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Dürfen wir selber Richter spielen?

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Dürfen wir selber Richter spielen?

Gerechtes Recht sprechen

Selbstjustiz ist verboten. In der Thora wird diesbezüglich viel Aufmerksamkeit gewidmet: „Richter und Polizei sollt Ihr innerhalb all Eurer Tore einsetzen…damit sie das Volk urteilen, indem sie gerechtes Recht sprechen“ (Devarim/Deut.16:18). Das Strafrecht in den modernen Rechtsstaaten versucht so viel wie möglich zu vermeiden, dass Menschen sich als eigenen Richter hochspielen. Wenn man einen Dieb einfangen möchte, um ihn der Polizei zu überstellen, darf man das, aber man darf ihm keine Tritte verpassen. Das letztere ist verbotene Selbstjustiz.

Zu subjektiv und zu emotional

Einander zu denunzieren ist sicherlich auch Selbstjustiz, aber fällt (noch größtenteils) nicht unter das Deutsche Strafgesetz. In einem Rechtsstaat möchte die Obrigkeit, dass das Zusammenleben geregelt ist und anständig stattfindet. Selbstjustiz ist oft zu subjektiv und zu emotional, dass von einer ehrlichen Beurteilung die Rede sein kann.

Das Recht des Stärksten ist tabu

In der Jüdischen Denkweise (vor 3332 Jahre niedergeschrieben) untersteht selbst der König dem Gesetz. Dieses ist ein deutlicher Hinweis: nimm das Recht nicht in die eigenen Hände. Spiele Dich nicht selber zum Richter auf. Das Recht des Stärksten ist bei uns tabu. Die Thora betont den Wert des Lebens, das Recht und das Gute, trotz aller Umstände.

Destabilisierung der Gesellschaft

Die Abweichung von diesen Prinzipien führt zur furchtbaren, unumgänglichen Willkür und zur Destabilisierung der Gesellschaft. Wenn das Recht des Stärksten die Oberhand gewinnt, steht das Ende bevor, dann erlischt das Licht.

Terrorismus

Jeder Rechtsstaat gerät aus den Fugen, wenn Bürger von sich aus Rache nehmen oder meinen, das Recht in die eigenen Hände nehmen zu dürfen. Der Terrorismus ist eine andere Art der Selbstjustiz mit weitgehenden Folgen.

Eine Menge moralische Bedenken

In den zurückliegenden Monaten wurde die Israelische Gesellschaft durch viele und sehr unterschiedliche Arten von Anschlägen aufgeschreckt. Aber das Recht in die eigenen Hände zu nehmen erbrachte eine Menge moralische Bedenken, auch wenn die Wut über die erfolgten Anschläge überschäumte.

Nicht auf die Ebene unserer Feinde herab lassen

Die Anweisung, nicht den Richter zu spielen, ist jetzt gestärkt worden, da wir einen eigenen Staat haben. Wir dürfen uns nicht auf die Ebene unserer (terroristischen) Feinde herab lassen.

Die eigene Bereitschaft zu Gewalt hat mehr Auswirkung, als wir glauben. Sie tastet unsere Glaubwürdigkeit an. Und das auf vielen Ebenen: juristisch, sozial und Jüdisch.

Selbstjustiz greift die Integrität des anderen an

Selbst den Richter spielen greift die Integrität des anderen an. Die Anerkennung und Beachtung der Rechte und Freiheiten eines anderen hat jeder, der Rechte für sich selbst einfordert, im Auge zu behalten.

Die Gesetzgebung ist auf Selbstbeschränkung ausgerichtet

Dieses Leitprinzip wurde bereits im Talmud durch Hillel vermerkt, als er von einem Heiden gebeten wurde, die gesamte Thora (Bibel), auf EINEM Fuß stehend, zu erklären. Hillel sagte damals: „Was Du nicht möchtest, dass Dir geschieht, das tue auch einem anderen nicht an; das ist der Kern des Gesetzes – der Rest ist Beiwerk“ (B.T. Schabbat 31a). Die Gesetzgebung ist auf Selbstbeschränkung ausgerichtet. Selbstbeschränkung bedeutet oft die Empfindung für das Recht anderer, aber ist letztendlich auch Anerkennung für und Achtung vor den eigenen Rechten.

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Man häuft Unrecht auf Unrecht auf

Essenziell ist hierbei, keinen eigenen Richter zu spielen, da Du, durch das Unrecht, das Dir angetan wurde, die Situation nicht mehr neutral überblickst, viel zu emotional (über)reagierst und somit sich Unrecht auf Unrecht aufhäuft. Selbstjustiz ergibt meistens nur rückwärtige Effekte. Der Schaden wird oft nur noch größer. Und hierbei geht es auch um den Imageschaden als Jüdischer Rechtsstaat, wie die Thora dieses anordnet.

Unserer Anordnung untreu werden

Für uns, Juden, besteht auch noch ein anderes Problem. Neben dem Risiko des Image-Schadens setzen wir uns der Gefahr aus, unserer Anordnung untreu zu werden. In manchen Kreisen nennt man das „einen Chilul HaSchem machen“ (den Name G“ttes entweihen).

Nun erscheint das als sehr heilig – und da sagen manche Menschen, hiermit überhaupt nichts zu tun zu haben – aber es ist wichtig, hierüber mal nach zu denken: wir verurteilen Terroristen, aber unsere Nachbarn benennen ihre Straßen nach ihnen.

Während die ISIS ihre Widersacher ertränken, vergewaltigen, als Sklaven behandeln und enthaupten, behandeln Israelische Ärzte Verwundete aus Syrien.

Während ein Ayatolla seinen Weg zur Weltmacht zur Kenntnis gibt, warnen die Israelis die Welt vor der atomaren Gefahr.

Während ein Südafrikaner seinem aus Zimbabwe stammenden Löwen auf grausame Art hinterher jagt und tötet, entfernt das Ramat Gan Safari-Team unter Leitung vom israelischen Tierarzt Dr. Horowitz aus dem Bauch des Afrikanischen Löwen Samuni einen Tumor, so groß wie ein Tennisball und rettet so sein Leben.

Wir sind das Volk des Buches. Der Name G“ttes wird mit uns in Verbindung gebracht.

Den Terrorismus zu verherrlichen, liegt uns nicht. Würden wir das machen, würde uns das schwächen und den uns erteilten Auftrag untergraben. Wir sind dazu da, das Gute innerhalb der Menschheit an die Oberfläche zu holen.

Der Wolf wird neben dem Schäflein liegen

Jeder Mensch trägt das G“ttliche Bild in sich. Nicht umsonst sehnen wir uns nach den Messianischen Zeiten uns sprechen diesen innigsten Wunsch anlässlich jeder Ansprache und Zusammenkunft aus: alle Völker sollten endlich den Wahnsinn des Krieges einsehen. Schwerter sollten zu Pflugscharen umgeschmiedet werden, der Wolf wird neben der Ziege oder dem Schäflein liegen, die mit gebrochenem Herzen werden wieder gesund werden, die Freiheit wird für alle, die gefangen sind, ausgerufen werden und diejenigen, die angekettet sind, würden losgelöst werden (Jeschaja 61:1).

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