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Wichtigkeit des Friedens – Parascha Noach

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In unserem Wochenabschnitt treffen wir auf zwei Generationen von Sündern: Die Generation der großen Sintflut und die Generation des Turmes von Bawel. Wenn man jedoch die Sünden und Strafen dieser beiden Gruppen vergleicht, fällt etwas Seltsames auf.

Die Sünden der Generation der Sintflut scheinen weniger schlimm zu sein, als die der Generation des Turmes von Bawel. Ihre Sünden waren Diebstahl und Ehebruch, also „nur“ Sünden gegenüber anderen Menschen. Die Generation des Turmes von Bawel hingegen rebellierten gegen G´tt und wollte gegen ihn kämpfen. Trotzdem wurde die Generation von Noach mit kompletter Zerstörung bestraft und die anderen nur mit Vermischung der Sprachen und Zerstreuung auf der ganzen Welt. Die Strafen scheinen den Taten nicht zu entsprechen.

Diese Frage scheint auch Raschi beschäftigt zu haben. Er kommentiert darauf, dass wir daraus lernen, wie sehr G´tt den Frieden zwischen Menschen schätzt. Obwohl der Bau des Turmes von Bawel mit dem Aufstand gegen G´tt motiviert war, war er dennoch „nur“ gegen G´tt gerichtet. Diese Sünde bestrafte G´tt nur schwach.

Die Taten der Generation der Sintflut hingegen konnte G´tt nicht ungestraft lassen und musste sie komplett zerstören, aus dem einfachen Grund, dass auf diese Weise kein gesellschaftliches Leben auf dieser Welt möglich ist. Solange zwischen den Menschen Frieden herrscht, duldet G´tt, dass gegen ihn rebelliert wird. Sobald es aber um Dinge handelt, welche das zwischenmenschliche Zusammenleben bedrohen, muss G´tt eingreifen und die gesellschaftlichen Normen wiederherstellen.

Diese Idee sehen wir bei der Länge der beiden bisherigen Exile nach den Zerstörungen der beiden Tempel. Der erste Tempel wurde schon nach 70 Jahren nach dessen Zerstörung wiederaufgebaut, obwohl er wegen Sünden wie Mord und Götzendienst zerstört wurde. Der Zweite Tempel wurde nach Jahrhunderten noch immer nicht auferbaut und in dessen Exil befinden wir uns noch immer, obwohl er „nur“ wegen sinnlosem Hass zwischen den Menschen zerstört wurde. Wiederum sehen wir, dass G´tt Taten, welche zwischenmenschliche Beziehungen gefährden, härter bestraft, als Taten, welche schlimmer zu sein scheinen.

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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