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DIE MEHLOPFER/OPFERGABEN – Parascha Zaw

DIE MEHLOPFEROPFERGABEN - Parascha Zaw
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בסייד

Die Mehlopfergabe war die preiswerteste aller Opfergaben. Alle Opfergaben konnten

a.       entweder durch eine Person

b.      oder durch eine Anzahl von Personen

c.       oder durch das gesamte Volk gemeinsam erbracht werden.

Das Mehlopfer bildet hier eine Ausnahme, da es nur durch eine einzelne Person oder durch das gesamte Volk erbracht werden kann. Wenn die Thora über die Personen spricht, die ein Mehlopfer erbringen können, wird das Wort „Nefesch“ (eine Seele) verwendet, ein Wort, dass entweder eine Einzelperson oder das gesamte Volk bedeutet, wie im Vers (Bereschit 46:26): „Alle Seelen des Hauses Ja’akov, die nach Ägypten herab stiegen“.

Einheit 

Wenn es sich um das Haus Ja’akov handelt, spricht die Thora über EINE Nefesch, in der Einzahl, obwohl wir es in die Mehrzahl übertragen, da Ja’akovs Familie eine Einheit bildete.

G“tt hält Ausschau nach dem Mehlopfer, da es nur durch ein Volk erbracht werden kann, dass wie EIN Mann auf den G“ttesdienst ausgerichtet ist. Es geht G“tt im Grunde nicht um das Mehlopfer, sondern um das geistige Klima, innerhalb welches es erbracht wird. Die Einheit zwischen den Menschen erfüllt G“tt auch mit Freude.

ein spezielles, tägliches Opfer des Kohen Gadol 

Es war ein spezielles, tägliches Opfer des Kohen Gadol, des Hohepriesters. Jeder Tag aßen die Kohanim von den Mehlopfern des Volkes. Mit seinem eigenen Opfer zeigte der Kohen Gadol, dass sein Stamm nicht darauf hinaus war, sich seine Bäuche voll zu schlagen, denn sie gaben auch ein eigenes Opfer, also von sich selbst. Ihr gesamter Tempeldienst, einschließlich des Verzehrs der Opfergaben, erfolge Leschejm Schamajim (pro Deo, also für den Himmel). Außerdem drückt der Kohen Gadol mit diesem Opfer seinen Dank im Namen aller seiner Stammesgenossen aus, dass G“tt ihnen den Tempeldienst gegeben hat und sie durch das Volk ernähren ließ.

Ersatzleistung

Die Kohanim mussten eine Handvoll von allen Mehlopfern nehmen und dieses auf den Altar legen. Den Rest durften sie selber essen. Wenn sie auf dem Alter zu wenig gelegt hätten, wäre das eine Art von Diebstahl gewesen. Deshalb erbrachte ihr Stammesfürst ein zusätzliches Mehlopfer, um dieses zu vergüten. Darüber hinaus erfüllte der Kohen Gadol hiermit ein spirituelles Rollenbeispiel. Würde das Volk sehen, dass selbst der Hohepriester für seine Sünden täglich Busse tut, würden es diese Entscheidung auch auf sich selber beziehen bezw. anwenden. Und da es lediglich ein einfaches Mehlopfer war, brachte dieses dem Kohen Bescheidenheit und Demut ein.

Nivellierungseffekt

Das einfache Opfer hatte auch ein Nivellierungseffekt, also einen Ausgleich der gesellschaftlichen Unterschiede. Den Armen war es gestattet, da sie sich kein Tieropfer leisten konnte, ein einfaches Mehlopfer dar zu bringen. Da auch der Kohen Gadol nur ein Mehlopfer darbringen würde, hätten sie es nicht nötig, sich weiter zu schämen.

Geschichtlicher Bezug

Und dann gibt es noch den geschichtlichen Bezug. Aharon hatte – sicherlich nicht aus Überzeugung – bei der Erstellung des Goldenen Kalbes mit gewirkt. Jeden Tag fühlten sich er und seine Nachkommen hierfür noch schuldig und suchten damit um Verzeihung. Deshalb wird dieses Opfer auch vollständig verbrannt. Würden die Kohanim dieses auch selber auf essen, dann wäre es so, als ob sie selber überhaupt nichts geopfert hätten.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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