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Warum widerspricht niemand dem Mechaniker aber ständig den Rabbinern

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Warum widerspricht niemand dem Mechaniker, aber ständig den Rabbinern?

Dwar Tora für den Schabbat-Tisch von Rabbiner Jakow Schub

Manchmal verbirgt sich der gefährlichste Irrtum hinter schönen Worten. Korach trat gegen Mosche Rabbeinu mit einem sehr überzeugenden Leitsatz auf: „Die ganze Gemeinde ist heilig.“ Das klingt richtig, gerecht und sogar spirituell. Doch hinter diesen Worten verbarg sich nicht das Streben nach Heiligkeit, sondern der Versuch, das Fundament der Überlieferung der Tora selbst zu zerstören.

Korach stritt nicht nur über Macht und Ämter. Er stellte das Recht Mosches infrage, die Tora auszulegen. Deshalb stellte er seine berühmte Frage: Wenn ein Tallit (der jüdische Gebetsschal) vollständig aus Techelet (ein besonderer blauer bzw. blau-violetter Farbstoff) gefertigt ist, braucht er dann überhaupt noch einen Techelet-Faden an den Tzizit (spezielle Schaufäden, die an den vier Ecken eines Kleidungsstücks mit vier Ecken befestigt werden)? Für Korach war dies keine ehrliche Suche nach der Wahrheit, sondern der Versuch zu beweisen, dass man die Gesetze der Tora beliebig auslegen könne und somit jeder selbst entscheiden dürfe, was richtig sei.

Die Tora lehrt uns jedoch das Gegenteil. Ja, jeder Jude ist verpflichtet, die Tora zu lernen, Fragen zu stellen und sich zu bemühen, sie immer tiefer zu verstehen. Das Judentum hat niemals einen blinden Glauben ohne Nachdenken verlangt. Doch die Tora besitzt ihre eigene Methodik, ihre eigenen Regeln des Verständnisses und eine lebendige Überlieferungskette von Lehrer zu Schüler.

Interessanterweise erkennen Menschen im Alltag den Wert echter Fachkompetenz sehr wohl an. Wenn ein Auto kaputt ist, diskutiert niemand mit dem Mechaniker darüber, wie der Motor zu reparieren ist. Wenn eine Operation notwendig ist, erklärt kein Patient dem Chirurgen, wie er das Skalpell zu halten hat. Doch sobald es um die Tora geht, meinen plötzlich viele, tiefes Wissen, jahrelanges Studium und die überlieferte Tradition seien nicht mehr erforderlich.

Der Wochenabschnitt Korach erinnert uns an eine grundlegende Wahrheit: Die Heiligkeit des Volkes hebt die Notwendigkeit geistlicher Führung nicht auf. Gerade dank der ununterbrochenen Kette der Überlieferung der Tora von Generation zu Generation besitzen wir heute dieselbe Tora, die Mosche am Sinai empfing – unverfälscht und ohne Entstellungen.

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Schabbat Schalom!

 

Quelle: toldot.com (aus dem Russischen übersetzt)

Autor: Rabbiner Jakow Schub

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