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Hoffnungsschimmer – Tischa BeAw

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Hoffnungsschimmer – Tischa BeAw

Tischa beAw, der Tag des Unglücks, das auch den Ersten Tempel 490 Jahre zuvor zerstörte, wurde als nationaler Trauertag etabliert. Das Judentum wäre kein Judentum gewesen, wenn es nicht einen weiteren Hoffnungsschimmer gegeben hätte.

Kurz nach der Zerstörung des Zweiten Tempels liefen vier Männer schweigend über die Ruinen Jerusalems. Es waren die Rabbiner Gamaliel, Rabbiner Eleazar ben Azariah, Rabbiner Jehoschua und Rabbiner Akiva. Auf ihren Gesichtern war große Traurigkeit zu lesen und sie verzweifelten an der Verwüstung, die G’tt zugelassen hatte. Plötzlich taucht eine Truppe von Füchsen vor ihren Füßen auf. Drei der vier Gelehrten beklagten sich lautstark: “Oh, dass Jeremias Wort so wahr sein musste: Füchse laufen auf dem zerstörten Berg Zion umher”. (Klagelieder  5:18). Während alle bitterlich weinten, musste Rabbi Akiva lächeln. Verwundert rief Rabbiner Gamaliel ihm zu: “Wie kannst du, Akiva, über den Anblick der Katastrophe, die unser Volk heimgesucht hat, lachen? Du lächelst, wenn du  Jeremias Prophezeiung buchstäblich erfüllt siehst und Füchse an der Stelle herumschleichen, wo einst G’ttes Altar stand?“ Aber Rabbi Akiva antwortete: Verstehst du nicht, warum ich mich freue? Wenn die Unglücksprophezeiungen so genau erfüllt wurden, dann werden sich die guten Vorhersagen auch einmal erfüllen.“

 

Tischa beAw – widersprüchliche Verhältnisse

Wir leben in einer paradoxen Zeit. Nach dem Sechs-Tage-Krieg steht die Stadt Jerusalem nach fast zweitausend Jahren wieder unter unserer Verwaltung. Jerusalem ist wieder einmal unser nationales religiöses Zentrum geworden, aber andererseits fühlen wir uns an unserem Heiligsten Ort, dem Tempelberg, bedroht. Den Bait HaMikdasch – den Tempel – gibt es nicht mehr. Auch in religiöser Hinsicht leben wir in widersprüchlichen Verhältnissen. Uns ist es nicht erlaubt, unseren Heiligsten Ort zu betreten, weil wir immer noch unrein sind. Andererseits aber lautet das Gebot aus Exodus 25:8: „we’assu li mikdasch”- sie sollen Mir machen ein Heiligtum -, das noch voll Kraft und Tat ist. Nach Maimonides (1135-1204) ist der Wiederaufbau des dritten Tempels noch immer eine Mitzwa (Gebot). Einige Gelehrte machen es zur Bedingung, dass die Mehrheit des jüdischen Volkes in Israel leben muss oder ein König über die Juden herrschen muss. Außerdem fehlt es uns an Propheten, die den genauen Ort angeben können, an dem der Tempel wieder aufgebaut werden soll. Solange wir nicht genau wissen, wo der ursprüngliche Altar zur Zeit König Salomos stand, können wir nicht mit dem Wiederaufbau fortfahren (B. T. Sewachim 62a).

Versuche des Wiederaufbaus

Über die Generationen hinweg wurden mehrere Versuche unternommen, den Tempel wieder aufzubauen. So wollte Kaiser Julian 363 den Tempel wieder aufbauen, um gegen das Christentum vorzugehen. Der Tempel in Jerusalem sollte eine Hochburg gegen diese Religion werden, die er nicht dort haben wollte. Aber er starb kurz darauf und so wurde der Wiederaufbau für lange Zeit verschoben. Der Tempel ist nicht nur ein Ort des Opferdienstes, sondern auch ein zentraler Ort des gesamten Jüdischen Volkes und im Messianischen Zeitalter für alle Völker. Es bleibt die Frage, warum der Tempel vor mehr als 1900 Jahren zerstört wurde. Rabbi Chaim ben Isaak aus Woloschin (19. Jahrhundert) fragt, warum wir heute noch um den Verlust des Tempels trauern.

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Kamza und Bar-Kamza

Im Talmud gibt Rabbi Jochanan die Antwort auf diese Frage.

Durch Kamza und Bar-Kamza wurde Jerusalem zerstört. Es war einmal ein Mann, der eine großes Fest geben wollte. Sein Freund hieß Kamza, während Bar-Kamza sein eingeschworener Feind war. Der Mann befahl seinem Diener, Kamza einzuladen, doch der Diener machte einen Fehler und lud Bar-Kamza ein. Als der Gastgeber Bar-Kamza unter den Gästen sah, entbrannte er in großer Wut; Bar-Kamza musste hinaus! Bar-Kamza flehte seinen Gastgeber an, ihn nicht zu beschämen und bot ihm sogar an, das ganze Fest zu bezahlen. Sein Erzfeind war unnachgiebig. Er wurde von dem Fest verwiesen. Bar-Kamza sann auf Rache und sagte sich: “Große Gelehrte saßen an der Tafel, und niemand ist für mich eingetreten. Ich werde dem römischen Kaiser mitteilen, dass die Juden einen Aufstand begehen wollen. Meine Rache wird süß sein “.

Der Rest der Geschichte ist bekannt. Die römischen Legionen erhoben sich gegen Jerusalem und steckten den Tempel in Brand. Die fast zweitausend Jahre dauernde Diaspora hatte begonnen. Es war unbegründeter Hass, der diese große Tragödie auslöste, die das Ende der Unabhängigkeit Israels markierte und die Juden über die ganze Welt verteilte.

Rabbi Chaim ben Isaak aus Woloschin, der oberste Vertreter der litauischen Orthodoxie zu Beginn des 19. Jahrhunderts, geht tiefer auf die Frage ein, warum wir noch heute – fast zweitausend Jahre später – um den Verlust unseres Nationalheiligtums trauern. Trauern ist die Kehrseite der Liebe. Im zwischenmenschlichen Bereich sitzen wir Schiwa über den Verlust eines geliebten Menschen. Trauer bedeutet, dass wir mit jemandem verbunden waren. Kummer drückt unsere Gefühle der Verbundenheit mit einer anderen Person aus. Die Trauer um den Verlust eines Menschen dauert jedoch nur ein Jahr; danach schwillt sie langsam ab und der Verlust wird Teil des Lebens.

Bis zum Wiederaufbau des dritten Tempels sitzen wir jedoch Schiwa um den Verlust des Heiligtums, das einst das Zentrum unserer geistigen Inspiration war und Jerusalem seinen besonderen Status verlieh. Der Verlust des Tempels ist nur das Ende trauriger Ereignisse. Das Heiligtum hatte seine Funktion verloren, weil das Judentum nicht mehr in den Herzen der Menschen lebte. Die Geschichte von Kamza und Bar-Kamza stellt keine historische Beschreibung einer Kette von Ereignissen dar, die einer Beziehung von Ursache und Wirkung von Kriegshandlungen bis zum Fall Jerusalems zugrunde liegen. Die wahre Ursache lag in den schlechten inneren Verhältnissen zwischen den Juden selbst, und deshalb trauern wir auch heute noch. Möge der Tempel bald wieder aufgebaut werden und in unseren Tagen, Amen!

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