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JOSEFS BEWEIS: LIES VON MEINEN LIPPEN – Parascha Wajigasch

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“Read my lips” war wohl das berühmteste Zitat aus einer Rede von Präsident G.W. Bush. Diese Worte bezogen sich auf sein Versprechen, im Falle seiner Wahl zum POTUS, niemals die Steuern zu erhöhen…  

Er war jedoch nicht der erste, der den Begriff benutzte …   

Josef HaTzadikk sagte zu seinen Brüdern: “Ihr könnt selbst sehen, und mein Bruder Benjamin kann selbst sehen, dass ich in der Tat (Josef) es bin, der zu euch spricht.”  (Bereschit/Gen. 45.12)

Raschi legt aus, dass Josef verwies auf: “Du kannst sehen, dass ich es bin, dein Bruder Josef – denn ich kann Hebräisch sprechen, eine Sprache, die in Ägypten nicht üblich war”.  

Ich erinnere mich an eine Drascha (Rede) meines Vaters, Rav Pinchas zatsal, in der er fragte: Josef hätte sagen sollen: Ihr könnt hören, dass ich eure Sprache spreche – und nicht “Ihr könnt sehen” ….  

Er legte weiter aus:

Josef wollte ihnen beweisen, dass er tatsächlich ihr verlorener Bruder ist. Das wollte er beweisen, indem er in ihrer eigenen Sprache, dem Hebräischen, zu ihnen sprach. – eine Sprache, die nur wenige Ägypter gekannt haben dürften.     

Aber – er konnte ein sehr kluger Mensch sein, er war immerhin Vizekönig und hatte Hebräisch lernen können.

Darum sagte er: “Ihr könnt sehen. Man kann eine Fremdsprache lernen und sogar den richtigen Akzent lernen. Aber wenn man den Sprecher beobachtet, kann man sehen, wie die Lippen und der Mund aufeinander abgestimmt sind – egal, ob er seine eigene Muttersprache oder eine erlernte Sprache spricht.  

Deshalb hatte Josef Recht, als er sagte: “An der Art, wie ich spreche, können eure Augen erkennen, dass ich einer von euch bin.”   

Im Übrigen konnte Präsident Bush sein Versprechen nicht einhalten, aber das nur nebenbei..

Mit freundlicher Genehmigung von Harav Chaim Biberfeld shlita aus London.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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