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AUCH DER LETZTE VERBLIEBENE ABGOTT WAR KEINE HILFE – Parascha Beschalach

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בסייד

“Vor dem Götzen Ba’al Tsefon sollst du dein Lager am Meer aufschlagen”

(Schemot/Ex. 14:2)

Auf ihrem Auszug aus Ägypten lagerten die Juden am Schilfsee, und dann auch noch bei einem Götzen! Aber das war der Befehl von HaSchem. Raschi (1040-1105) erklärt, dass der Ba’al Tsefon das einzige Götzenbild war, das von allen Abgöttern in Ägypten übriggeblieben war. Die Juden mussten gegenüber diesem Götzen lagern, um die Ägypter in die Irre zu führen. Die Ägypter glaubten, dass der Ba’al Tsefon schwer zu überwinden sei und ihnen schließlich helfen würde, die “Problematik des Jüdischen Volkes” zu lösen.

Der Talmud lehrt uns, dass G’tt, wenn er ein Volk bestrafen will, zuerst seine Götzen bestraft. Dies geschah auch beim Auszug aus Ägypten. Die Götzen verrotteten, lösten sich auf oder schmolzen, und nichts blieb übrig.

Dies ist auch heute noch der Fall.

der Glaube an Wissenschaft und Technik war die neue Religion

In der Sowjetunion kam es zu einem plötzlichen Tauwetter und einer Liberalisierung. Die Refuseniks machten Tschernobyl für diesen Wandel verantwortlich. Für viele Russen war der Glaube an Wissenschaft und Technik die neue Religion. Ein Denkmal für diese neue “Religion” war ihr Kernreaktor. Als sie scheiterte, war ihr Gott untergegangen, und dieses Debakel führte zu einem geistigen Vakuum. Die Menschen begannen, nach neuen Werten zu suchen, und die Vergangenheit wurde neu eingestellt. Diese neue politische Realität hat auch eine theologische Dimension.

Liberalisierung aller Werte

Auf der anderen Seite war die Liberalisierung aller Werte im freien Westen für Millionen von Menschen die neue Religion. Die Menschen verehrten die Idee eines sorglosen Lebens, in dem es nur darum ging, Spaß zu haben, ohne allzu viele Einschränkungen und Regeln. Jede Form von Perversion und Promiskuität musste als “normal” angesehen werden. Aber auch dies erwies sich als Enttäuschung. Der Niedergang all dieser neuen Ideale führte zu großen gesellschaftlichen Veränderungen. Nach dem Sturz dieser modernen “Götzen” würde die Welt nie wieder dieselbe sein.

auch die Assimilation war nicht unsere Rettung

Auch andere “Ideale” und “ismen” verschwanden im letzten Jahrhundert von der Bildfläche. Die Emanzipation des 19. Jahrhunderts, die den Juden gleiche Rechte geben sollte, ging zu weit. Die Menschen wollten mit ihrer Umgebung gleichziehen. Das würde die Rettung für die Juden bedeuten. Aber auch die Assimilation war nicht unsere Rettung. Der Glaube an unsere physische Unbesiegbarkeit ist im Libanon gescheitert, und der Glaube an den Militarismus nach dem Motto “meine Stärke und die Kraft meiner Hand haben mir diese mächtige Position verliehen” hat sich als unhaltbar erwiesen. Auch nicht der säkulare Nationalismus als Assimilationsversuch, bei dem “die Juden ein Volk wie alle anderen Völker werden sollen, um die Frage des Jüdischen Volkes zu beenden und den Antisemitismus zu beseitigen”. Man hoffte, dass die Doppelmoral, mit der die Juden in der Diaspora behandelt wurden, beseitigt werden würde. Aber Zion ist mehr als nur ein Zufluchtsort vor Fremdenfeindlichkeit oder eine nationale Heimat für heimatlose Juden.

eine Modellgesellschaft von moralischer Aufrichtigkeit und geistiger Ausstrahlung

Unsere Sehnsucht nach Zion war schon immer mehr als der Wunsch nach Sicherheit oder einfachem Überleben. Das letztendliche Ziel eines Jüdischen Staates ist es, eine Modellgesellschaft von moralischer Aufrichtigkeit und geistiger Ausstrahlung zu bilden, die ein Segen für die ganze Welt ist. Nur so wird sich die Vision unserer Propheten erfüllen: “Von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort G’ttes von Jerusalem”.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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