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Der jiddische Neschomme, das ist unser Wesen – Parascha Dewarim

Der jiddische Neschomme, das ist unser Wesen - Parascha Dewarim
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Ein schwieriger Gewöhnungsprozess aus dem sinnlichen Ägypten zum abstrakten Monotheismus Die Thora ist eine wichtige Inspirationsquelle für das religiöse Denken gewesen und hat einen tiefgehenden Einfluss auf die kulturelle Entwicklung in Europa, Amerika und den Nahen und Fernen Osten gehabt.

„Und ICH habe ihr (ihnen) viel Silber und Gold geschenkt, die sie zu Götzenherstellung verwendeten“ (Hoschea II:10). Es war ein schwieriger Gewöhnungsprozess aus dem sinnlichen Ägypten zum abstrakten Monotheismus. Dieser Kampf hat sich in allen Generationen wiederholt. 

Auch jetzt noch wursteln wir mit dem Problem zwischen Schein und Wirklichkeit. Es sieht ab und zu so aus, als ob wir unser wahres Lebensziel und unser aufrichtiges Ego aus den Augen verloren hätten. Aber was ist das „uns selber“, wo befindet sich unser Ego?

Neuropsychologen behaupten, dass es keine Sammlungsstelle, keinen Cockpit der Seele gibt. Der Übergang von neutralen Schnittmustern zu mentalen Vorstellungen bleibt noch immer ein Rätsel. Wie entstehen unser Geist und unser Bewusstsein? Was ist unsere persönliche Identität?

Ich sitze gegenüber meiner „Chawrusse“, EINEM meiner Lern-Kollegen. Ich sehe einen Körper. Er sieht meinen Körper. Ich spreche mit ihm über erhabene Gedanken, die an zu kommen scheinen, denn er kann mit mir über die abstraktesten Begriffe kommunizieren. Wenn ich ihn beleidige oder lobend hervor hebe, berühre ich seine Seele.

Wenn ich sein Verhalten bespreche, gehe ich auf seine Essenz ein, nicht auf seinen Körper. Wenn ich sage „Du bist ein Genie oder ein Misslungener“, dann ist nicht sein Protoplasma die angesprochene Person, weder seine Haare oder Millionen Zellen und Milliarden Moleküle und Neuronen, selbst nicht seine Hundert Millionen Hirnzellen.

Es gibt eine Wirklichkeit hinter dem Körper mir gegenüber. Es ist die Wirklichkeit hinter dem äußeren Schein. Ich sehe jedoch nur eine große Verschiedenheit an Körperbestandteilen, aber die Person dahinter, die Seele, die Persönlichkeit, die Neschama, kann ich nicht sehen. Ein berühmter Russischer Chirurg sagte einst, dass er Tausende Menschen aufgeschnitten, aber noch nie eine Seele gesehen hätte. Das stimmte in der Tat. Mit unseren Augen aus Fleisch und Blut können wir keine hohen Abstraktheiten ausmachen. Das geht nur mit unserer Neschama. Diese kann ihre Gleichen verspüren.

Liebe Freunde,

Wir haben einen jiddischen Neschama! Das ist unser Wesen!

Schabbat Schalom! 

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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