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WER HAT DIE MEGILATH ESTHER GESCHRIEBEN?

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WER HAT DIE MEGILATH ESTHER GESCHRIEBEN?

Eine bekannte Brajta (Tradition) im Talmudtraktat Bawa Batra (15b) besagt, dass die Männer der Großen Versammlung die Megilath Esther (das Buch von Esther) geschrieben haben. Die Knesset Hagedola, die Große Versammlung, war ein Jüdisches Leitungsgremium, das aus großen Gelehrten bestand und dass es auch in der Galut (im Exil) gab. Mordechai war Teil dieser Knesset Hagedola.

Bücher und Briefe

In Esther (9:20) steht: „Damals schrieb Mordechai diese Worte nieder und sandte allen Juden Bücher“. Weiter steht da, dass: „Esther und Mordechai in Rundschreiben mitteilten, dass der Brief über Purim umgesetzt werden sollte. Sie sandten allen Juden Bücher, um diese Tage von Purim zu beachten. Die Aussage von Esther bestätigte diese Purim-Angelegenheiten und es wurde in einem Buch niedergeschrieben“ (9:29-32). Manche Kommentatoren leiten hieraus ab, dass Mordechai und Esther die gesamte Megila aufgeschrieben haben. Aber laut der einfachen Lesung des Textes wird hier auf die Briefe, die Mordechai und Esther allen Juden sandten, verwiesen, um Purim zu beachten. Die Megila besteht aus 167 Psukim (Zeilen) und ist in zehn Hauptteilen aufgeteilt.

Die Megilath Esther im Canon

Die Brajta in Bawa Batra (15b) bezeichnet die Megila Esther als eine der Heiligen Schriften, die im TeNaCH (Thora, Nevi’im (Propheten) und Chetuvim (Hagiographen, Schriftstücke), dem Canon, aufgenommen wurden. Aber im Talmud finden sich Andeutungen, dass die Chachamim (die Weisen) bezweifelten, ob die Megilath Esther im Canon aufgenommen werden sollte. Der Amora (Talmudgelehrte) Schmu’ejl – er lebte im dritten Jahrhundert – ist der Meinung, dass: „Esther mit prophetischem Geist ausgestattet wurde“ (ibid.). Aber Schmu’ejls Standpunkt ist, dass: „Der Auftrag lautete, Esther nur mündlich zu benachrichtigen und nicht, um nieder zu schreiben“. Schmu’ejl betrachtete den Text der Megilath Esther als „Bestandteil der Mündlichen Lehre“ (siehe den Maharascha, ibid.). Es sollte ursprünglich mündliche Tradition bleiben und nicht niedergeschrieben werden.

Eine Diskussion zwischen Esther und den Chachamim

Der Talmud vermeldet die Diskussion zwischen Esther und den Chachamim (Weisen) aus ihrer Zeit. Esther fragte die Weisen: „Lege mich für die künftigen Generationen fest“. Esther wollte, dass die Megilath Esther innerhalb der Ketuvim, der Hagiographen, des dritten Teils des TeNaCH (Thora, Propheten und Schriftstücken) (siehe den Maharascha, ibid.) aufgenommen werden sollte. Die Chachamim wollten ihrem Anliegen nicht nachkommen, bis sie einen Passuk (einen Satz) in der Thora entdeckten, mit einer Andeutung, dass die Megilat Esther im TeNaCH, dem Canon, einbezogen werden sollte. EINER der Gründe, dass die Chachamim (die Weisen) die Megilath Esther nicht in den Canon mit einbeziehen wollten war, dass sie befürchteten, dass hierdurch der Antisemitismus innerhalb der Völker angefacht werden könnte.

Der Name des Allmächtigen

Die Frage, weshalb der Name des Allmächtigen nicht in der Megilath Esther vorkommt, wurde bereits von Vielen thematisiert. Die Megilath Esther ist das einzige Buch im Tenach, in dem der G“ttesname nicht erscheint. Dieses Weglassen geht aus der Tatsache hervor, dass der G“ttliche Plan zwischen den Regeln erkennbar ist. Beim Lesen der Megila fühlt man, dass der G“ttesname absichtlich nicht eingefügt wurde. Der rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht, ist sicherlich als eine G“ttliche Richtung zu bezeichnen.

