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HISTORISCHE, MEDIZINISCHE UND JURISTISCHE ÜBERLEGUNGEN ZUR BRIT MILA – Teil 2

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HISTORISCHE, MEDIZINISCHE UND JURISTISCHE ÜBERLEGUNGEN ZUR BRIT MILA – Teil 2

Ich war besorgt über die vielen Kritiken, die an der jüdischen Beschneidung am achten Tag nach der Geburt geübt werden. Sogar hier in Israel gibt es in der jüdischen Bevölkerung eine Menge Widerstand gegen die Beschneidung. Laut Chaim Leiter, der selbst ein Mohel ist, ist die Kritik übertrieben und “ungerechtfertigte Angst” vor dem Unbekannten. Mit Menschen aus verschiedenen Kreisen muss ich jeden Tag über die Bedeutung der Beschneidung streiten. Selbst hier in Israel, wo fast jeder beschnitten ist.

Doch zunächst einige einführende Informationen zur Geschichte der Brit Mila, der Beschneidung für die Existenz und das Überleben des jüdischen Volkes. Die Beschneidung gibt es schon seit mehr als 4.000 Jahren.

BRIT MILA – Die Beschneidung 

„Mitten an diesem Tag wurden Awraham und sein Sohn Jischmaejl beschnitten“ (Bereschit/Gen. 17:26).

Die Beschneidung wird immer als ein besonderes Ereignis gefeiert. Gerade heute entstehen rund um diese schwerwiegende Mitzwa (Gebot) viele praktische Fragen. Oft werden wir mit der Frage konfrontiert, was besser sei: die Brit-Mila Mitten am Tag durch zu führen, da dann viele Menschen dabei anwesend sein könnten oder es besser sei, die Mitzwa der Beschneidung so früh wie möglich vor zu nehmen. Aus Sicht des Talmuds (B.T. Rosch Haschana 32) scheint es jedenfalls das Beste zu sein, so früh wie möglich nach dem Nejtz Hachama, dem Ausgang der Sonne, zu beschneiden – Mitten im Winter ist das erst um 9.50 Uhr in Deutschland.

Awraham fürchte sich vor Niemandem 

Awraham beschnitt sich selbst Mitten am Tag, da er deutlich machen wollte, er fürchte sich vor Niemandem, um seine religiösen Anweisungen durch zu führen. Dieses ist auch der Grund, dass man bei einer Brit-Mila einen Minjan (zehn Männer) haben sollte, um diese große Mitzwa so viel wie möglich verbreiten zu lassen.

Die Kinder von Jischmaejl führen die Beschneidung noch immer bis heute durch

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Nicht nur Awraham und Jitzchak wurden beschnitten, sondern auch Jischmaejl: „Und Jischmaejl, sein Sohn, war dreizehn Jahre alt, als er beschnitten wurde“ (17:25). Im Sohar wird erzählt, dass Rabbi Chija bei diesem Passuk (Satz) weinte. Awraham hat lange auf ein Kind warten müssen. Letztendlich wurde Jischmaejl geboren. Sarai war unfruchtbar, aber sie und Awraham wünschten sich jedoch einen Sohn. Deshalb stimmte Sarai zu, dass Awraham das Kind mit der Dienerin Hagar zeugte. Awraham beschnitt ihn; da war Jischmaejl 13 Jahre alt. Die Kinder von Jischmaejl, die Araber, führen die Beschneidung noch immer bis heute durch. Das ist für sie ein Sechut (ein Verdienst).

Das bedeutet, dass fast alle Einwohner Israels beschnitten sind. Dennoch gibt es viel Widerstand, vor allem unter den moderneren Menschen. Ich hatte mich nach der Beschneidung eines Neffen mit Chaim getroffen.

