschaden als Jüdischer Rechtsstaat, wie die Thora dieses anordnet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Unserer Anordnung untreu werden</h3>



<p>Für uns, <a href="https://judentum.online/was-sind-jueden-ein-volk-oder-religion/">Juden</a>, besteht auch noch ein anderes Problem. Neben dem Risiko des Image-Schadens setzen wir uns der Gefahr aus, unserer Anordnung untreu zu werden. In manchen Kreisen nennt man das „einen Chilul <a href="https://judentum.online/was-ist-der-name-von-gott-im-judentum/">HaSchem</a> machen“ (den Name G“ttes entweihen).</p>



<p>Nun erscheint das als sehr heilig – und da sagen manche Menschen, hiermit überhaupt nichts zu tun zu haben – aber es ist wichtig, hierüber mal nach zu denken: wir verurteilen Terroristen, aber unsere Nachbarn benennen ihre Straßen nach ihnen.</p>



<p>Während die ISIS ihre Widersacher ertränken, vergewaltigen, als Sklaven behandeln und enthaupten, behandeln Israelische Ärzte Verwundete aus Syrien.</p>



<p>Während ein Ayatolla seinen Weg zur Weltmacht zur Kenntnis gibt, warnen die Israelis die Welt vor der atomaren Gefahr.</p>



<p>Während ein Südafrikaner seinem aus Zimbabwe stammenden Löwen auf grausame Art hinterher jagt und tötet, entfernt das Ramat Gan Safari-Team unter Leitung vom israelischen Tierarzt Dr. Horowitz aus dem Bauch des Afrikanischen Löwen Samuni einen Tumor, so groß wie ein Tennisball und rettet so sein Leben.</p>



<p>Wir sind das Volk des Buches. Der Name G“ttes wird mit uns in Verbindung gebracht.</p>



<p>Den Terrorismus zu verherrlichen, liegt uns nicht. Würden wir das machen, würde uns das schwächen und den uns erteilten Auftrag untergraben. Wir sind dazu da, das Gute innerhalb der Menschheit an die Oberfläche zu holen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Wolf wird neben dem Schäflein liegen</h3>



<p>Jeder Mensch trägt das G“ttliche Bild in sich. Nicht umsonst sehnen wir uns nach den Messianischen Zeiten uns sprechen diesen innigsten Wunsch anlässlich jeder Ansprache und Zusammenkunft aus: alle Völker sollten endlich den Wahnsinn des Krieges einsehen. Schwerter sollten zu Pflugscharen umgeschmiedet werden, der Wolf wird neben der Ziege oder dem Schäflein liegen, die mit gebrochenem Herzen werden wieder gesund werden, die <a href="https://judentum.online/freiheit-im-judentum/">Freiheit</a> wird für alle, die gefangen sind, ausgerufen werden und diejenigen, die angekettet sind, würden losgelöst werden (Jeschaja 61:1).</p>

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		<title>Wahre und falsche Prophete</title>
		<link>https://judentum.online/wahre-und-falsche-prophete/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dajan Raphael Evers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2020 18:07:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Parsha Hashavua]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenabschnitt für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenabschnitt Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Buch Dewarim]]></category>
		<category><![CDATA[parascha]]></category>
		<category><![CDATA[Parascha der Woche fuer Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Parascha fuer Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[propheten]]></category>
		<category><![CDATA[Schoftim]]></category>
		<category><![CDATA[wochenabschnitt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Größe Haschems Angst vor Haschem hatten, als sie die Tora auf dem Berg Sinai bekamen. Haschem war so überwältigend, dass die Leute es nicht ertragen konnten. Also baten sie Moshe, mit ihnen anstelle von Haschem selbst zu sprechen. Haschem sagte dann zu Moshe: &#8220;Das ist eine gute Sache. Von nun an werde ich nicht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Die Größe Haschems</h3>



