Dwar Tora zum Wochenabschnitt Ki Teze
Was der Ben Sorer uMoreh über Einheit und Vorbild im Chinuch lehrt
Die Torah beschreibt in Paraschat Ki Teze den Ben Sorer uMoreh, den widerspenstigen und rebellischen Sohn. Obwohl es sich um einen außergewöhnlichen Fall handelt, lassen sich daraus grundlegende Gedanken über Chinuch (Kindererziehung) ableiten: über die Einheit zwischen Vater und Mutter, über die Übereinstimmung von Wort und Tat – und über die Bereitschaft der Erwachsenen, bei Schwierigkeiten nicht nur das Kind, sondern auch sich selbst zu betrachten.
„Die Stimme seines Vaters und die Stimme seiner Mutter“
Über den Ben Sorer uMoreh heißt es:
_„Wenn ein Mann einen widerspenstigen und rebellischen Sohn hat, der nicht auf die Stimme seines Vaters und auf die Stimme seiner Mutter hört, und sie ihn zurechtweisen, aber er hört nicht auf sie …“_ (Dewarim 21,18)
Die Torah nennt die Stimme des Vaters und die Stimme der Mutter ausdrücklich getrennt.
Nach einem Gedanken von Rav Yehuda Zev Klein lässt sich darin eine wichtige Lehre für die Erziehung erkennen.
Wenn ein Mann und eine Frau heiraten, verfolgen sie meist gemeinsame Ziele. Sie möchten gemeinsam ein Zuhause aufbauen und ihrem Leben eine bestimmte Richtung geben.
Doch gerade bei der Erziehung der Kinder können unterschiedliche Vorstellungen hervortreten.
Der Vater sieht vielleicht einen bestimmten Weg für das Kind, während die Mutter andere Erwartungen hat. Beide wollen aufrichtig das Beste – doch sie verstehen unter diesem „Besten“ nicht unbedingt dasselbe.
Das Kind hört dann tatsächlich zwei Stimmen.
Die eine zieht in diese Richtung, die andere in jene.
Das Problem besteht nicht darin, dass Eltern unterschiedliche Ansichten haben. Ein Kind braucht keine Eltern, die in allem gleich denken. Es braucht jedoch Eltern, die in den grundlegenden Fragen des Chinuch eine gemeinsame Richtung vertreten.
Schwierig wird es, wenn das Kind selbst zum Schauplatz ungeklärter Unterschiede wird. Wenn jeder Elternteil versucht, über das Kind die eigene Vorstellung durchzusetzen, begegnet das Kind unterschiedlichen Erwartungen und Maßstäben.
Aus zwei gut gemeinten Absichten kann so Verwirrung entstehen.
Die erste Frage, die dieser Pasuk an Eltern richten kann, lautet deshalb:
Welche Stimme hört unser Kind?
Nicht: Sind wir in allem einer Meinung?
Sondern: Erlebt unser Kind in den wichtigen Fragen eine verlässliche gemeinsame Richtung?
*Wenn Worte und Verhalten verschiedene Stimmen sprechen*
Doch der Pasuk geht weiter:
_„Und sie weisen ihn zurecht, aber er hört nicht auf sie.“_
Selbst die gemeinsame Zurechtweisung der Eltern erreicht ihn nicht.
Auch darin lässt sich eine weitere grundlegende Erziehungslehre erkennen.
Vater und Mutter können dieselbe Botschaft vertreten – und dem Kind dennoch zwei widersprüchliche Botschaften vermitteln.
Nämlich dann, wenn ihre Worte und ihr Verhalten nicht zusammenpassen.
Man kann einem Kind erklären, wie wichtig Tefilla ist. Wenn das Kind aber täglich erlebt, dass Tefilla für die Eltern selbst kaum Priorität besitzt, hört es eine Botschaft und sieht eine andere.
Man kann Respekt verlangen und zugleich vor dem Kind respektlos mit anderen umgehen.
Dann sprechen wieder zwei Stimmen.
Diesmal nicht die Stimme des Vaters gegen die Stimme der Mutter, sondern die Stimme der Worte gegen die Stimme des eigenen Lebens.
*Das Prinzip*
„Tu, was ich sage – nicht, was ich tue“ kann kein tragfähiger Weg des Chinuch sein.
Kinder lernen durch Erklärungen und Unterweisung. Aber sie lernen mindestens ebenso stark durch Beobachtung und Nachahmung.
Ein Kind hört, was wir von ihm verlangen – aber es sieht, was wir selbst wirklich für wichtig halten.
