Schabbat – der große Tikkun
Am Schabbat erhalten wir eine Neschama jetera – eine zusätzliche Seele. Damit wird auch erklärt, weshalb wir am Schabbat mehr Appetit haben und mehr essen können.
Adam HaRischon erhielt diese zusätzliche Seele zum ersten Mal am Schabbat – also erst, nachdem die Sünde bereits geschehen war. Während der Sünde war sie nicht anwesend. Sie besitzt eine so hohe Heiligkeit, dass sie von der Sünde Adam HaRischons vollkommen unberührt blieb.
Wenn wir jeden Schabbat die Neschama jetera empfangen, erhalten wir somit einen Anteil an jener besonderen Heiligkeit HaShems, die an der ersten Sünde nicht beteiligt war. Das ist ein atemberaubender Gedanke.
(Maharit Diskel)
Wir empfangen den Schabbat mit Kiddusch über Wein und HaMotzi über Brot.
Wieso gerade auf diese Weise?
Weil wir nicht in die Heiligkeit des Schabbats eintreten können, ohne uns zugleich an der Korrektur der Sünde Adam HaRischons zu beteiligen.
Nach einer Meinung war die verbotene Frucht eine Weintraube – also Wein. Durch den Wein Adam HaRischons kam der Tod, die _Mita_, in die Welt. Wir dagegen warten bis zum Schabbat, heiligen den Wein durch den Kiddusch und antworten mit „LeChaim“ – „zum Leben“.
Nach einer anderen Meinung war die verbotene Frucht Weizen. Deshalb essen wir am Schabbat Brot und sprechen HaMotzi, um auch dadurch an der Korrektur der Sünde mitzuwirken.
(Ben Isch Chai)
Damit verstehen wir den Gedanken des Maharit Diskel noch tiefer: Gerade durch die Neschama jetera, die nicht an der Sünde beteiligt war, erhalten wir die Kraft, die Sünde Adam HaRischons zu korrigieren.
Viele Handlungen des Freitagabends dienen diesem Tikkun – auch das Entzünden der Schabbatkerzen.
Doch ein weiterer Teil der Sünde wartet noch auf seine Korrektur.
Wie reagierte Adam HaRischon, als HaShem ihn nach der Sünde zur Rede stellte?
„Die Frau, die Du mir gegeben hast – sie gab mir von dem Baum.“
Anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen, gab Adam seiner Frau die Schuld.
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Deshalb beginnen wir den Freitagabend mit Eschet Chajil. Die Verse dieses Liedes folgen den Buchstaben von Alef bis Taw. Wir ehren und segnen die Frau somit mit dem gesamten hebräischen Alphabet.
Wieso gerade am Freitagabend?
Weil wir nun die Neschama jetera besitzen. Mit ihrer Kraft können wir die Sünde Adam HaRischons nicht nur durch Wein und Brot korrigieren, sondern auch durch unsere Worte.
Damals sagte Adam sinngemäß:
„Die Frau ist schuld.“
Am Schabbatabend antworten wir darauf mit Lob, Dankbarkeit und Segen:
„Eschet Chajil – wer kann sie finden?“
So wird der Schabbat zu einem umfassenden Tikkun: durch den Wein, das Brot, die Kerzen – und durch die Worte, mit denen wir die Frau ehren. Mit der Kraft der Neschama jetera korrigieren wir die Sünde Adam HaRischons somit nicht nur durch das, was wir essen und trinken, sondern auch durch das, was wir sagen.
(Nach einem Schiur von Rav Eli Mansour: „The Rectification“)
Oskar Baruch Baraev









