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Diskussion mit dem jüdischen Gelehrten – Teil VII

Noach Kuzari
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Ordnung spontan aus dem Chaos?

Ben Noach: Das hat mich immer gewundert. Während unseres Wachstums als Person sind wir ständig auf der Suche.

Rabbi: Aber was willst du dann? Ist alles aus dem Chaos entstanden? Es gab nie Ordnung außerhalb des Chaos, außer durch eine von außen kommende Hand. Kann ein gefallenes Tintenfass ein Gedicht schreiben? Vor allem viele Wissenschaftler staunen über die Komplexität, das System, das Recht und die gegenseitige Abhängigkeit der Natur. Das Intelligent Nature Design versetzt alle in Unordnung. Das kann kein Zufall sein.

Ben Noach: Aber warum glauben die Leute an die Evolutionstheorie?

Rabbi: Die Leute haben über mögliche Alternativen nachgedacht, weil die Schöpfungstheorie viele moralische Konsequenzen hat. Wenn Sie an G-tt glauben, müssen Sie ihm auch gehorchen. Warum wenden sich so viele Darwins Theorie zweifellos an? Darwin setzt die Genesis vor einigen Milliarden Jahren ein. Keine G-ttes-Anforderungen, keine Normen oder Werte. Er löst aber auch nicht die Frage nach dem Ursprung von Zeit, Raum und Materie. Darwins Gewinn ist klar. Ein gradueller Prozess von einzelligen Tieren zu Menschen und Menschen können vom einfachen Geist und darüber hinaus wertfrei verstanden werden.

Aber früher oder später schlägt ein Gefühl der Sinnlosigkeit vor. Was nützt alles? Was ist der “Fit-Test”, um zu überleben? Wohin geht das? Wo ist das Ende dieser unbegrenzten Verbesserung der Art? Darwins Reiz liegt im Mangel an Werten und Normen. Die Bedeutung und der Sinn des Lebens verblassen. Wenn wir von einzelligen Arten stammen, verfällt jeglicher religiöse Anspruch. Aber von einem normativen G-tt erstellt, müssen wir alle Arten qualitativ hochwertiger Aufträge erfüllen.

Tiere unterscheiden sich wesentlich von Menschen

Ben Noach: Aber sehen wir keine Entwicklung bei Tieren?

Rabbi: Für diejenigen, die sich mit der Tierpsychologie beschäftigen, ist der Übergang vom Affen zum Menschen wissenschaftlich sehr unwahrscheinlich. Die Kluft zwischen Mensch und Tier ist groß, besonders im intellektuellen Bereich. Es stellt sich heraus, dass kein Tier mit einer Karte navigieren kann. Kein Hund hat jemals ein Feuer gemacht. Können Tiere logisch denken? Das scheint sich nicht zu beweisen. Das Gegenteil scheint plausibler. Der Midrasch sagt uns, dass die Menschen seit dem Turm zu Babel wie Affen wurden.

Ben Noach: Aber Tiere können auch lernen? Verschmelzen Tiergeister und menschliche Psyche nicht allmählich miteinander?

Rabbi: Es gibt eine unüberbrückbare Kluft zwischen menschlichem und tierischem Denken. Die Fachzeitschrift Behavioral and Brainsciences stellt eindeutig fest, dass der Mensch “eine große Lücke im spirituellen Sinne überbrückt hat”. Das ist mehr als ein Quantensprung. Es ist ein echter Qualitätssprung. Bei Tieren fehlt die Selbstreflexion. Es ist übrigens nicht fair, die Intelligenz von Tieren in Bezug auf den menschlichen IQ zu messen. Vielleicht operieren Tiere auf einer völlig anderen intellektuellen Wellenlänge. Können Tiere mit Syllogismen umgehen? A ist größer als B und B ist größer als C, sollte also A größer als C sein? Nein! Schimpansen sehen auch keine Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung.

Das Überleben des Stärkeren schien gut zu sein, läuft aber bereits beim Menschen schlecht ab. Als Endpunkt der Evolutionsleiter und des “Fit-Tests” ist die völlige Hilflosigkeit des Menschen ein großes evolutionäres Problem. Die Menschen sollten nach der Geburt sofort gehen und sprechen können. Jetzt ist der Mensch lange Zeit abhängig. So weit in der Evolution und so unselbstständig Das Gegenargument ist jedoch, dass es auf die hohe Entwicklung des Menschen hinweist. Möglicherweise wurden einige prähistorische Tiere gefunden, aber die “Verbindung” zum Menschen wurde noch nicht nachgewiesen.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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