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DIE GESCHICHTE DER ZÄHLUNG DER MENSCHEN – PARASCHA BAMIDBAR

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DIE GESCHICHTE DER ZÄHLUNG DER MENSCHEN – PARASCHA BAMIDBAR

DIE GESCHICHTE DER ZÄHLUNG DER MENSCHEN

Das Buch Numeri ist das vierte Buch der Thora, dass wir am bevor stehenden Schabbat weltweit zu lesen beginnen. Das Buch Numeri heißt in Hebräisch Bamidbar und bedeutet wörtlich „in der Wüste“. Bamidbar, das vierte Buch der Thora, beginnt – im ZWEITEN Jahr nach dem Exodus – mit dem eindeutigen Auftrag von G“tt an Mosche: „Stelle die Zahl der gesamten Gemeinde der Kinder Israels fest, indem Du pro Kopf aller Männer zählst“.

Aber weshalb müssen die Kinder Israels gezählt werden? Die Zählung ist ein Beweis der Liebe G“ttes zur Vorbereitung auf einen neuen, spirituellen Status, also Zustand. Nachdem sie die Thora empfangen hatten und ein Heiligtum in der Wüste errichteten, erhielten die Kinder Israels neue geistige Impulse.

Ich nehme Sie mit in die unterschiedlichen Zähl-Episoden in Thora und Nach (den übrigen Bücher der Bibel). Das Zählen wirft eine Anzahl sehr essentieller Fragen zu unserem Bezug zum Allmächtigen auf.

Die erste Frage: Weshalb mussten die Juden im ERSTEN Jahr nach dem Exodus gezählt werden; G“tt kannte doch die Zahl? Die Volkszählung war mehr für die Umwelt bestimmt. Jeder lachte das Jüdische Volk aus: „Vierzig Tage nach Erhalt der Thora habet Ihr wieder einen Götzen angefertigt. G“tt wird Euch das niemals mehr verzeihen!“

Das Jüdische Volk wurde durch die Beiträge zum Mischkan (zum Heiligtum) als Edut-Bezeugung, also Reue-Bekenntnis, entlastet. Der Mischkan – das mobile Heiligtum in der Wüste – zeugte von G“ttes Vergebung.

Die zweite Frage: es wurde mittels der Spende eines halben Schekels gezählt. Jeder spendete einen halben Schekel und die Schekalim (Schekels) wurden gezählt. Es wurden keine „Köpfe“ (also pro Kopf) oder Menschen gezählt. Der halbe Schekel hatte ein Gewicht von zehn Gera – als Sühne für die Übertretung der Zehn Gebote.

Wie kann eine so kleine Münze eine so große Verfehlung sühnen? G“tt zeigte Mosche einen GLÜHENDEN halben Schekel. Mit viel erneuerter Begeisterung für die Religion kann selbst der schlimmste Fehltritt wieder begradigt werden!

Die dritte Frage: Weshalb dürfen wir keine Menschen zählen? Wenn wir Dinge zählen, zeigt das, dass diese einer Veränderung unterliegen. Der Verfall, die Alterung und die Gewalttaten sind Folgen des Sündenfalls der ersten Menschen. Sobald wir zählen, zeigt dieses, dass der „Tod“ auf die eine oder andere Weise zugeschlagen hat. Der Tod ist die Folge des zu kurz Kommens. Deshalb ist die Kappara erforderlich, eine Sühne, eine Heiligung in Form einer Spende an das Heiligtum.

Mit dem Rest brechen

Die Thora besagt, dass bei einer direkten Menschenzählung eine „Plage“ ausbricht. Raschi: durch die Zählung ruht das böse Auge auf den gezählten Objekten. Rabbi Bachja ibn Pakuda (elftes Jahrhundert) erklärt das Zählverbot auf andere Weise: „indem Jeder eine eigene Nummer erhält, wird jeder Einzelne aus der Masse heraus gehoben. Es entsteht eine abgesonderte Identität, die nicht mehr mit dem Rest verbunden ist. So lange man Teil des Ganzen ist, arbeiten die Leistungen Aller für Jeden. Wenn man aber einzeln beurteilt wird, ist jeder auf sich allein gestellt, wodurch man angreifbarer für subjektive Beurteilung, Vorurteil und Verurteilung wird“.

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Die Spende des HALBEN Schekels zeigte, dass wir ohne den Anderen nur ein halbes Ich sind. Reich und Arm waren dabei vollkommen gleich. Der halbe Schekel verband wieder mit dem GANZEN.

Die gleichen Anzahlen

In Bamidbar (Numeri) wird das Jüdische Volk jetzt am ersten Ijar des zweiten Jahres nach dem Auszug noch ein Mal gezählt. Bei beiden Zählungen war die gesamte Anzahl gleich. Wie war das möglich? Es kann sein, dass die Zahlen der Verstorbenen und der neu Geborenen gleich waren.

Eine zweite Antwort lautet jedoch, dass der Stamm Levi bei der ersten Zählung wohl mit gezählt wurde, bei der jetzigen Zählung jedoch nicht. Die Lücke, die die Nicht-Mitzählung des Stammes Levi bildete, wurde durch die Männer aufgefüllt, die schon fast das zwanzigste Lebensjahr (nur sie wurden mit gezählt) erreichten.

David`s Zählung

Im Buch Samuel (II 24:9) steht, dass König David wegen einer Volkszählung bestraft wurde. Wenn die einzige Vorschrift bei einer Zählung lautete, dass man nur Münzen, aber keine Menschen zählen darf, ist es nicht einfach zu verstehen, wieso David sich hierin irren konnte. Weshalb wurde G“tt so böse auf König David?

„David“, sagt Nachmanides, „überschritt auch eine andere Randvorschrift beim Zählen von Menschen. Dieses darf nur erfolgen, wenn es auch wirklich notwendig ist. David zählte nur, um sich über die große Macht seiner Armee zu erfreuen“.

Unnötige Zählung

Menschen werden zu Zahlen reduziert. Dieses ist auch, was der Midrasch im Namen von Rabbi Eliezer sagt: „So lange das Jüdische Volk für ein deutlich klares Ziel gezählt wurde, hat es ihm an nichts gefehlt, aber als eine Zählung ohne eine ersichtliche Notwendigkeit erfolgte, ging es schief aus“. David benötigte die Zählung nicht für kriegerische Belange. Das unnötige Zählen von Menschen ist verboten, selbst bei einem Census mit Schekalim (Schekel).

Nachmanides zieht die Schlussfolgerung: „dass die Thora vor schreibt, einen halben Schekel bei der Zählung OBERHALB DER ZWANZIG zu verwenden, deutet darauf hin, dass die Zählung von Menschen ab DREIZEHN Jahren als die Zählung des GESAMTEN Jüdische Volkes angesehen wird und das ist selbst mit Schekalim (Schekel) verboten“.

G“tt möchte nicht, dass das ganze Volk gezählt wird, da er ihnen versprochen hatte, sie zu vermehren, wie die Gestirne am Himmel, wie es steht (Bereschit/Genesis 15:5): „Ihr könnt sie nicht zählen“.

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