Die Weigerung von Mordechai, sich vor Haman zu verbeugen (3:3-6), wurde nicht mit religiösen Gründen verbunden. Die Megila erzählt nur, dass Mordechai sich weigerte, da: „Mordechai denen erzählte, dass er Jüdisch sei“ (3:4). Als Mordechai die Entscheidung der Vernichtung der Juden Esther bekannt gibt, ist es klar ersichtlich, dass er an die G“ttliche Vorhersehung glaubte. Der Name G“ttes wird jedoch nicht erwähnt: „Denn wenn Du jetzt schweigen solltest, wird die Befreiung und die Rettung für die Juden aus einem anderen Ort entstehen und Dein und das Haus Deines Vaters werden verloren gehen; wer weiß, dass Du wegen dieser Begebenheit die Königswürde erreicht hast“ (4:14). Selbst die Worte von Seresch, der Frau von Haman, scheinen prophetisch inspiriert zu sein: „Da Mordechai von Jüdischer Abstammung ist, wirst Du nicht gegen ihn mithalten können, wo Du jetzt angefangen hast, vor ihn zu fallen, denn Du wirst sicherlich am Fallen vor ihm bleiben“ (6:13). Die Nicht-Jüdische Seresch verspürte bekanntlich, dass dem Jüdischen Volk auf übernatürliche Weise geholfen würde, obwohl der G“ttesname nicht erwähnt wurde.

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Die Auslassung des G“ttesnamens ist G“ttesverdunkelung

Die Juden schrien, weinten, fasteten und baten, die schlimme Entscheidung rückgängig zu machen (siehe 9:31). Erstaunlich bleibt, dass nirgends vermerkt wurde, dass sie zu G“tt dawwenten. Nur die alten Targumim – die Septuaginta, die erste und die zweite Aramäische Übersetzungen – vermerken den G“ttesname wohl. Die Frage ergibt sich dann, weshalb die Megila selber keine Angabe über den Allmächtigen macht.

Eine mögliche Antwort darauf steht im Talmud (B.T. Chulin 139b): „Wo steht Esther in der Thora? Und ICH, sagt G“tt, werde MEIN Antlitz vor Euch verbergen“ (Dewarim/Deut. 31:18). Es ist gut möglich, dass die Absicht dieser Frage war, auf zu zeigen, dass die G“ttesverdunkelung, die in der Megilath Esther deutlich spürbar ist, ein Teil der „Goles“ (Exil)-Problematik ist, über die die Thora in Dewarim spricht. Das Fehlen oder die Abwesenheit des G“ttesnamens in der Megila deutet auf Galut (Exil) und auf einer Umwelt von G“ttesverdunkelung.

Die Erklärung von Rabbi Awraham ibn Esra

Rabbi Awraham ibn Esra (1089-1176, Spanien) nennt eine mehr historische Begründung für das Fehlen des G“ttesnamen in der Megila. Am Anfang seiner Erklärung über die Megila schreibt dieser Kommentator: „In dieser Rolle befindet sich keine Erinnerung an den Namen G“ttes, obwohl sie ein Bestandteil der Heiligen Bücher ist. Viele antworteten, dass der Allmächtige in den Wörtern „von einem anderen Ort“ angedeutet steht (4:14). „Mir kommt es so vor“ sagt Rabbi Awraham ibn Esra, „dass diese Megila von Mordechai zusammengestellt wurde. Deshalb steht da auch „Er sandte Bücher umher“ (9:30). Die Megila wurde durch die Perser nachgeschrieben, also übernommen. Da sie Götzendiener waren, schrieben sie anstatt des G“ttesnamens den Namen ihres Götzen, wie die Heiden es früher zu machen pflegten. Deshalb hat Mordechai den G“ttesnamen nicht in die Megila einfügen wollen. Ein anderer Grund für das Fehlen des G“ttesnamens könnte mit dem Zeitpunkt für das Vorlesen der Megila zu tun haben. Während Purim ist man verpflichtet, sich zu betrinken. Dieses könnte dazu führen, dass man sich während der Vorlesung ungebührend verhalten würde. Deshalb wird der G“ttesname nicht erwähnt, so dass dieser nicht entweiht werden kann.

Wir haben das Buch “Ester” im Original erhalten. Belassen wir es dabei und hegen und pflegen wir es.

Es ist jedes Jahr aufregend.

Purim Sameach. Ein frohes Purim!

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