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Frage: Wie ist das “Tote Meer” entstanden?

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Frage: Wie ist das “Tote Meer” entstanden?

Antwort: Bevor G´tt die Städte Sedom, Amora und deren Umgebung zerstörte, war es eine sehr fruchtbare Gegend mit zahlreichen Feldern (siehe Bereschit Kap.14, Vers 3), welche vom Jordan-Fluss gespeist wurden. Erst später entstand an dieser Stelle das Tote Meer. Der Malbim (Rabbi Meir Leibusch Wisser, 1809-1879) erläutert, wie die Zerstörung von Sedom zur Entstehung des Toten Meeres führte: 

Um diese Städte zu zerstören, ließ G´tt nicht nur Feuer und Schwefel vom Himmel niederregnen, sondern  “krempelte” sie auch um (siehe Kap.19, 24-25). Dabei versank das gesamte Gebiet in der Tiefe (nicht umsonst ist das Tote Meer mit mehr als 420 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefstgelegene, nicht von Wasser oder Eis bedeckte Punkt der Erde) und diese Stelle füllte sich mit glühenden Lava. Der Jordan-Fluss, welcher zuvor in dieses Gebiet floss, vermischte sich mit der Lava und es entstand ein Schwefeldioxid (SO2)- Salzsäure (HCl)-Wasserstoff (H2)-Schwefelwasserstoff (H2S)-Gemisch. Daher die von 

Gaius Plinius Secundus Maior in Naturalis historia verwendete Bezeichnung “Asphaltsee” (Asphaltites). 

Der Salzgehalt des Toten Meeres ist deshalb so hoch (zwischen 28 und 33%), weil das Wasser im heißen Wüstenklima schneller verdunstet, als durch den Jordan-Fluss und Regen hinzu kommt. Dabei entweicht nur der Wasserdampf, während die Salze und Mineralien zurückbleiben und weil das Tote Meer ein abflussloser See ist, werden die Salze nicht weggespült. 

Rav S.R. Hirsch schreibt, dass die Tora (Kap.19, Vers 24) sich wiederholte und nochmals “von G´tt” schrieb, damit die Menschen nicht denken, dass es sich um eine Naturkatastrophe (Erdbeben etc.) handelte. 

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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