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RANDALIERER VERSUCHEN, JÜDISCHE PILGER VOM TEMPELBERG FERNZUHALTEN – Pessach 5782

RANDALIERER VERSUCHEN, JÜDISCHE PILGER VOM TEMPELBERG FERNZUHALTEN - Pessach 5782
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Pessach 5782                                                                                                                 בסייד

Nach den weit verbreiteten muslimischen Ausschreitungen auf dem Tempelberg am Freitag haben Hunderte von islamischen Randalierern am heutigen Sonntag, dem 17. April, ihre Angriffe auf die israelischen Streitkräfte fortgesetzt, um die Ordnung zu stören und Besuche von Juden an der heiligen Stätte zu verhindern.

Die Gewalt findet während des jüdischen Feiertags Pessach statt. Hunderttausende Juden besuchen die Kotel hama’aravi, die Westmauer oder Klagemauer, die direkt unter dem Tempelberg liegt.

Auch mehrere Busse, die auf dem Weg zur Klagemauer waren, wurden am Sonntagmorgen von Dutzenden Steine werfenden Arabern angegriffen. Die Busse wurden schwer beschädigt, einige Israelis wurden leicht verletzt.

Jerusalem steht seit fast 3 Jahrtausenden im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit.

Das ist noch nicht alles. Der Winter des Arabischen Frühlings scheint das Vorspiel zu einem bevorstehenden Tsunami zu sein. Aber wir werden uns davon nicht beirren lassen. Jerusalem bleibt unsere Hauptstadt, so wie sie es in der Vergangenheit war. Jerusalem ist nicht nur unsere Hauptstadt, sondern auch unser geistiges Zentrum. Ki miZion Tora – die Tora kommt aus Zion (Jerusalem). Dies ist die spirituelle Anziehungskraft des “Nabels der Welt”, wo sich das Geschaffene mit dem Schöpfer verbindet.

Parscha Ki Tavo: die Flüche

In der Parscha Ki Tavo wird nicht viel Gutes vorhergesagt. Das Jüdische Volk hat viele Kelalot (Flüche) zu ertragen, die oft den Rahmen für die vielen Katastrophen bildeten, die in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden über uns hereinbrachen.

Der Prophet Jesaja Kapitel 60

Andererseits bietet die Haftara – der Teil aus den Propheten, der zu Parscha Ki Tavo gelesen wird – die brillantesten Vorhersagen, die jedes Untergangsszenario wie Schnee in der Sonne schmelzen lassen. Es ist eine erbauliche Prophezeiung. Wir müssen mutig bleiben und dürfen nicht deprimiert sein. Wir leben in Extremen, aber das war schon immer die Jüdische Existenz.

Zukunftsmusik

Aus tiefer Verzweiflung erwartet uns eine strahlende Zukunft, lesen wir in den Worten des Propheten diese Woche: “Fremde werden deine Mauern wieder aufbauen, ihre Könige werden dir zur Verfügung stehen … mit gesenkten Häuptern werden sie kommen, die Söhne deiner Unterdrücker und alle, die dich verachtet haben … sie werden deine Stadt G’tt nennen … keine Gewalt wird mehr in deinem Land zu hören sein noch Zerstörung und Unheil in deinen Grenzen (Jesaja 60, sehr kurz und ausgewählt zitiert). In dieser Vision der Zukunft steht Jerusalem im Mittelpunkt. Jerusalem ist seit jeher unsere Hauptstadt, unser spirituelles Zentrum und das Symbol unserer Hoffnung.

Neue Hauptstadt?

Können wir zulassen, dass Ost-Jerusalem die Hauptstadt eines neuen, anderen Staates wird? Wird dies den Frieden näher bringen oder werden wir in eine neue Teilung zurückfallen, in ein geteiltes Jerusalem, wie wir es bis 1967 gewohnt waren. War ein ungeteiltes Jerusalem nicht schon immer Jüdisches Eigentum?

Noch einmal: Ich bin besorgt. Vor nicht allzu langer Zeit besuchte ich Ost-Jerusalem. Ich musste für einen Bekannten in einem israelischen Regierungsgebäude in Ost-Jerusalem einen Stempel besorgen. Ich habe mich nicht in die Nähe getraut. Das Regierungsgebäude war eine echte Festung. Auf dem Dach waren überall Scharfschützen. Die Bewachung dieses Gebäudes inmitten des Jüdischen Landes war beispiellos schwer. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Ein Bunker in einem feindlichen Gebiet.