<p>Angst vor <a href="https://judentum.online/was-ist-der-name-von-gott-im-judentum/">Haschem</a> hatten, als sie die <a href="https://judentum.online/tora-wichtiges-basiswissen/">Tora</a> auf dem Berg Sinai bekamen. Haschem war so überwältigend, dass die Leute es nicht ertragen konnten. Also baten sie Moshe, mit ihnen anstelle von Haschem selbst zu sprechen. Haschem sagte dann zu Moshe: &#8220;Das ist eine gute Sache. Von nun an werde ich nicht mehr mit den Bne Jisrael selber sprechen. Ich habe keine Bedenken deswegen. Du wirst für mich mit den Bne Jisrael sprechen.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wer ist ein wahrer Prophet?</h3>



<p>Nicht jeder, der sagt, er spreche für Haschem, ist auch ein wahrer Prophet. Man müsse einen Navi erproben. Wenn ein Navi sagt, er habe mit Haschem gesprochen, sollten wir sehen, ob es wahr ist. Wenn er etwas vorhersagt und es nicht wahr wird, ist er ein falscher Prophet. Dann sollte niemand auf ihn hören. Aber wenn er ein echter Navi ist, muss man ihm zuhören. Es gibt auch Regeln für den Navi selbst. Wenn Haschem zu ihm spricht, darf er seine Prophezeiung nicht unterdrücken. Er muss tun, was Haschem ihm gesagt hat. Ein Beispiel für einen Navi, der nicht auf Haschems Befehl hörte, war Jona. Jona hörte von Haschem, dass er die Bewohner von Nineve zu warnen hat. Jona sollte sagen, dass die Stadt Nineve zerstört werden würde, wenn sie keine <a href="https://judentum.online/teschuwa/">Teschuwa</a> täten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Volk von Ninewe und Tschuwa</h3>



<p>Jona spürte, dass das Volk von Nineve Teschuwa tun würden und seine<br>Prophezeiung nicht wahr werden könnte. Er hatte Angst, dass die Leute ihn als falschen Propheten betrachten würden. Das wollte er nicht.</p>



<p>Jona spürte, dass das Volk von Nineve Teschuwa tun würden und seine<br>Prophezeiung nicht wahr werden könnte. Er hatte Angst, dass die Leute ihn als falschen Propheten betrachten würden. Das wollte er nicht.</p>



<p>Außerdem sah er, dass die Bne Jisrael nicht gleichzeitig Teschuva machten. Er befürchtete, dass wenn die Einwohner von Nineve Teschuva und die Bne Jisrael keine Teschuva machten, dies negative Auswirkungen auf die Bne Jisrael haben würde. Weil das sehr falsch ist, dass die Bne Jisrael keine Teschuva machen wollen. Wenn andere Völker Teschuva machen und die Bnee Jisrael es nicht tun, ist es noch schlimmer. Deshalb floh Jona, der auch ein Navi war, nach Anatolien. Er hoffte, dass er dann keine Neviut mehr sprechen musste.</p>



<p>Aber Haschem war sehr unzufrieden mit Jona und schickte ihn mit einem großen Fisch nach Nineve zurück. Wie Jona dachte, geschah es. Er sagte, jeder in Nineve sollte Teschuva machen. Andernfalls würde die Stadt zerstört. Alle haben Teschuva gemacht, weil sie sich sehr schlecht fühlten. Am Ende wurde die Stadt nicht zerstört. Aber niemand hielt Jona für einen falschen Propheten. Glücklicherweise! </p>



<h3 class="wp-block-heading">Wusstest du</h3>



<p>… Es gab drei Are Miklat in Israel?<br>… Es gab auch drei Are Miklat in Jordanien?<br>… An jeder Kreuzung gab es alle Arten von Verkehrszeichen, die besagten: Dies ist die Richtung des Ir Miklat?<br>… Die Are Miklat waren Städte der Levi&#8217;im?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Geschichte</h3>



