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FILOSOPHIE GEGENÜBER JIDDISCHER CHOCHME (Weisheit) – Chanukka

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Obwohl wir Juden nur eine geringe Minderheit im Vergleich zur Zahl der Weltbevölkerung sind, haben wir die fast unmögliche Aufgabe erhalten, die ganze Welt mit dem Licht der Thora anzustrahlen. Man betrachtet uns, ein Licht für die Völker zu sein. Ist das nicht zu viel Erwartung? Nein, denn unsere Chachamim (die Weisen) haben festgelegt: „Das Anzünden ist die Mizwa“. Hiermit geben Sie uns ein Zeichen, was von uns erwartet wird.

Die Thora selber hat natürlich das G“ttliche Potenzial, sich überall zu verbreiten und angenommen zu werden. Was von uns erwartet wird ist, dass wir hiermit einen Anfang machen, trotz aller Widerstände.

Die Menorah symbolisiert die Ausstrahlung von G“ttlicher Weisheit. Die Griechisch-Beeinflussten versuchten, die Juden von der Oberhoheit ihres philosophischen Systems zu überzeugen.

In der Menorah brannten die Lichter gerade oberhalb der Halterungen, um uns zu zeigen, dass es eine G“ttliche Weisheit gibt, die über die Einschränkungen der siebentägigen Schöpfung weit hinaus reicht.

Der Sieg der Makkabäer bedeutete gleichzeitig, dass wir der G“ttlichen Weisheit aus der Thora einen höheren Stellenwert zuordnen als selbst den besten menschlichen Philosophien. Die Lichter der Menorah symbolisieren unsere Verbindung mit dem Höheren. Sie vergegenwärtigen die „Erleuchtung“, die uns durch die Thora zu Teil wurde.

Die Griechisch-Geneigten wollten gerade dieses Licht auslöschen. Das Öl der Menorah muss sauber, also kultisch rein sein. Die Griechisch-Geneigten wollten im Tempel zur Not unreines Licht tolerieren, aber das reine G“ttliche Licht versuchten sie zu löschen. Ein unangebrochenes Krüglein Öl wurde gefunden, mit der die Menorah, Wunder o Wunder, selbst acht Tage lang brennen konnte.

OLIVENÖL

Nur das sauberste Öl darf in der Menorah verwendet werden (Schemot/Exodus 27:20).

Der Midrasch sieht hierin nachstehenden Gedanken: das Jüdische Volk wird mit einer Olive verglichen. Olivenöl brennt erst wirklich richtig nach einem Prozess des Auspressens und des Feinstampfens. Dasselbe kann vom Jüdischen Volk gesagt werden. Unsere Geschichte lehrt uns, dass wir unseren Glauben, trotz aller Verfolgungen, nie aufgegeben haben. Vielleicht können wir es noch deutlicher ausdrücken: unser spirituelles Licht schient am hellsten, wenn man versucht, uns in eine Ecke zu drängen.

Es gab Öl für nur EINE Nacht. Wie viel Unterdrückung können wir ertragen? Wir haben viele „Nächte“ überlebt; ein kleines Bisschen Glaube und Zuversicht haben uns Jahrhunderte lang am Leben gehalten. Der Historiker und Schriftsteller Mark Twain wunderte sich bereits vor vielen Jahren über die geistige Spannkraft des Jüdischen Volkes.

Aber es gibt noch mehr: Öl wird auch zum Salben und zum Einweihen von Königen und Priestern verwendet. Das Wort Maschi’ach bedeutet den Gesalbten mit Öl. Chanukka soll uns durch die letzte Golah bis zur Zeit des Maschi’ach begleiten. Das neunte Licht ist die Erfüllung.

Der „Schamasch“ bedeutet Diener, die Rolle, die dem Jüdischen Volk in der glorreichen Zukunft zuteil werden wird, wenn es seinem G“tt im Dritten Tempel ungestört wird dienen können, bimhera bejamejnu, Amen.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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