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Die Zehn Gebote und unser zentrales Glaubensbekenntnis „SCHEMA ISRAEL“ – Parascha Waetchanan

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In dieser Parascha kommen als Thema die Zehn Gebote und unser zentrales Glaubensbekenntnis „SCHEMA ISRAEL“ an die Reihe.

Das erste Gebot der Zehn Gebote deutet auf unsere Überzeugung hin, dass G“tt EINS ist. Wir sind stolz darauf, dass wir den Monotheismus als die Ersten eingeführt haben. Was ist der große Vorteil des Monotheismus und was lehrt dieser in unserem modernen Zeitalter?

Der Glaube an EINEN G“tt geht davon aus, dass alles von einem zentralen Punkt heraus geschaffen wurde. Dieses erklärt, wieso alles im Universum mit einander zusammen hängt. Wissenschaftler gelangen immer mehr zur Erkenntnis, dass ein enormer Zusammenhang zwischen allerlei Natur-, Psychologischen-, Soziologischen-, Physiologischen- und anderweitigen Gesetzen besteht.

Göttervielfalt setzt voraus, dass jedes Geschehen oder Phänomen seinen eigenen G“tt hat. Wir gehen davon aus, dass alles aus einem zentralen Plan erschaffen und gesteuert wurde und wird.

Die Einheit G“ttes, so wie diese im „SCHEMA ISRAEL“ niedergeschrieben wurde, hat viele Bedeutungen:

1. Das Credo des Judentums „SCHEMA ISRAEL; Höre Israel, HA’SCHEM IST UNSER G“TT, HA’SCHEM IST EINZIG“ hat universelle Bedeutung. Wir sind kein Stammesg“ttesdienst. Unser Glaube ist für die gesamte Welt bestimmt. Dieser Vers „SCHEMA ISRAEL“ bedeutet im Grunde „höre Israel, G“tt, der jetzt nur noch unser G“tt ist“, wird irgendwann EIN sein für die gesamte Welt“.

2. Mit dem Bekenntnis zum EINS-SEIN G“ttes nehmen wir G“ttes absolute Herrschaft an. Jeder Aspekt unseres Daseins ist SEINEM Willen unterworfen.

3. Manche lesen: „ Du, Israel, sollst wissen, dass Ha’Schem, unser G“tt, der EINZIGE G“tt ist.“

4. Andere lesen es als ein Glaubensbekenntnis: Nur Ha’Schem allein ist unser G“tt und wir haben keine Götter neben IHM. Ha’Schem ist EINS, nur IHM dürfen wir dienen.

5. Unterschiedliche Buchstaben im „SCHEMA ISRAEL“ sind groß geschrieben und bilden zusammen das Wort „Zeuge“, da wir mit dem Aussprechen des SCHEMA die EINHEIT G“TTES bezeugen.

Nach „SCHEMA ISRAEL“, folgt im Siddur, im Gebetbuch, BARUCH SCHEM KEVOD MALCHUTO LE’OLAM VA’ED – Gepriesen sei der Name Seiner königlichen Majestät in aller Ewigkeit.

Dieser Text steht nicht in der Thora, wird aber durch das versammelte Volk beim Tempel als Antwort auf die Ausrufung des heiligen Namen G“ttes durch den Hohepriester, den Kohen Gadol, gesprochen, sowie auch an Jom Kippur. Dieser Text wird aus unterschiedlichen Gründen leise ausgesprochen. Im Talmud (B.T. Pesachim 56a) war dieses Ja’akov`s Antwort auf seinem Sterbebett.

Als Ja’akov auf seinem Sterbebett lag und seine Kinder fragte, ob sie G“tt treu wären, antworteten diese: SCHEMA ISRAEL (Höre, Ja’akov), der EWIGE ist unser G“tt, der EWIGE ist EINZIG“. (G“tt hatte Ja’akov den Namen Israel verliehen gehabt).

Ja’akov antwortete: BARUCH SCHEM KEWOD MALCHUTO LE’OLAM VA’ED“. Müssen wir diese Wörter nun in unseren Gebeten aussprechen, wie Ja’akov sie ursprünglich ausgesprochen hatte?

Natürlich. Aber da die Wörter „BARUCH SCHEM KEWOD MALCHUTO LE’OLAM VA’ED“ nicht in der Thora stehen, müssen wir sie leise aus sprechen.

Eine zweite Tradition besagt, dass Mosche diesen Ausspruch von den Engeln hörte. Er übertrug diesen an das jüdische Volk, wollte ihn aber nicht laut sagen lassen, da es nicht erlaubt ist, eine Formulierung von Engeln zu verwenden.

Nur an Jom Kippur sagen wir laut „BARUCH SCHEM KEWOD MALCHUTO LE’OLAM VA’ED“, da dann das Jüdische Volk auf dem Niveau von Engeln steht.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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