<p>Eli: „Wenn jemand mit seinem Freund in einen Wald geht, um Holz zu fällen, muss er sehr vorsichtig sein, damit die Äxte nicht aus dem Hände-Griff fliegen. Denn wenn die Äxte aus dem Griff schießen, kann es vorkommen, dass eine solche Axt jemand anderen tötet. Auch wenn er versehentlich seinen Freund getötet hat, muss er dennoch zu einer Ir Miklat gehen.“</p>



<p>Ariela: „Wenn wir, G-tt behüte, versehentlich jemanden getötet haben, mussten wir früher zu einer Ir Miklat gehen. Wir waren im Ir Miklat in Sicherheit, weil die Bluträcher kein Recht hatten, jemanden dort zu töten. Wir wurden im Ir Miklat beschützt. Im Ir Miklat waren wir gut aufgehoben. Weil man dort als Mörder warten musste, bis der Kohen Gadol starb. Die Mutter des Kohen Gadol war natürlich nicht glücklich mit all den Menschen, die den ganzen Tag in einem solchen Ir Miklat daventen (baten), dass der Kohen Gadol sterben sollte. Deshalb hat sie immer leckere Kuchen für alle Menschen gebacken, die wegen Totschlags dorthin geflohen sind.“</p>



<p>Batsheva: „Sie durften nur in eine Zufluchtsstadt gehen, wenn jemand versehentlich jemanden getötet hatte, zum Beispiel beim Holzhacken im Wald. Aber wenn man jemanden hasste und aus Versehen nicht so zufällig sowas geschah, konnte man nicht in eine solche Stadt der Zuflucht gehen. Selbst wenn man zu einem solchen Ir Miklat geflohen war, wurde man herausgebracht wenn man sich des vorsätzlichen Mordes schuldig gemacht hat.</p>



<p>Dann musste man auf sich selbst aufpassen. Die Tora zeigt deutlich, dass man es sehr wichtig findet, dass die Menschen sehr darauf achten, nicht versehentlich jemand anderen zu töten. Könnet ihr euch vorstellen, wie wichtig es ist, dass Menschen hinter dem Lenkrad darauf achten, niemanden zu überfahren? Wir wissen selbst, dass sich ein Unfall an jeder kleinen Ecke befindet. Deshalb müssen wir überall sehr vorsichtig sein, um uns nicht gegenseitig zu verletzen oder zu schlagen. Sei also ein Gentleman im Verkehr und sonst auch!“</p>

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		<title>Segen erhalten wir, wenn wir die Tora beachten</title>
		<link>https://judentum.online/segen-erhalten-wir-wenn-wir-die-tora-beachten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dajan Raphael Evers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2020 17:27:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Parsha Hashavua]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenabschnitt Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Bracha]]></category>
		<category><![CDATA[Buch Dewarim]]></category>
		<category><![CDATA[dvar tora]]></category>
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		<category><![CDATA[Volk Israel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Mikdasch wird er Fokus des spirituellen Lebens Der erste Teil dieser Parascha, zu dem wir den Kohen aufrufen (11:26-12:10), hat folgenden Inhalt: Segen erhalten wir, wenn wir die Mitzwot beachten und Fluch, wenn wir sie von uns weisen. Dieser Gedanke wird von Jehoschu’a bei den Bergen Gerisim und dem Berg Ewal wiederholt werden. Götzenbildnisse [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Das Mikdasch wird er Fokus des spirituellen Lebens</h3>



