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RIVKA wurde die zweite Erzmutter – Parascha Chaje Sara

RIVKA wurde die zweite Erzmutter - Parascha Chaje Sara
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Avraham verbreitete den Monotheismus durch Wohltätigkeit und Gastfreundschaft

Elieser, Avrahams Diener, verlässt Israel und geht nach Charan, um eine Frau für Jitzchak aus Avrahams Familie zu finden. Die Tora berichtet von der Suche nach einer geeigneten Frau in Farben und Gerüchen (Gen 24,11-15): “Außerhalb der Stadt ließ er die Kamele an einem Brunnen niederknien, gegen Abend, wenn die Frauen kamen, um Wasser zu schöpfen. Dann sagte er: G’tt meines Herrn Avraham, lass es mir heute widerfahren und beweise deine Güte gegenüber Avraham, meinem Herrn. Siehe, ich stehe an dieser Wasserquelle, und die Töchter der Männer der Stadt kommen, um Wasser zu schöpfen. Das Mädchen, zu dem ich sage: Nimm doch den Krug von deiner Schulter, damit ich trinke, und das sagen wird: Trink, und ich will auch deinen Kamelen zu trinken geben, das ist das Mädchen, das du für deinen Knecht Jitzchak bestimmt hast. Daran werde ich erkennen, dass du meinem Herrn Güte erwiesen hast. Und es geschah, ehe er geredet hatte, siehe, da kam Rivka aus der Stadt, die mit Bethuel, dem Sohn der Milka, dem Weibe Nahors, des Bruders Avrahams, geboren war; sie hatte ihren Krug auf der Schulter”. Rivka erfüllte das Profil und wurde die zweite Erzmutter.

Für wildfremden Menschen

Elieser kam mit zehn Kamelen und einer Reihe von Begleitern. Nach einer langen Reise trinkt ein durstiges Kamel mehr als 100 Liter. Rivka kannte sie nicht, aber sie gab ihnen spontan geschätzte 1050 Liter Wasser. Sie hat das Wasser selbst hochgeschleppt. Nehmen wir an, sie könnte zehn Liter auf einmal transportieren. Dann lief sie 105 Mal auf und ab und hin und her, um völlig wildfremden Menschen mit Wasser zu versorgen. Wenn sie also nur fünf Liter tragen konnte, musste sie 210 Mal Wasser schöpfen. Sie muss eine unglaublich freundliche und gastfreundliche Person gewesen sein. Einen solchen Typ Frau suchte Elieser für seinen Herrn. Das ist ungezügelte Liebe zu den Mitmenschen.

Chessed – Liebe

G’tt hat die Welt mit Liebe erschaffen (Psalm 89,3): “Ich habe gesagt, dass die Welt auf Nächstenliebe basiert”. Auch wenn die Welt manchmal anders aussieht – in den Händen böser Menschen -, so ist doch im Prinzip “die Barmherzigkeit G’ttes den ganzen Tag gegenwärtig” (Psalm 52,3). Avraham identifizierte sich vollkommen mit diesem G’ttlichen Attribut der Liebe und Nächstenliebe. Avraham hat diese Liebe so intensiv in sich aufgenommen, dass er der erste wirklich wohltätige Mensch in der Weltgeschichte wurde (Scha’are Ora). Er verbreitete den Monotheismus durch Wohltätigkeit und Gastfreundschaft. Durch sein gutes Aussehen zog er die Menschen näher an die wahre Religion heran. Avrahams und Saras ganzes Leben war der “Annäherung durch Bande der Liebe” gewidmet. Die Geschichte mit den drei Gästen oder Engeln, die Avraham besuchten, zeigt diese echte Gastfreundschaft aus reiner Menschenliebe im Rahmen von Avrahams liebevoller Beziehung zum Allmächtigen.

Und heute?

Ich sage meinen Freunden immer, dass wir uns heute wieder im Zeitgeist von Avraham befinden. Die einzige Möglichkeit, die Menschen heute der Religion näher zu bringen, besteht darin, mit Banden der Liebe zu zeigen, dass wir an den G’ttlichen und liebevollen Aspekt unserer Mitmenschen appellieren, um die Liebe G’ttes auf Erden sichtbar zu machen. Gastfreundschaft spielt hier eine wichtige Rolle.

Deshalb war es für die Fortführung der Tradition der Erzväter so wichtig, dass Jitzchaks Frau auch eine außergewöhnliche zwischenmenschliche Liebe in sich trug. Nur so würde ihr Auftrag auf der Erde gelingen. Diesen Auftrag haben wir auch heute noch.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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