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Unterschiede, die keinen Unterschied machen – Parashas Emor

Die Verschiedenheit des jüdischen Volkes
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״…ושמחתם לפני ה׳ אלוקיכם שבעת ימים״

ויקרא כ״ג, מ

Die Kommentatoren fragen, warum ausgerechnet an Sukkot die Mitzwa von Simcha (Freude) so stark betont wird (ושמחתם, ושמחת בחגיך, והיית אך שמח) und welche Voraussetzung an Sukkot erfüllt wird, sodass es möglich ist “״שמחה לפני ה׳ authentische, spirituelle Freude zu verspüren, wie sie der Rambam (Maimonides) beschreibt.

Der Kli Yakor erklärt, dass die Antwort am Anfang des Possuks zu finden ist, wo wir aufgefordert werden am Sukkes die vier Minim in ein Bündel zusammenzunehmen. Bekannterweise symbolisieren die vier Minim, vier Typen von Menschen, welche zusammen das bunte Kaleidoskop des Klal Israels bilden und nur wenn sich alle vier Typen in ein Ganzes vereinigen, um Hashem zu dienen und über die Unterschiede hinwegsehen, ist es möglich Hashem zu preisen und sich zusammen לפני ה׳ zu freuen (vergl. Medrasch Rabba Vaikra 30:12 und Daas Zekenim Parashas Emor, dass dies die Bedeutung des Gebets an Rosch HaShana ״ויעשו כולם אגודה אחת״ ist)

Von Natur aus ist der Mensch ein urteilendes Wesen und in sekundenschnelle analysieren und katalogisieren wir, meistens basierend auf äußerlichen Merkmalen (z.B. zu kleine oder zu große Kippa, zu farbiges Hemd oder zu lange Peyos), unsere Mitmenschen und falls uns das Ergebnis der Analyse nicht zufriedenstellt, folgt eine automatische, fast reflexartige Distanzierung von dieser Person, welche sich in vielen Aspekten widerspiegelt (vergl. Influence: The power of persuasion von Robert Cialdini, Seite 140) nur basierend auf dem Fakt, dass sie sich anders anzieht oder eine andere Weltanschauung vertritt.

Doch die Torah lehrt uns, wie wir unsere kritische Natur in den Griff bekommen:

“צא מדירת קבע“ Indem wir diesen Modus verlassen, in welchem wir unsere Mitmenschen nach materiellen Werten filtern und urteilen

 ״ולך לדירת עראי״ Wir müssen unsere Messgeräte auf eine andere Einheit umstellen, mit dem Verständnis, dass diese Welt vergänglich ist und zwar solange wir durch denselben Willen, Hashem zu dienen, vereint werden, jeder mit seiner Art und Weise, sind alle anderen Unterschiede irrelevant und es ist falsch auf andere hinabzusehen oder als „Fanatiker“ einzustufen.

(Rav Shmuel Rozovski, Rosh Yeshivas Ponivez)

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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