<p>Der erste Teil dieser Parascha, zu dem wir den Kohen aufrufen (11:26-12:10), hat folgenden Inhalt: Segen erhalten wir, wenn wir die Mitzwot beachten und Fluch, wenn wir sie von uns weisen. Dieser Gedanke wird von Jehoschu’a bei den Bergen Gerisim und dem Berg Ewal wiederholt werden. Götzenbildnisse und Tempel sollen vernichtet werden. Dasselbe sollen wir nicht G“tt antun, was bedeutet, dass wir unsere Synagogen in Ehre zu halten haben und den Namen G“ttes nicht ausradieren dürfen. Das Mikdasch (der Tempel) wird der Fokus des spirituellen Lebens. Alle Opfer dürfen nur dort erbracht werden. Alle geheiligte Nahrungssorten (wie das zweite Zehntel und Früchte des vierten Jahres) sollen in Jerusalem gegessen werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Einzahl und Mehrzahl</h3>



<p>Re’eh steht in der Einzahl. Aber der Passuk wird in der Mehrzahl fortgesetzt: lifnejchem (für Euch). Der Kli Jakar verknüft diesen „switch“ mit der berühmten Ma’amar Chasal (Aussage unserer Weisen), dass „wir zu allen Zeiten die Welt mit unserem geistigen Auge betrachten sollten, ob diese genau im Gleichgewicht sei, zur Hälfte Sechujot – Verdienste – und zur anderen Hälfte Awonot (Aweres)“ (B.T. Kidduschin 40b).</p>



<p>Im Eröffnungspassuk wir der Einzelne auf seine Verantwortung für den Klal – die Gesamtheit der Gemeinschaft – angesprochen. Unsere privaten Angelegenheiten betreffen im Grunde genommen jeden. Dieser Gedanke wird gerade hier betont, da wir so sofort zur Mitzwa von Har Gerisim und Har Ewal hinüber wechseln, wo „gesamt Israel für einander verantwortlich wurde“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gesamt Israel ist für einander verantwortlich</h3>



<p>Alles, was die Toora hier propagiert, widerspricht den Normen und Werten der uns umgebenden Kultur. Im Allgemeinen besagt unsere Umwelt, dass was jeder privat macht, er oder sie mit sich selbst aus zu machen hat. Das geht niemand anderem etwas an. So ist es mittlerweile selbst gesetzlich geregelt. In einem Multi-Kulturellen Zusammenleben ist das ohne weiteres zu verstehen, wo Hunderte sehr auseinander driftende Lebensansichten auf einigen Tausend Quadratkilometern zusehen müssen, wie sie ohne größere Probleme zusammen den Alltag schaffen. Das Jüdische Volk jedoch wird als eine viel größere, bildende Einheit wahr genommen, da es eine geteilte Lebensanschauung und ein gemeinschaftliches Ziel hat.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Heute lege ICH Euch den Segen und den Fluch vor</h3>



<p>Und was bedeutet das Wort „Hajom“ – heute lege ICH Euch den Segen und den Fluch vor? <a href="https://judentum.online/was-ist-der-name-von-gott-im-judentum/">HaSchem</a> gab Am Israel genügend Bedenkzeit, bevor sie die hoch stehende gegenseitige Verantwortung auf sich in Eretz Israel nehmen würden. Ganz freiwillig haben wir das alles angenommen: weder übereilt noch unüberlegt. Dieses deutet auf ein hohes Maß an Einheit und Zusammenhörigkeit, das Am Israel während der langen Reise durch die Golus (die Verbannungen) immer gekennzeichnet hat.</p>



<h3 class="wp-block-heading">ICH G“tt habe mich nicht verändert</h3>



<p>Aber dahinter verbirgt sich noch ein tieferer Gedanke. Hajom deutet auf die Quelle des Tages – die Sonne. Die Sonne hat oft sich widersprechende Effekte: sie schmilzt den Wachs, aber verhärtet das Ei. Das Gesicht der sonnenbadenden Person ist gebräunt, aber das Kleidungsstück wird strahlend weiß. Alle diese unterschiedlichen Effekte des Sonnenlichtes deuten nicht auf Änderungen in der Sonne hin, sondern vielmehr auf die auseinander laufenden Arten, auf die das Sonnenlicht durch die Empfänger eingefangen und verarbeitet wird. Das gleiche gilt für „Beroches und Keloles“ – Segen und Fluch. Obwohl beide Himmlische Einflüsse unterschiedlich auf uns einströmen, sind sie beide doch aus EINER und derselben Quelle entspringend, die besagt: „ICH G“tt habe mich nicht verändert“ (Malachi 3:6). Von G“tt kommt weder Gut, noch Böse. Es ist die menschliche Entgegennahme, die alles färbt und „auszeichnet“, etikettiert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Beracha, wenn Du zuhören wirst</h3>



