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WERDE EIN POSITIVER MENSCH UND GIB!

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Ich ließ mich mal wieder durch einen meiner guten Freunde, Oberrabbiner Jonathan Sacks, inspirieren. Dieser Mann ist so beeindruckend, dass ich einige seiner Gedanken mit Euch teilen möchte. Er stellte eine Liste von Eigenschaften auf, mit denen wir alle zusammen uns verbessern könnten. Höre hin und stelle fest, dass Du ein besserer Mensch wirst.

 

Im vergangenen Monat war der Schofar der Weckruf G“ttes. Wir Schlafwandeln zu viel durch das Leben. Wir verschwenden unsere Zeit an zu vielen, nicht unbedingt wichtigen Dingen.

 

Wir sind zu wenig damit beschäftigt, um was sich das wirkliche Leben dreht. Mein Vater sel. A. sagte auf seinem Sterbebett: „Alles im Leben dreht sich um die Liebe“.

 

Das Judentum besteht aus lauter Liebe. Liebe Deinen G“tt mit Deinem ganzen Herzen, mit Deiner Seele und mit Deinem gesamten Vermögen. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Liebe den Fremden.

Die Liebe ist das Geheimnis, aber auch die Medizin, die das Leben in Gold verändert. Echtes Glück, innerhalb Deiner Ehe, als Eltern oder im Beruf, ist immer das Ergebnis der Liebe. Wo sich die Liebe zeigt, gibt es auch G“tt. Wenn wir Andere lieb haben, fließt die Liebe G“ttes durch uns. Um zu leben, musst Du lernen, lieb zu haben.

Laufen wir mit einem Gefühl von Sinn und Erfüllung herum? Jom Kippur war die herausragende Gelegenheit, um kurz inne zu halten und nach zu sehen, ob wir die Richtung ändern müssen.

 

Das Judentum ist das älteste und am Meisten verfeinerte Zeitmanagement-System der Welt. Das Judentum sorgt dafür, dass wir für die Dinge leben, die hierzu beitragen, die Bedeutung, Wert und Freude bringen.

 

Das Judentum verändert das Leben. Sei ein dankbarer Mensch. Indem wir beten, Dawwenen, danken wir G“tt für alles, was wir haben und selbst für das Leben. Dieses klingt vielleicht einfach, aber Dankbarkeit verändert Dein Leben.

 

Alles, was wir als eine Selbstverständlichkeit betrachten, ist eigentlich etwas ganz Besonderes. Wir werden von Segnungen umgeben. Wir sind hier, wir sind frei, wir haben Familie, Freunde, wir haben Möglichkeiten, die unsere Eltern nicht hatten und die sich unsere Großeltern noch nicht einmal hätten vorstellen können.

 

Ja, wir haben Probleme, Ängste, Schmerzen. Wenn wir mal dankbar sind, scheinen unsere Probleme kleiner zu sein und wir fühlen uns stärker. Medizinisch wird angedeutet, dass dankbare Menschen länger leben und gegen Erkrankungen widerstandsfähiger sind. Danken bedeutet Glück bringen, auch in schweren Zeiten.

 

Das Judentum gibt Deinem Leben Fortbestand und Dauerhaftigkeit. Wenn Du möchtest, dass Deine Kinder Jüdisch bleiben, bleibe dann konsequent und standhaft. Standhaftigkeit ist nicht nur innerhalb der Familie wichtig, sondern auch weit darüber hinaus. Nicht-Juden respektieren Juden, die das Judentum respektieren. Nicht-Juden schämen sich über Juden, die sich über das Judentum schämen. Denjenigen, die für ihren Glauben Opfer erbringen, gelingt es meistens, diesen an ihre Kinder weiter zu geben.

 

Geschenke machen einen Tag lang Freude, Werte allerdings bringen lebenslanges Glück. Schenke Deinen Kindern materielle Zuwendungen und Du wirst sie für immer verderben; in ihrem Leben werden sie Dir auch später nicht dafür danken.

 

Vermittele ihnen Ideale, lehre sie, lieb zu haben, Ehrerbietung zu bezeugen, schule sie, um Verantwortung zu übernehmen und lehre sie, Anderen zu geben, Andere zu unterstützen. Hilf ihnen, im Jüdischen Leben zu Hause zu sein. Lasse sie stolze Juden werden. Sie werden Dir für das, zu dem Du ihnen verholfen hast, dankbar sein.

 

Üble Nachrede ist Tabu

Meine Eltern hatten im Holocaust alles durchleiden müssen. Sie sprachen jedoch nie schlecht über Andere. Laschon Hara, üble Nachrede, bedeutet über andere Menschen negative Aussagen verbreiten, selbst wenn diese wahr sein sollten.

Diejenigen, die schlecht über Andere sprechen, vergiften die Sphäre. Laschon Hara untergräbt Beziehungen und verursacht großen Schaden. Man sagt dann: „aber es ist wahr“, aber man vergisst, dass Laschon Hara immer etwas ist, dass wahr ist. Wenn eine Behauptung unwahr ist, wird sie als Motsi Schem Ra bezeichnet („der Verbreitung eines schlechten Namens“).

Man entschuldigt sich: „aber es sind ja nur Worte“, aber man vergisst, dass Worte heilig sind. Schaue nach dem Guten im Menschen – und wenn Du etwas Schlechtes siehst, dann schweige. Jemand mit Respekt vor Anderen, kann üble Nachrede-Verbreiter nicht respektieren.

 

Schlüpfe aus Deiner Haut. Widme Deine Zeit den Anderen. In das Leben Anderer Glück hinein bringen wirkt anti-depressiv, auch für Dich selbst. Besuche Kranke. Lade Jemanden, der alleine ist, ein. Teile Deine Talente, Dein Können, mit Anderen.

 

Die Türe zum Glück öffnet sich nach außen. Dich nicht wohl fühlen kommt oft durch Einsamkeit. Bringe einem Anderen das Geschenk, indem Du ihm Gesellschaft leistest. Du wirst Dich nicht länger einsam und allein fühlen.

 

Simcha, Freude

Die wichtigste innerliche Rührung in der Thora und in den Tehillim (Psalmen) ist Simcha. Diene G“tt mit Freude. Du kannst Freude empfinden, selbst in schwierigen Zeiten.

Genau so, wie die Sonne durch die Wolken scheint, befreit die Freude den Geist. Lasse Dich durch Freude überraschen. Sich erfreuen bedeutet, Deine Seele für die positive Ausstrahlung des Lebens zu öffnen. Lasse Dein Gefühl, Dich wundern zu können, nie verblassen.

 

Ich wünsche Ihnen allen nochmals Schana Towa Umetuka. Möge dieses Jahr für uns alle süß und gesegnet sein. Das wird es sicherlich, wenn wir alle diese schönen Jüdischen Gedanken realisieren, also in die Tat umsetzen.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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