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KORECH, das Sandwich von Hillel, Matza und Maror, UND CORONA

KORECH, das Sandwich von Hillel, Matza und Maror, UND CORONA
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Wir wissen natürlich nicht, was passieren wird, wohin uns diese Situation führen wird. Natürlich hoffen und beten wir, dass es allen besser geht. Dass niemand in eine kritische Situation gerät, dass jeder geheilt wird und dass niemand sonst krank wird.

Trotz der gegenwärtigen Umstände haben wir die Aufgabe, glücklich zu sein. Wir haben die Gelegenheit, uns selbst zu finden.

Die Begegnung mit uns selbst ist das, was uns unter allen Umständen glücklich machen kann.

Wenn es uns gelingt, eine Verbindung zu unserem inneren Selbst, unsere inneren Teil, herzustellen -im Grunde sich von jedem Problem zu trennen- dann ist dies was uns unsere wirkliche Befreiung ermöglicht.

Wenn es uns gelingt, die Schechina in unserem Herzen zu verinnerlichen, dann suchen wir nicht nach Ablenkung oder einer Art von Flucht.

Wenn es uns gelingt, wirklich ein Innenleben zu führen dann hören wir auf, sich mit anderen zu vergleichen. Wir sind dann nicht durch die Beziehung zu anderen frustriert.

Heute Abend feiern wir den Seder allein. Wir essen Korech, Matza und Maror zusammen. Was lernen wir daraus?

Für Korech nehmen wir die untere, nicht gebrochene Mazza.

Laut Hillel soll uns nicht nur der Geschmack des befreienden Pessachlammes als wichtigste Lektion des Sederabends und der Triumpf der Freiheit über die Unterdrückung im Gedächtnis bleiben  (deshalb durften wir früher am Abend nach dem Pessachopfer nichts mehr essen!),

sondern müssen wir uns gleichzeitig realisieren, dass der Exodus, also jede Befreiung, in sich auch wieder den Keim der vorherigen Phasen von Exil, Knechtung und Unterwerfung in sich trägt.

Freiheit kennt viele Einschränkungen

Deshalb essen wir eine Mischung aus Mazza und Maror; dann realisieren wir uns, dass Freiheit viele Einschränkungen kennt und ohne weiteres in ihr Gegenteil umschlagen kann, nämlich in eine neue Phase der Bedrängnis und Sklaverei.

Liebe Freunden,

Jede Arbeit an unseren Eigenschaften (den Midot) besteht darin, diesen inneren Frieden, diese Begegnung mit uns selbst zu erreichen. Der erste Schritt beginnt bei sich selbst und der zweite Schritt bei der nahen Familie.

Dazu haben wir heute Abend reichlich Gelegenheit.

Chag sameach!

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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