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EIN LEITER IST VORBILD UND DIRIGENT – PARASCHA PINCHAS

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EIN LEITER IST VORBILD UND DIRIGENT

Mosche bat G“tt um einen neuen Leiter. Die Antwort G“ttes lautete: „Bevor Du MIR Aufträge erteilst über MEINE Kinder, erteile MEINEN Kindern Aufträge für MICH: die gemeinschaftlichen Opfergaben“ (Midrasch).

Was ist ein Leiter? Als Mosche auf dem Berge Sinai zu lange weg blieb, suchten die ratlosen Juden „einen Leiter, der vor ihnen her ziehen sollte“. Sie wollten eine Führungskraft, der etwas konnte, was sie selber nicht konnten. Aber dieses ist falsch: wenn wir zu einem Tzaddik (Heiligen) für eine Broche (Segensspruch) gehen, muss er nicht für uns Dawwenen (beten), als ob wir das nicht selber könnten. Wir müssen vom Tzaddik lernen, wie wir selber Dawwenen können.

Joschua war Mosche`s Lieblingsschüler. Der Midrasch beschreibt es wie folgt: „Mosche’s Gesicht schien wie die Sonne, Joschua’s Gesicht schien wie der Mond. Welch eine Schande“. Es war eine Schande für den Rest des Volkes, dass es Mosche nicht als Vorbild nahm, so wie Joschua es tat. Joschua betrachtete Mosche äußerst ernsthaft. Er verstand, dass Mosche mehr als nur ein Lehrer war. Deshalb wurde Joschua der nächste Leiter. Er reflektierte die Führungsqualitäten von Mosche und übernahm diese.

Vor einigen Wochen lasen wir über die Rebellion von Korach. Korach wetterte gegen Mosche und Aharon, dass „die gesamte Gemeinde heilig sei: weshalb erhebet Ihr Euch über G“ttes Gemeinde?“. Korach kleidete seine Gefolgsleute Himmelblau und fragte Mosche, ob diese Bekleidung noch einen himmelblauen Faden als Tzizit (Schaufäden) haben müsste? Himmelblau deutet auf Charakteradel. Man sieht himmlisch aus. Korach sagte: „Wenn meine Leute einen perfekten Charakter haben und ethisch und moralisch „tipp-topp“ sind, weshalb benötigen wir noch Tzizit als Erinnerung an alle Mitzwot (Gebote)?

Aber lautere Charaktere bilden noch keine Gemeinde. Letztendlich geht es um die Einheit in der Vielfalt. Das perfekte Israel handelt als Einheit. Nur in gemeinsamer Zusammenarbeit für ein gemeinschaftliches Ziel wird die Jüdische Perfektion erreicht. Hierfür wird ein Dirigent benötigt, der jedem seinen richtigen Platz anweist, von dem aus er oder sie den größten Beitrag zum ganzen Leben liefern kann. Was Großartiges jeder auch individuell leistet, es wird ein Dirigent benötigt um jedem zu lehren, wie die Gemeinschaft als Ganzes alle individuelle Talente optimal bündeln kann. Die Tzizit sind sechshundertunddreizehn in Zahlenwert und erinnern an alle gesamten sechshundertunddreizehn Gebote de Thora.

G“tt sagte zu Mosche: „Bevor ICH einen neuen Leiter einsetze, musst Du die Juden auf die gemeinsamen Opferungen hinweisen“. Nur wenn wir die Wichtigkeit der Summe der Teile einsehen, wird die Einsetzung eines Leiters nötig.

Und genau wie Opferungen erst einen Sinn ergeben, wenn man näher zu G“tt kommen möchte, haben gemeinschaftliche Opferungen erst einen Zweck, wenn das gesamte Jüdische Volk in Harmonie für Einheit und Perfektion steht. Und das kann nur erfolgen, wenn es einen Leiter gibt, der alle lose Enden mit einander verknüpft.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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