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Die Erklärungen der Tora-Inhalte sind Aufgaben für Fachleute – Parascha WAJECHI

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Die Erklärungen der Tora-Inhalte sind Aufgaben für Fachleute – Parascha WAJECHI

Die Erklärungen der Tora-Inhalte sind Aufgaben für Fachleute.

Ein kleiner textlicher überflüssiger Zusatz ist oft Anlass für weitreichende Erklärungen. Nehmen wir zum Beispiel den folgenden Abschnitt: „Jaakow rief seine Söhne zusammen und sagte: „ Versammelt Euch und ich werde Euch erzählen, was Euch am Ende der Tage geschehen wird. Versammelt Euch und höret zu, Söhne von Jaakow, und höret auf Israel, Euerem Vater“ (49:1-2). Danach erfolgen die Brachot (Segenssprüche).

Maschi’jach

Was heißt das „Am Ende der Tage“? Raschi und andere erklären diese Wörter so, dass „Jaakow seinen Söhnen die Zukunft im Zeitraum von Maschi’jach offenbaren wollte, aber die G“ttliche Präsenz (die Schechina, der Prophetische Geist) entfernte sich von ihm“.

Weshalb sollten die Wörter“ am Ende der Tage“ nicht einfach die Segnungen betreffen können, die Jaakow seinen Söhnen etwas weiter in der Parascha (49:3 und weiter) erteilt, in denen auch künftige Ereignisse behandelt werden?

„Das Ende der Tage“ als Messianische Endzeit ist nicht die meistens fast immer verfügbare Erklärung dieser Wörter. So bedeutet „Ende der Tage“ im Wortwechsel zwischen Bileam und Balak (Bamidbar/Numeri 24:14) laut Raschi die Zeit von König David – also NICHT das Messianische Ende der Zeiten.

Anscheinend überflüssig

Aber aufgepasst: in den Einleitungsversen befindet sich hier eine anscheinend überflüssige Wiederholung. Ganz zuerst sagte Jaakow: „Versammelt Euch und ich werde Euch erzählen“.

Erst anschließend sagte er: „Versammelt Euch und höret zu, Söhne von Jaakow“.

Anscheinend gab es ZWEI Anlässe, zu denen Jaakow seine Söhne zusammen holte. Die zweite Zusammenkunft wird im Hauptbereich neunundvierzig in den Segnungen eingehend behandelt. Der Inhalt der ersten Zusammenkunft bleibt jedoch unklar. Weshalb steht nicht einfach, was Jaakow sagen wollte?

Ja, erklärt Raschi, er wollte wirklich etwas (anscheinend Wichtiges) sagen, aber der Geist G“ttes verließ ihn, sodass er das Ende der Tage nicht offenbaren konnte.

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Wieso weiß Raschi jedoch, dass Jaakow das Messianische Zeitalter vorhersagen wollte?

KLANGFARBEN DER SPRACH

Einige Gelehrte beleuchten eine mögliche Klangfarbe der Sprache und unterscheidet zwischen drei Arten zu sprechen: Dibbur, Amira und Agada: sprechen, sagen und erzählen. Diese drei Werben haben unterschiedliche Bedeutungen: sprechen ist nur eine verbale Handlung, sagen kommt aus dem Herzen und erzählen ist die Stimme der Neschama (Seele). Sagen und sprechen sind oberflächliche Vorgänge, da sie nicht aus dem Tiefsten unserer Neschomme entstammen. Manchmal sprechen wir Worte, die wir nicht meinen. Agada – auch Midrasch genannt – geht in die Tiefe.

Unsere Weisen sagen über die Agada: „Wenn Du G“tt kennen lernen möchtest, lerne dann Agada. Das ist der wirkliche Wille G“ttes“ (Sifri Dewarim 11:22). Deshalb deuten die Chachamim auf den Wörten „ich werde Euch erzählen“ damit, dass dieses Bezug auf das Ende der Tage nimmt, wenn G“tt uns Seine tiefsten Wünsche verdeutlichen wird.

MISSLUNGENE PROPHEZEIUNG

Weshalb meinten unsere Weisen, dass die G“ttliche Präsenz Jaakow verließ? Jaakow glaubte, dass seine Söhne, nachdem diese sich in wirklicher Eintracht versammelt hatten, in der Tat würdig seien, das Messianische Ende der Tage zu erfahren. Die Prophezeiung misslang jedoch. Sie konnten die Schechina in sich selber nicht bewirken. Deshalb entzog G“tt Seine G“ttliche Präsenz. Jaakow konnte seinen Söhnen keine prophetischen Botschaften mehr überbringen, da diese durch ihre spirituelle Ebene hierfür nicht in Frage kamen. Danach verließ die G“ttliche Präsenz Jaakow dann auch. Die Tatsache, dass sich seine Kinder nicht auf seiner Ebene befanden, griff auch Jaakows eigene spirituelle Fähigkeiten an. Das ist schwierig zu verstehen. Die Söhne blieben, wie sie waren und hatten sich nicht verändert. Was hatte sich plötzlich verändert, als Jaakow das Ende der Tage offenbaren wollte?

Die Niveau-Verlagerung

Jaakow war, bevor er vor hatte, seinen Söhnen das Messianische zu offenbaren, nicht bereits weniger, als bisher. Deshalb wurde er durch ihr Niveau nicht herab gesetzt. Als er aber mit ihnen in Verbindung treten wollte, griff dieses auch das Niveau Jaakows an: die Schechina verließ ihn. Große Zaddikim leiden unter dem Niveau ihrer Generationsgenossen.

Wenn wir über den spirituellen Zustand unserer Generation nach denken, sollten wir uns selber die Frage stellen, wie wir je den Maschi’jach würdig sein würden. Es gibt jedoch noch Hoffnung!

Die Tatsache, dass wir in unserer Generation fühlen, dass wir die Ankunft des Maschi’jach nicht verdienen, ist bereits ein Anzeichen dafür, dass der Maschi’jach in der Gegend ist. Unsere Rabbiner sagen (B.T. Sanhedrin 97a), dass der Maschi’jach nur dann unerwartet erscheinen wird, wenn wir die Hoffnung auf seine Ankunft schon lange aufgegeben haben. Wir haben kein Recht, verzweifelt zu sein!

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