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ANFÜHRUNG MIT FEHLERN – Parascha Wajikra

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ANFÜHRUNG MIT FEHLERN – Parascha Wajikra

Viele Menschen haben Spaß daran, ein Anführer zu sein. Es scheint vielen Menschen ein gutes Gefühl zu geben – vielleicht, um anderen Gutes zu tun, vielleicht aus Selbstverwirklichung, oder vielleicht, aus der Ausübung von Macht, die Ehre, die Anführern gebührt, oder um andere Vorteile zu genießen.

Im Tanach sehen wir im Gegenteil, dass Anführung nicht fraglos akzeptiert wird. Große Teile von Schmot (Exodus), Kapitel 3, handeln von Mosches Weigerung, die Anführung der Bnei Israel zu übernehmen. Seine Bescheidenheit (siehe Bemidbar (Numeri) Kapitel 12) hinderte ihn daran, die Führung zu übernehmen. Er war auch weit davon entfernt, Vorteile aus seiner Position zu ziehen (siehe Bemdibar 16L15).

Ein solches Motiv allerdings lässt sich z.B.in 1. Könige 12,7, in der Geschichte von Jona sowie in der von Jirmiya (Jonas und Jeremijas) finden.

Die Parascha dieser Woche, die erste des dritten Buches der Thora, Vayikra (Levitikus), beginnt mit technischen Anleitungen, die bei den verschiedenen Opfern beachtet werden müssen. (Es ist sehr wichtig, das Thema des Wesens von Opfern, zu verstehen; da sie weit über unsere Vorstellungskraft hinausgehen- dies zu erklären würde aber den Rahmen dieses Artikels sprengen). Ein Teil dieser Vorschriften betrifft den genauen Ort, an dem die Opfer dargebracht werden sollen: im Vorhof des Tempels (oder dem beweglichen “Mischkan”, der in der Wüste als Tempel diente) oder in den Innenräumen.

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In der Pasuk 22 von Kapitel vier lesen wir, dass der Herrscher, wenn er eine Sünde begeht, ein Opfer bringen muss. Das ist für ihn sehr beschämend. Er hat gesündigt, und er ist sich dessen nicht nur bewusst, sondern er geht in aller Öffentlichkeit zum Tempel, um sein Sündopfer zu bringen. Aber das ist noch nicht alles. In der Pasuk 24 steht, dass sein Opfer nicht in einem verborgenen Teil des Tempels dargebracht wird, sondern im öffentlichen Teil – dem Teil, wo jeder sehen kann, was im Tempel geschieht. Dort steht der Herrscher, gibt öffentlich zu, dass er gesündigt hat, und bittet seinen Schöpfer um Vergebung.

(Für diejenigen, die der hebräischen Sprache mächtig sind, gibt es hier eine kleine Besonderheit: Alle anderen in diesem Kapitel beschriebenen Fälle von Sündern beginnen mit “im” – “vielleicht”. Im Fall des Herrschers beginnen die Sätze mit “asher”, was in diesem Zusammenhang seltsam klingt und mit “im Moment” übersetzt werden kann. Nicht “vielleicht”, sondern “fast sicher” wird der Herrscher dieses Opfer bringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Herrscher einen Fehler macht, ist hoch – höher als bei jedem anderen Menschen).

Dies sind die wahren Anführer des Jüdischen Volkes. Sie wissen, wie menschlich sie sind, und geben unumwunden zu, wenn sie falsch handeln.

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