in

Die Garantie des ewigen Lebens – Parascha Pinchas

Die Garantie des ewigen Lebens - Parascha Pinchas
image_pdfAls PDF Speichernimage_printDrucken

Am Anfang unserer Parascha wird Pinchas für sein heldenhaftes Verhalten gelobt und belohnt. Als Belohnung erhält er von G´tt den „Bund des Friedens“. Es gibt viele Meinungen unter den Kommentatoren, was dies bedeutet. Mich persönlich fasziniert die Erklärung des Seforno am meisten und diese möchte ich mit euch teilen:

Er erklärt, dass Pinchas mit einem langen Leben gesegnet wurde und es gibt sogar Meinungen, dass Eliyahu HaNavi Pinchas ist und demnach ist er überhaupt nicht gestorben. Doch was hat dies mit dem „Bund des Friedens“ zu tun und wir wissen doch, dass alle Strafen und Belohnungen von Hashem “Mida Kneged Mida” (Die Strafe/Belohnung entspricht stets der Tat) sind und wie hängt die Belohnung mit der Tat zusammen?

Der Malbim (Rabbi Meir Leibusch Wisser, 1809-1879) erläutert seinen Gedanken, dass alles in dieser Welt, auch der Mensch, aus den vier Urmaterien Luft, Feuer, Wasser und Erde besteht. Diese könnten eigentlich nicht zusammen funktionieren, wenn G´tt sie nicht auf übernatürliche Art und Weise zusammenhalten würde, weil sie sich gegenseitig widersprechen: Feuer und Luft sind eher geistig und Wasser und Erde sind materiell, Wasser ist rasant und Erde träge etc., aber in der G´ttlichen Schöpfung, nicht nur, dass sie sich nicht widersprechen, im Gegenteil, sie vervollständigen einander.

Solange etwas dem Dienst G´ttes dient, gelten die „normalen“ Regeln nicht und seine „übernatürliche“ Existenz ist gesichert. Sobald die Aufgabe eines Menschen auf dieser Welt vollendet ist, hört G´tt auf, diese Harmonie beizubehalten und dies führt automatisch zum Tod, weil die Materie auseinanderfällt.

Als Belohnung dafür, dass Pinchas sich vollkommen dem Willen G´ttes unterworfen hat und gegen den Selbsterhaltungsinstinkt bereit war, für die Ehre G´ttes aufzustehen, obwohl dies mit großer Gefahr verbunden war, wurde er damit gesegnet, dass diese Harmonie, der Frieden der vier Urmaterien, einer Meinung nach, für immer beibehalten wird und ihm somit ewiges Leben gesichert war.

Obwohl es sehr unwahrscheinlich ist, dass wir jemals in so eine Situation geraten, wie Pinchas, aber dennoch kann jeder im kleinen Stil versuchen G´ttes Namen zu ehren und ihn öffentlich zu heiligen.     

Report

What do you think?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

Rabbinische Antwort

Spiegel für Männer verboten?

Wie beeinflusst uns das, was wir sehen - Parascha Pinchas

Wie beeinflusst uns das, was wir sehen? – Parascha Pinchas