<p>„Die Beracha, wenn Du zuhören wirst“: beim Fluch steht, dass dieser gilt, wenn man nicht zuhört und vom Weg abweicht (das soll bedeuten auch verkehrt handelt). Aber die Broche erhalten wir bereits, wenn wir nur zuhören, denn auch bei nur einem „guten Gedanken und Wille wird es bereits angerechnet, als ob man die gute Tat, die man sich vorgenommen hat, bereits ausgeübt hat“. So lernen wir auch unseren Mitmenschen, der zu diesem Augenblick vielleicht noch nicht viel Gutes tut, aber diese positive Vorhaben wohl hat, viel mehr zu schätzen.</p>

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                        <h3 class="daexthefup-title">War dies nützlich?</h3>
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		<title>DIE VERTEILUNG VON TZEDDAKA LAUT MAIMONIDES</title>
		<link>https://judentum.online/die-verteilung-von-tzeddaka-laut-maimonides/</link>
					<comments>https://judentum.online/die-verteilung-von-tzeddaka-laut-maimonides/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dajan Raphael Evers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2020 12:24:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Parsha Hashavua]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenabschnitt Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Buch Dewarim]]></category>
		<category><![CDATA[dvar tora]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das wichtigste Ziel der Tzeddaka ist die Unterstützung von Bedürftigen. Maimonides beschreibt acht unterschiedliche Ebenen bei der Verteilung von Tzeddaka, bei denen nicht nur auf physische Not geachtet wird. Die Jüdischen Gelehrten zeigten auch viel Verständnis für den psychischen Zustand von Hilfsbedürftigen. Die Berücksichtigung des Erhaltens des Selbstwertgefühles und die Würdigung für das Streben nach [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Das wichtigste Ziel der Tzeddaka ist die Unterstützung von Bedürftigen.</h3>



<p>Maimonides beschreibt acht unterschiedliche Ebenen bei der Verteilung von Tzeddaka, bei denen nicht nur auf physische Not geachtet wird. Die Jüdischen Gelehrten zeigten auch viel Verständnis für den psychischen Zustand von Hilfsbedürftigen. Die Berücksichtigung des Erhaltens des Selbstwertgefühles und die Würdigung für das Streben nach (wirtschaftlicher) Selbstständigkeit führten zur Formulierung nachstehender Richtlinien:</p>



<p>*1. Der Lobenswerteste ist derjenige, der einem Armen bereits hilft, wenn dieser noch nicht bedürftig ist, aber der dieses droht, zu werden: indem er ihm einiges an Kapital zukommen lässt, um ein eigenes Unternehmen, mit dem Recht auf Gewinn für den Geldgeber, zu gründen; indem er ihm die Aufnahme eines Darlehns erlaubt, indem er ihm eine Stelle innerhalb des eigenen Betriebes anbietet oder eine andere Art von Beschäftigung, um ihn die Möglichkeit zu verschaffen, seinen eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, sodass er auf weitere Hilfe von anderen verzichten kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn Dein Bruder verarmt und er sich bei Dir nicht mehr aufrecht halten kann</h3>



