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DIE SPALTUNG DES SCHILFMEERS – EIN WUNDER ODER NICHT?

DIE SPALTUNG DES SCHILFMEERS - EIN WUNDER ODER NICHT
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DIE SPALTUNG DES SCHILFMEERS

Der siebte Tag von Pessach ist dem Gedenken an das Wunder der Teilung des Jam Suf, des Schilfmeers, gewidmet.

Was geschah dort am Ufer des Schilfmeers, auch Rotes Meer genannt? Die Tora erzählt es kurz, aber eindringlich: “Da verließ der Engel G’ttes, der vor dem Heer Israels herging, seinen Platz und ging ihnen nach. Auch die Wolkensäule verließ den Platz vor ihnen und zog hinter ihnen her. Sie kam zwischen das Heer Ägyptens und das Heer Israels. Die Wolke war Dunkelheit und erhellte gleichzeitig die Nacht. Der eine konnte sich dem anderen die ganze Nacht nicht nähern. Dann streckte Mosche seine Hand über das Meer aus, und G’tt ließ das Meer die ganze Nacht über durch einen starken Ostwind abfließen, und das Wasser teilte sich in zwei Teile. So zogen die Israeliten auf dem Trockenen in die Mitte des Meeres. Das Wasser war für sie eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken” (Ex 14,19-26). Zitat Ende.

Kann dieses Wunder leicht erklärt werden?

Die Tora beschreibt dieses Wunder als die Wirkung eines starken Ostwindes. War dies wirklich ein so großes Wunder? Der Kijk-Redakteur beschreibt, wie sich dieses Wunder leicht erklären lässt (https://www.kijkmagazine.nl/nieuws/onderzoek-splijten-van-rode-zee-mogelijk/) Forscher haben dieses Wunder im Nildelta rekonstruiert und festgestellt, dass “dieses wundersame Ereignis tatsächlich stattfinden konnte – dank des Windes” (wie die Tora selbst beschreibt). Für diese Rekonstruktion wurde 12 Stunden lang eine Windstärke von 100 Stundenkilometern geschaffen. Dies ist ein enorm starker Wind, und der einzige Kommentar der Redakteure war, dass es ein Wunder war, dass die Israeliten bei einer solchen Windstärke “aufrecht stehen blieben”. Diese Rekonstruktion wurde für notwendig erachtet, weil die Archäologen so wenig greifbare Beweise für die Wunder beim Exodus aus Ägypten gefunden hatten.

Anschluss zu alten Fragen

Ich brauchte diese Rekonstruktion nicht für meinen Glauben an den Bibeltext, aber ich fand sie beeindruckend. Außerdem hat es mir die Augen geöffnet. Unsere Weisen haben uns oft gesagt, dass alle Plagen und Wunder in Ägypten auch auf natürliche Weise erklärt werden können. Diese Auslegung erklärt, warum der Pharao und seine Berater nicht sofort von den Wundern beeindruckt waren, die Mosche und Aharon im Namen G’ttes vor den Augen des Hofes des Pharaos vollbrachten. Der Redakteur stellt klar, dass das Fortblasen des Wassers von beiden Seiten einer Landzunge allen physikalischen Gesetzen Rechnung trägt. Das passt perfekt zu den Bemerkungen unserer Weisen.

Doch ein Wunder

Es bleibt natürlich ein Wunder, dass diese Teilung des Meeres zum gewünschten und richtigen Zeitpunkt stattfand, dass nur die Israeliten gerettet wurden und dass das gesamte Heer des Pharaos mit Mann und Maus ertrank.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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