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Kollegen und Bekannten „Frohes Fest“ zu Weihnachten wünschen?

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Frage: Darf man einem nicht-jüdischen Nachbarn bzw. Kollegen “frohe Weihnachten” oder „frohes Fest“ wünschen und auf diesen Wunsch antworten?

Antwort: Im Schulchan Aruch (Y“D 148:9) steht, dass es an einem nicht-jüdischen Feiertag verboten ist, einen Nichtjuden in seinem Haus zu besuchen und ihn mit „Schalom“ zu begrüßen, während es auf der Straße erlaubt ist, jedoch sollte es keine enthusiastische Begrüßung sein. Die Kommentatoren (siehe Schach) sind der Meinung, dass sich dieses Verbot nur auf „Schalom“ beschränkt, weil dies einer der Namen G‘ttes ist, während andere Begrüßungen erlaubt sind. Somit ist es kein Problem, einen Nichtjuden an ihrem Feiertag zu grüßen, solange man nicht den G´ttlichen Namen dafür verwendet.  

Ob man “frohe Weihnachten” und “frohes Fest” wünschen und antworten darf, hängt davon ab, ob der Gesprächspartner dieses Fest als religiöses Fest betrachtet oder nur als einen gesetzlichen Feiertag. Rav Pinchas Sheinberg (Divrei Sofrim) ist der Ansicht, dass Weihnachten für die meisten keine religiöse Bedeutung (mehr) hat und demnach unterscheidet sich dieser Wunsch in keiner Weise von “Ein schönes Wochenende” u.Ä. 

Auf jeden Fall ist es erlaubt auch einem Menschen, für den Weihnachten eine religiöse Bedeutung hat, “Frohe Weihnachten” und “Frohes Fest” zu wünschen, falls der Verzicht zu Hass führen kann und es sich nicht vermeiden lässt (Darkei Mosche Y”D 149)

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8 Comments

  1. Weihnachten, ja dieses Weihnachten bereitete mir schon seit Kindesbeinen an Kopfzerbrechen, denn was wird geweiht!??! Bestimmt nicht die Geburt von Jeshua dem Messias. Ihr kennt es, ich kenne es welches die Christen durch falsche Lehren feiern. Ich persönlich feier dieses sogenannte Fest als ein Fest der Zusammenkunft der Familie und des Frieden. Nichts wurde geboten vom Allmächtigen diese Tage und Zeiten zu halten. Er, der Ewige setzte Sonne, Mond und Sterne und bestimmt die Zeiten und Tage, so auch die Neumond Tage. Es ist ein Fest von und durch Menschenhand entstanden, Tradition wie sovieles von Menschen erschaffen wurde das nur eine Eignung hat um zu versuchen und verführen.

  2. Ich kann doch nicht frohe Weihnachten wünschen…..für mich ist es keine geweihte Nacht…..
    Wenn mir als Noachide jemand frohe Weihnacht wünscht,sage ich ,ich feiere keine Weihnacht.
    Kann ich für mich wo ich mich 100%vom Christentum getrennt habe nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.

  3. Auch ich kann als Noachide nur antworten, dass ich die C – Feste nicht feiere und auch niemanden dazu ermutige. Ich würde mir nur wünschen, dass die Menschheit endlich erwacht und ihre Taten erkennt. Und den wirklichen G“tt erkennt. Anstatt Leute wie mich oder auch Juden nur mitleidig zu belächeln.

  4. Leider kann ich mich nicht auf mein Noachiden-Sein berufen, weil ich bis jetzt nicht verstanden habe was der Unterschied zwischen Noachiden und Nichtjuden ist (manchmal denk ich halt langsam). Und wenn ich mitleidig belächelt werde, so tut mir das 1. nicht weh, und 2. kann ich ja freundlich zurücklächeln, und oft genug bekomme ich dann nach einem kurzen Smal-Talk ein einnigermaßen ehrliches, freundliches Lächeln zurück und hinterlasse mit G’ttes Hilfe ein bißchen Verständnis. Außerdem gibt es sooo viele ChistenInnen die weder an etwas glauben noch Weihnachten feiern, aber trotzdem frohe Weihnanchten wünschen; – weil sich das halt so gehört, und weil es sich bei den ganzen Gemeinheiten die man sich gegenseitig über das Jahr so hineinsagt, ganz gut tut sich hin und wieder auch was Freundliches zu sagen.
    Auch mit dem Wunsch, dass die Menschen zu irgendwas erwachen mögen bin ich sehr vorsichtig, weil diese Aufforderung auch von mehreren Gruppen kommt, vor allem von rechts-rechten, wenn sie ihre verschiedenen Verschwörungs- und Hasstheorien unters Volk bringen wollen. Hingegen ist es mir nicht egal wenn Ausländer oder Juden mitleidig oder sonstwie belächelt werden, weil das ist dann der Vorbote von politischen Hardcore-Meinungen gegen die ich mich wehren muss. Das ist aber dann eine politische Notwehrmaßnahme und hat auch nichts mit Religion zu tun.
    Was sonst noch den Weihnachtsgruß betrifft, so ist es ohnehin jedem bekannt, dass die frühen christlichen Päpste, Kaiser und Könige die christlichen Feiertage an die alten heidnischen Feiertage, verlegt haben, um so die Menschen leichter auf die Neue Religion umzuerziehen. Im Fall von Weihnachten, war es die Winter-Sonnenwende, die meines Erachtens auf ein Naturereignis hinweist, das auch nichts mit Religion zu tun hat.
    Also dann eine fröhliche Winter-Sonnenwende – hurra, es wird wieder heller – und die besten Wünsche von
    Hilde Neubauer