Stadt des Friedens

Manche nennen Jerusalem die Stadt des Friedens. Aber es gibt keine Stadt auf der Welt, um die so lange und heftig gekämpft wurde wie um die Hauptstadt Israels. Die Europäische Union hat Jerusalem schon viel früher als “separaten Körper” innerhalb Israels eingestuft. Die Europäische Union verwendet seit langem den lateinischen Begriff “corpus separatum”, um den Status von Jerusalem – einschließlich des Jüdischen Westjerusalem – zu beschreiben.

Israel betrachtet Jerusalem jedoch als seine unteilbare Hauptstadt. Es will daher keinen internationalen Status. Ganz zu schweigen von einem geteilten Status.

Vorbildfunktion

Die Parscha Ki tavo beginnt mit der Mitzwa, dem Gebot der Bikurim, der Erstlingsfrüchte, die jeder Bauer von seinem Land als Opfergabe in den Tempel in Jerusalem bringen musste. Dies ist keine zufällige Mitzwa. Es symbolisiert, dass die Ersten den Ersten gehören. Das Jüdische Volk wird das “erste” genannt, weil es den anderen Völkern als Beispiel dienen soll. Das steht auch in der Haftara mit vielen Worten.

Gründung des Universums

Der Tempel stand auf dem ersten Grundstein des Universums. Der erste physische Schöpfungspunkt, die erste materielle Schöpfung in diesem Universum war dieser Grundstein, ein großer Felsen, über dem heute der Felsendom errichtet ist. Dort mussten die ersten Menschen zu Ehren des “Ersten der Welt” die ersten Früchte bringen. Jerusalem darf in unserer Mitte nicht fehlen!

Ein Licht für die Völker

Der Prophet Jesaja sagt: “Mache dich auf und leuchte, dein Licht ist gekommen, über dir leuchtet der Glanz HaSchems, G’ttes … Die Völker werden sich von deinem Licht leiten lassen, die Könige vom Glanz deines Scheins.” Diese Trostprophezeiung spricht fast für sich selbst. Eines Tages wird das Jüdische Volk ein Licht für die Völker sein, und es wird nach Jerusalem hinaufziehen, um G’tt dort zu dienen. Diese Trostprophezeiungen dienen als Gegengewicht zu den im Abschnitt Ki Tavo (Dewarim/Deut. 26:1-29:8) beschriebenen schrecklichen Flüchen, die uns in Goles (Exil, Verbannung) getroffen haben.

Das Messianische Millennium rückt näher

In Messianischen Zeiten wird das Licht G’ttes über Jeruschalaim leuchten. G’ttes Anwesenheit wird im dritten Bait HaMikdasch, dem Tempel, für jeden deutlich spürbar sein. Jeder wird zu diesem Licht der Einzigen Echten Wahrheit eilen und sich an der G’ttlichen Offenbarung erfreuen. Das Licht G’ttes wird zuerst auf das Heilige Land scheinen und von dort aus auf andere Nationen und Völker leuchten. Israel und das Jüdische Volk haben eine “Leitungsfunktion” und werden als solche eine führende Rolle bei der Entfaltung von G’ttes Königreich auf Erden spielen. Diese Messianische Perspektive und dieser Prozess werden auf natürliche Weise geschehen, weil sie von G’tt selbst ausgehen. Wir müssen nicht hinausgehen und andere von der Wahrheit G’ttes überzeugen. G’ttes Offenbarung spricht für sich selbst. Alle Juden werden nach Israel zurückkehren, und das wird ein Zeichen für das nahende Messianische Millennium sein.

Die Weltgeschichte in Kurzform

Die Weltgeschichte erstreckt sich über sieben- oder achttausend Jahre. Die ersten zweitausend Jahre werden wegen des weit verbreiteten Götzendienstes als Chaos bezeichnet. Die zweiten zweitausend Jahre wurden durch die Taten von Awraham Awinu eingeleitet, der unermüdlich versuchte, alle von der Wahrheit des Monotheismus zu überzeugen. Er wurde 1948 nach der Schöpfung geboren. Diese zweiten zweitausend Jahre werden als die Zeit der Tora bezeichnet, weil Awrahams Handlungen schließlich zur Matan Tora, der Übergabe der Tora am Berg Sinai, führten. Die letzten zweitausend Jahre werden die Periode des Maschi’ach genannt, weil in dieser Periode der Messias kommen kann. Um das Jahr 6000 wird die Messianische Zeit beginnen, von der in dieser Haftara die Rede ist. Diese Messianische Glückseligkeit wird 1000 oder 2000 Jahre dauern. Die Essenz dieser Glückseligkeit wird die Nähe G’ttes sein. Bestrafung bedeutet die Entfernung des G’ttlichen, Belohnung ist die Annäherung. Danach wird sich die Welt allmählich wieder in die G’ttlichkeit auflösen, aus der sie entstanden ist.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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