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STANDARTENTRÄGER IN DER WÜSTE – Parascha Bamidbar

STANDARTENTRÄGER IN DER WÜSTE - Parascha Bamidbar
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STANDARTENTRÄGER IN DER WÜSTE

(das sind die Fahnenstangen mit den Symbolen des jeweiligen Stammes, siehe unseren Vorhang vor dem Ahron Hakodesch)

In Bamidbar (Numeri 2:1 – 34) lesen wir über die Stellung der Jüdischen Stämme während ihrer Lagerungen und Reisen durch die Wüste.

Hierbei entstehen viele Fragen:

1. DIENTEN DIE STANDARTE EINEM MILITÄRISCHEN ZIEL?

Laut dem Midrasch haben die anderen Völker hieraus gelernt, wie sie in der Armee mit Standarten umzugehen hatten.

Don Jitzchak Abarbanel (15. Jahrhundert) weist darauf hin, dass das Jüdische Volk vor der Grenze von Israel stand. Obwohl G“tt – in Bechukotaj (vergangene Woche) noch versprochen hatte, dass „hundert von Euch Tausend Feinde verfolgen werden“, dürfen wir uns doch nicht auf ein Wunder verlassen. Mosche bereitete das Volk auf den Einzug ins Land Israel vor.

2. DIE STANDARTEN DIENTEN AUCH FÜR EIN SPIRITUELLES ZIEL.

Die Thora ist kein militärisches Handbuch. Das Wichtigste, was die Thora uns erläutern will, ist das geistige Ziel der Standarten. Der militärische Vorteil war ein Nebeneffekt. Alle Stämme lagerten um das Tabernakel, also um das Stiftzelt. Genau so wie das Herz den Mittelpunkt des Körpers bildet, bildete das Heiligtum das zentrale Nervensystem des Jüdischen Volkes.

DAS JÜDISCHE VOLK ALS DAS HIMMLISCHE FAHRZEUG

Andere Chachamim (Gelehrte) erklären, dass die Fahnen spirituelle Standarte waren, auf denen Symbole des MERKAWA – des Himmlischen Fahrzeuges – abgebildet waren, das in den Aussagen zum Propheten Jecheskiel vermerkt sind.

Das Jüdische Volk bildete somit das Transportmittel des G“ttlichen Vorhabens mit dieser Welt (einige Gelehrte wundern sich jedoch über diese Art der Darstellung, in Anbetracht des strikten Bilderverbotes in der Thora und Halacha, dem Jüdischen Gesetz).

VIER WINDRICHTUNGEN

Laut Rabbi Ephrajim Luntschits verweisen die vier Armee-Gruppen auf die Tatsache, dass wir den Namen G“ttes in alle vier Windrichtungen verbreiten.

Die Fahnen werden auch „Zeichen“ genannt. Sie waren „Wegweiser“ in die Richtung der G“ttlichen Anwesenheit.

Nach der Erstellung des Mischkan (das Tabernakel) wurde den Juden genau mit geteilt, wie sie sich, nach Stämmen unterteilt, zu lagern hatten. Auf diese Weise wusste jeder genau, wohin er gehörte, so dass das Volk auf die G“ttliche Anwesenheit vorbereitet werden konnte.

Die spezielle Weise, in der das Jüdische Volk eingeteilt war, entsprach der Aufstellung der Engel um den Thron G“ttes. Es ist die Aufgabe des Jüdischen Volkes, das Irdische Tun dem Himmlischen Tun anzuschliessen.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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