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WARUM IST ALLES WEIß IN DER SYNAGOGE AN ROSCH HASCHANA UND YOM KIPPUR?

WARUM IST ALLES WEIß IN DER SYNAGOGE AN ROSCH HASCHANA UND YOM KIPPUR
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Es gibt mehrere Gründe für das weiße Gefolge und die weiße Kleidung, die einige Leute während der Hohen Feiertage tragen.

Das Weiße wird als die Farbe der Vergebung der Sünden angesehen. Das ist das Hauptthema der Liturgie der Hohen Feiertage, und dieser Gedanke wird vom Propheten Jesaja (I:18) zum Ausdruck gebracht, “auch wenn deine Sünden so rot wie Scharlach sind, so weiß wie Schnee, werden sie werden”. So viel zur Erklärung der weißen Parochet (Vorhang) für die Heilige Lade und des weißen Gewandes auf der Bima (der Lesetisch).

Die weiße Kleidung, die einige Leute während der Jamim Noraim, der Hohen Feiertage, tragen, symbolisiert die Kleidung der Engel. Wir gehen als Engel herum, weil wir während der Jamim Noraim nur mit hohen und erhabenen Dingen beschäftigt sind. Wir sind einen Grosteil in der Synagoge.

Aber auch der weiße Mantel, auch Kittel genannt, erinnert uns an unsere Endlichkeit hier auf der Erde und soll uns unseren bescheidenen Platz in dieser Welt deutlich sichtbar machen.

Immer wieder betont die Liturgie die Zerbrechlichkeit der Menschheit. Leben und Tod sind auf Rosch Haschana eng beieinander. Auf Rosch Haschana und Yom Kippur tragen wir einen “Kittel”, den weißen Kittel, in dem wir schließlich begraben werden. Eine greifbarere Symbolik ist kaum vorstellbar. Der Minhag (Brauch) schreibt eine Art Pilgerfahrt zu den Friedhöfen kurz vor Rosch Haschana vor. “Rabbi de Vries schreibt: “Dieser Ort predigt uns in Stille und stärkt unsere Vergänglichkeit”.

Ist es wirklich ratsam, die Art und Weise zu betonen, wie wir über das Leben nach dem Tod denken? Führt das nicht zu Depressionen?

Der Tod ist Teil des Lebens; das Leben nach dem Tod lehrt uns viel über das Leben jetzt. Tatsächlich führt die falsche Behandlung des Todes zu Depressionen. Ein richtiges Verständnis des Todes bietet jedoch eine erfrischende Sicht auf das Leben, bietet dem Durchschnittsbürger sogar eine ganz neue Sicht auf das wahre Leben und erlaubt es ihm, seine einförmige, einfache Existenz zu verändern.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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