Kinderrechtsaktivisten

Das Wetter war schön und wir saßen auf einer Terrasse an einer der schönsten Straßen Jerusalems, dem Mamilla-Boulevard. Fromme und Freie, Bürger und Ausländer und vor allem viele Touristen liefen an uns vorbei. Eine Augenweide, so viele verschiedene Menschen, die hierher kommen, um die heiligsten Stätten Israels zu besuchen. Chaim nippte an seiner Cola und schoss sofort los: “Es gab einen heftigen Angriff auf die Brit-Mila (Beschneidung) in der Ha’aretz, einer bekannten Zeitung hier. Die Überschrift des Artikels lautete: “Wir haben unseren ersten Sohn beschneiden lassen, warum sollten wir das auch bei unserem zweiten Sohn tun?”. In dem Interview kommen zwei Anti-Beschneidungs-Aktivistinnen, Ronit Tamir und Rani Kasher, zu Wort. Chaim ist mit ihrem Vorschlag ganz und gar nicht einverstanden: “Juden haben ihre Kinder seit den Tagen Abrahams beschneiden lassen. Ein wichtiges Argument ist unsere Geschichte. Wir haben immer für unsere Religionsfreiheit kämpfen müssen. Die Beschneidung jetzt zu verbieten, wäre eine Schande für die Gräber der vielen Juden, die ihr Leben für ihren Glauben gegeben haben.” Ich fand dies eine interessante Perspektive, zumal die Tora selbst sagt, dass Abraham seine beiden Söhne Jischmaejl und Jitschak beschnitten hat. Kinderrechtsaktivisten wollen, dass die Kinder selbst über ihre Beschneidung entscheiden.

beste Zeitpunkt für eine Beschneidung so früh wie möglich

Chaim war deutlich: “Die meisten jüdischen Eltern haben Angst vor Schmerzen und Komplikationen. Aber gerade deshalb ist unsere Beschneidung am achten Tag so gut.  Jenny H. Yiee und Laurence S. Baskin zeigen in der medizinischen Fachzeitschrift Up to Date, dass Komplikationen bei 2 bis 6 von 1.000 beschnittenen Kindern auftreten. Zwanzigmal so viele Komplikationen werden bei Beschneidungen zwischen dem ersten und neunten Lebensjahr und zehnmal so viele Komplikationen bei Beschneidungen im Alter von über 10 Jahren gemeldet. Medizinische Experten sind sich einig, dass der beste Zeitpunkt für eine Beschneidung so früh wie möglich ist. In unserem Fall ist das der achte Tag. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem die Blutgerinnung am stärksten ist. Rani Kasher behauptet, die Beschneidung sei in Amerika zur Routine für alle Kinder geworden, damit sie nicht mehr masturbieren. Die Wahrheit ist jedoch, dass 50-80 Prozent der amerikanischen Bevölkerung erst nach dem Ersten Weltkrieg beschnitten wurden, als die Soldaten viele Wochen in den Schützengräben verbrachten und sich aufgrund mangelnder körperlicher Pflege Infektionen zuzogen, die nur durch eine Beschneidung behoben werden konnten. Die Beschneidung hat viele medizinische Vorteile und rettet jedes Jahr das Leben von 7.000 Babys in Amerika.”

hier geschieht etwas von höherer Bedeutung

Chaim hat große Erfahrung mit vielen Beschneidungen jeden Tag bis nach Dubai: “Eine Beschneidung tut weh. Ich – und mit mir viele Beschneider – nehmen das Schmerzmanagement extrem ernst. Wenn nötig, betäuben wir vor Ort. Die Behauptung in der Ha’arets, der Schmerz bei der Beschneidung sei vergleichbar mit dem Herausziehen eines Nagels, ist aus der Luft gegriffen. Wir sprechen hier von der Vorhaut, die im Grunde genommen lose Haut um das Glied ist. Der Schmerz ist kurz und leicht. Das sieht man daran, dass 99 % der Babys fast sofort nach dem Eingriff aufhören zu weinen. Niemand tut Kindern gerne weh. Aber hier geschieht etwas von höherer Bedeutung. Sie werden in eine jahrtausendealte Tradition aufgenommen und werden Teil des jüdischen Volkes. Es ist undenkbar, dass die Beschneidung schädlich sein könnte. G’tt hat sowohl die materielle als auch die geistige Welt geschaffen. Für beide Erfahrungswelten ist die Beschneidung ein Segen”.

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