<p>Über diese Gruppe von Spendern sagt die Thora (Vajikra/Lev. 23:35): „Wenn Dein Bruder verarmt und er sich bei Dir nicht mehr aufrecht halten kann (er ist also noch nicht komplett verarmt) dann sollst Du ihm – Fremdling und Bürger – unterstützen, damit er bei Dir am Leben bleibt“. So braucht der Empfänger sich nicht beschämt zu fühlen. Das Angebot einer Teilhaberschaft ist einer Zuteilung eines Darlehns zu bevorzugen, da ein Schuldner wegen des Zinsverbotes vom Vermögen des Kreditgebers profitiert, ohne dass der hierfür eine Gegenleistung erhält. Beim Angebot einer Teilhaberschaft braucht der Empfänger überhaupt kein Schamempfinden zu verspüren, da beide hiervon Vorteile haben können.</p>



<p>*2. Etwas weniger lobenswert ist der Spender, der Tzeddaka spendet, aber die Identität des Begünstigten nicht kennt, während auch der Begünstigte den Spender nicht kennt. Derjenige, der eine Gabe an einen Wohltätigkeitsfond leistet, unterstützt dieses Ideal. Man sollte übrigens nur an Fonds spenden, von denen man sicher ist, dass deren Leitungen vertraut werden kann und die wissen, wie mit den zur Verfügung gestellten Mitteln auf halachisch verantwortungsvolle Art umzugehen sei.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Auf heimliche Weise Geld vor der Türe armer Menschen hinlegen</h3>



<p>*3. Unter die dritte Kategorie fällt der Spender, der den Begünstigten kennt, während der Begünstigte von der Identität des Spenders keine Kenntnis hat.</p>



<p>Große Gelehrte hatten die Angewohnheit, auf heimliche Weise Geld vor der Türe armer Menschen hinzulegen. Dieses ist sicherlich eine würdige Art und als solche empfehlenswert, für den Fall dass die Leitung der Tzeddaka-Kasse nicht über die gültigen Regeln der Verteilung im Bilde ist. Der Arme braucht sich darüber nicht zu schämen, dass er den Spender nicht identifizieren kann.</p>



<p>*4. Die nachstehende Kategorie betrifft den Fall, in dem der Begünstigte den Spender kennt, aber der Spender nicht weiß, wird der Begünstigte ist. Manche Gelehrte hatten den Brauch, Geld in ein Taschentuch ein zu wickeln und es über ihren Rücken den Armen zu zu werfen. Auch diese Art von Tzeddaka-Erbringung schont und berücksichtigt die Gefühle der Bedachten.</p>



<p>*5. Danach kommt derjenige, der dem Armen Tzeddaka von Hand zu Hand reicht, noch bevor dieser darum gebeten wurde.</p>



<p>*6. Danach derjenige, der dem Armen entsprechend gibt, nachdem dieser ihm hierum gebeten hat.</p>



<p>*7. Unter die siebte Kategorie fällt derjenige, der weniger gibt, als es sich eigentlich gehört hätte, aber dieses auf eine angenehme Weise macht.</p>



<p>*8. Unter die letzte und niedrigste Kategorie von Tzeddaka-Zuteilung fällt derjenige, der auf eine unschöne Weise Geld den Armen zugehen lässt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tzedakka mit föhlicher Art leisten</h3>



<p>Man sollte Tzeddaka mit einem freundlichen und frohen Gesicht und mit fröhlicher Art leisten. Gleichzeitig und ebenfalls soll man den Armen in seinem Elend trösten; wenn man dem Armen oder den Armen auf eine unfreundliche, verdrießende Art oder mit einem wütenden Ausdruck auf dem Gesicht gibt, verliert man den Verdienst der Mitzwa, dem Gebot von Tzeddaka. Wenn ein Armer etwas erbittet und man kann nichts geben, darf man ihm keine Standpauke halten oder ihm schreiend oder vorwurfsvoll entgegen treten; man sollte versuchen ihn zu überzeugen, dass man wohl geben möchte, aber im Augenblick nichts hat. Es schickt sich an, eine kleine Gabe zu machen, bevor man zum Dawwenen, zum <a href="https://judentum.online/das-gebet/">Gebet</a>, schreitet.</p>

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