Es beobachtet, welchen Stellenwert Torah und Mitzwot im Alltag haben, wie Erwachsene mit anderen Menschen umgehen und wie sie sich verhalten, wenn Werte unbequem werden.
Deshalb genügt es nicht, dass Eltern die richtigen Dinge sagen.
Das Gesagte muss im Vorgelebten wiedererkennbar sein.
Damit begegnen uns zwei Formen von Einheit:
Einheit zwischen Vater und Mutter.
Und:
Empfehlung
Günstige LLC oder LTD Unternehmensgründung, auch in Raten zahlbar!
Anonyme Unternehmensgründung in den USA! LTD Gründung in Dublin, Irland, mit offizieller Dublin-Adresse. Gründen Sie eine Firma in den USA mit einem Bankkonto als Anlagenschutz oder als Start-up für Ihre Onlinegeschäftsidee!
Einheit zwischen Wort und Tat.
Wieso lehrt die Torah einen Fall, der niemals eintrat?
Der Ben Sorer uMoreh ist noch aus einem anderen Grund außergewöhnlich.
Die Voraussetzungen dafür, dass ein Sohn halachisch tatsächlich als Ben Sorer uMoreh gelten kann, sind äußerst eng. Nach einer Meinung in der Gemara hat ein solcher Fall niemals stattgefunden und wird niemals stattfinden.
Die Gemara fragt deshalb sinngemäß: Wenn dieser Fall nie eintreten wird – warum steht er überhaupt in der Torah?
Die Antwort lautet:
„Derosch we-kabel sachar“ – studiere es und empfange Lohn.
Der Wert dieses Abschnitts liegt also gerade auch in den Lehren, die sich aus seinem Studium gewinnen lassen.
In einer Erklärung von Rav Samson Raphael Hirsch eröffnet sich noch eine weitere Perspektive:
Damit ein Kind vollständig als Ben Sorer uMoreh betrachtet werden könnte, müssten andere Ursachen und Einflüsse ausgeschlossen sein. Es dürfte niemanden geben, dessen Verhalten oder erzieherischer Einfluss zu seiner Entwicklung beigetragen haben könnte.
Gerade darin liegt eine bemerkenswerte Botschaft.
Ein Abschnitt, der scheinbar vom Fehlverhalten eines Kindes handelt, lenkt den Blick plötzlich auf die Menschen um dieses Kind herum.
Nicht nur:
„Was stimmt mit dem Kind nicht?“
Sondern auch:
„Was können wir selbst verbessern?“
*Vom Urteil zur Selbstprüfung*
Wenn ein Kind einen schwierigen Weg einschlägt, ist es natürlich, nach den Ursachen seines Verhaltens zu fragen.
Warum hört es nicht?
Warum reagiert es so?
Warum nimmt es unsere Werte nicht an?
Doch Chinuch verlangt auch die Bereitschaft, den Blick nach innen zu richten.
Sind unsere Botschaften klar?
Vertreten Vater und Mutter in den wesentlichen Fragen eine gemeinsame Richtung?
Sind unsere Erwartungen verlässlich?
Und vor allem:
Leben wir selbst das vor, was wir von unseren Kindern erwarten?
Das bedeutet nicht, dass jedes Fehlverhalten eines Kindes automatisch den Eltern zugerechnet werden kann. Ein Kind ist ein eigener Mensch, mit eigener Persönlichkeit und eigenem freien Willen.
Aber Eltern können vor allem dort ansetzen, wo sie selbst Einfluss haben.
Vielleicht braucht ein Kind manchmal nicht mehr Worte, sondern mehr Klarheit.
Vielleicht braucht es nicht noch eine Ermahnung, sondern ein stärkeres Vorbild.
Und vielleicht müssen Eltern nicht lauter sprechen, sondern darauf achten, dass die verschiedenen Stimmen seines Zuhauses einander nicht widersprechen.
*Die stärkste Stimme*
Ein Kind hört die Stimme seines Vaters und die Stimme seiner Mutter.
Doch noch stärker hört es die Stimme ihres Lebens.
Wenn Eltern in den grundlegenden Fragen des Chinuch eine gemeinsame Richtung vertreten und ihre Worte durch ihr eigenes Verhalten bestätigen, entsteht eine besonders glaubwürdige Form der Erziehung:
eine Botschaft, die nicht nur ausgesprochen, sondern täglich sichtbar gelebt wird.
Vielleicht ist genau das die stärkste Stimme, die ein Kind hört.
Schabbat Schalom! 💙
Oskar Baruch Baraev









