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FLUCHTORTE, UM MENSCHEN ZU HELFEN – Parascha Masse

FLUCHTORTE, UM MENSCHEN ZU HELFEN - Parascha Masse
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Am Ende des vierten Thorabuches Bamidbar werden die Vorschriften von Totschlag durch ein Unglück abgehandelt. Im fünften Thorabuch Dewarim steht beschrieben, wie Mosche drei Fluchtorte östlich des Jordans angibt (diese Städte oder Orte dienten dazu, einen Täter zunächst vor Gewalt zu schützen, bis ein Urteil über seine Tat gefällt wurde).

Rehabilitierung

Die hier beschriebene Mission der Zufluchtsstädte fand nicht lange vor Mosches Tod statt. Hintergrunderklärungen deuten darauf hin, dass das fünfte Thorabuch Dewarim eine lange Drosche (Rede) von Mosche war und dass sich Mosche auch gegen Ende seines Lebens mit den Entrechteten und Verstoßenen aus der Gesellschaft und deren Rehabilitierung befasste.

Menschen, die unglücklicherweise jemanden getötet hatten, konnten dort sicher verbleiben, ohne befürchten zu müssen, vom Go’ejl Hadam, dem Bluträcher, getötet zu werden.

Zuneigung zu Menschen

Die Karriere von Mosche begann mit der Zuneigung zu Menschen und endete mit Taten aus Chessed (Liebe). Das Erste, was wir über Mosche hören, ist, dass er den Palast von Pharao verließ, um sich an das Leid seiner Brüder zu beteiligen.

Der Talmud besagt, dass das einem mit einem Lächeln gegenüber treten wichtiger sein kann, als ihn zu ernähren. In den Pirkej Awot (Sprüche der Väter) werden wir dazu angehalten, mit dem Begrüßen von Anderen zu beginnen.

In den Sprüchen der Väter (4:15) heißt es: “Rabbi Mattitya ben Cheresch sagt: Grüßt jeden zuerst”.

Man sollte jeden grüßen, weil dies für gute gegenseitige Beziehungen wichtig ist (Raschi, Bertinoro, Tiferet Yisra’eel). Das ist praktische Ethik (Rabbenu Jonah).

Von Rabbi Jochanan ben Zakkai heißt es, dass er jeden zuerst grüßte, sogar einen Götzendiener auf der Straße (B.T. Berachot 17a). Man muss seine Nachbarn in Wort und Tat ehrenhaft behandeln. Unsere Gelehrten sagten uns, dass vierundzwanzigtausend Schüler von Rabbi Akiva starben, weil sie einander nicht mit Ehre behandelten (Rabbi Mosche Chaim Luzatto).

Im Klartext: kommst Du irgendwo hinein, grüße!

Einen Gruß zu beantworten, ist Höflichkeit.

Einen Anderen zuerst zu begrüßen, zeigt Freundlichkeit oder eine liebevolle Einstellung auf, da man sich über alle sozialen Empfindlichkeiten hinweg setzt, wie „wer grüßt zuerst“? und somit das Eis bricht.

Grüßen und Lächeln beruhigen den/die Anderen, umgehen soziale Spannungen und erleichtern ein ungezwungenes Miteinander und einen angenehmen Verlauf.

Den ersten Schritt machen, darum geht es…

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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