  5. Ergänzung zu oben:
    Ich weiß, dass es auf dieser Webseite verpönt ist über Politik zu reden. Aber das Attentat am 2.11.20 und knapp davor das in Graz mit einer Attake auf den Direktor der Grazer jüdischen Gemeinde, das alles hat mich sehr nervös gemacht. Natürlich macht das IKG seine Verhandlungen in Sicherheitsfragen mit Staat und Gemeinden perfekt.
    Aber was ist mit den gewöhnlichen kleinen Leuten, und dem braunen Gesocks das unter dem Verweis auf Coronaverschwörungen etc. wieder einmal aus seinen Löcher kriecht?
    Wenn sehr geschickte Redner aus der rechtesten Partei im Parlament mit einer unglaublichen Frechheit Ausländerhetze betreiben und sich dabei auch unterschwellig antisemitische Einschübe erlauben, dann erinnert mich das an die absurde Situation in Österreich nach dem ersten Weltkrieg. Obwohl damals bei den Sozialisten und Kommunisten sehr viele hohe Funktionäre aus jüdischen Familien kamen (z.B. Otto Bauer, der Vorsitzende der Sozialisten) und das konservative Lager ziemlich geschlossen unangenehm christlich war, kam es kaum zu einer Berührung zwischen den Zionisten und den Linken Parteien. Letztere widmeten sich vorwiegend dem Klassenkampf und unterschätzten den Antisemitismus in dieser Zeit total, während die Sozialisten bei den zionistischen Kongressen mehr als Störfaktor betrachtet wurden. Da grenzten sich Juden gegenseitig aus, während sich die NS-Organisationen ungestört etablieren und verstärken konnten.
    Dass es in Österreich der Nachkriegszeit zu einer so guten Kooperation zwischen den Religionsgemeinschaften und der Politik kam, haben wir dem Zusammentreffen zwei ganz besonders charismatischen Persönlichkeiten zu verdanken, die sich gut verstanden: nämlich Herrn Oberrabbiner Paul C. Eisenberg und Kardinal König, dem möglicherweise beliebtesten Kardinal der Wr. Geschichte. Und Herr Oberrabbiner Eisenberg hatte mit seiner unnachahmlichen Art mit Menschen umzugehen, zu reden, zu beten und zu singen, sehr bald einen festen Platz im Herzen vieler WienerInnen eingenommen. Er war bald nicht nur der Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde, sondern unser (fast) aller WienerInnen Obberrabbiner. Die islamische Kultusgemeinde wurde auch mitgenommen, und die Evangelen waren natürlich auch dabei. Und da Wien immer rot war und die meiste Zeit dieser Periode in die Regierung von Bundeskanzler Kreisky fiel (sein Spitzname war Sonnenkönig), der bekannterweise Jude war und der Bruder vom Jerusalemer Bürgermeister, so war den sicher berechtigten Forderungen der Israelitischen Kultusgemeinde nichts mehr entgegenzusetzen. Mit diesem Interreligiösen Dialog wurde Wien+Öst. wieder einmal zur Insel der Seligen und alle provitierten davon.
    Was doch so ein freundliches Shaking-Hands zwischen Kontrahenten nicht alles bewirken kann

    Auch ich wünsche mir, dass „die Menschheit endlich erwacht und ihre Taten erkennt“.
    Und erfreulicherweise sind das was der Westen (wenn nicht überhaupt weltweit) zu bieten hat, viele junge Leute die bereit sind, sich für einen weltweiten Frieden und Umweltschutz aus ganzen Herzen und mit ganzer Kraft zu engagieren. Auf diese Jugend müssen wir unsere ganzen Hoffnungen setzen.

    Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
    Hilde Neubauer

Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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