in

Monotheismus – GEBET TEFILLA – Teil 38

GEBET TEFILLA - Teil 4
image_pdfAls PDF Speichernimage_printDrucken

Das erste Gebot der Zehn Gebote verweist auf unseren Glauben, dass G’tt Eins ist. Wir berufen uns auf die Tatsache, dass uns der Monotheismus gegeben wurde. Was ist das hohe Gut des Monotheismus und was lehrt er uns in unserer modernen Zeit? Gerade in unserem Zeitalter der Wissenschaft und der Rationalität ist der Monotheismus unverzichtbar. Der Glaube an einen G’tt setzt voraus, dass alles von einem zentralen Punkt aus erschaffen wurde. Dies erklärt, warum alles im Universum miteinander verbunden ist. Die Wissenschaft stellt in zunehmendem Maße fest, dass es einen enormen Zusammenhang zwischen allen möglichen natürlichen, psychologischen, soziologischen, physiologischen und anderen Gesetzen gibt. Die Gesetzmäßigkeit und Kohärenz aller Phänomene in dieser Welt kann nur durch ein einziges Prinzip erklärt werden. Der Polytheismus geht davon aus, dass jedes Ereignis oder Phänomen einen eigenen Gott hat. Wir gehen davon aus, dass alles von einem zentralen Prinzip aus geschaffen und gesteuert wird. Ohne Monotheismus ist die Wissenschaft – die ständige Entdeckung aller möglichen Zusammenhänge und Verbindungen in der natürlichen und geistigen Welt – undenkbar.

Universelle Religion

Das Glaubensbekenntnis des Judentums “Schema Jisrael, höre Israel, HaSchem ist unser G’tt, HaSchem ist Eins” hat eine universelle Bedeutung. Wir sind keine Stammesreligion. Unser Glaube ist für die ganze Welt bestimmt. Der Vers “Schema Jisrael” bedeutet in der Tat “Höre Israel, G’tt, der jetzt unser G’tt ist, wird eines Tages einer für die ganze Welt sein”.

Im Schema (Dewarim 6:4ff.) steht geschrieben, dass wir G’tt von ganzem Herzen, mit unserem ganzen Leben und all unseren materiellen Gütern lieben sollen.

Dies wird im Talmud wie folgt erklärt:

1) “Von ganzem Herzen” bedeutet: mit beiden Neigungen. Der Mensch hat sowohl einen “jetzer tov”, eine starke spirituelle Neigung, als auch einen “jetzer ra”, eine irdische Neigung, die darauf abzielt, so viel materiellen Gewinn wie möglich zu erzielen. Selbst mit dem niedrigsten Instinkt müssen wir G’tt dienen. All unser materielles Streben muss wieder auf das Höhere gerichtet werden.

2. “Mit ganzer Seele” bedeutet, dass wir G’tt überall folgen müssen, auch wenn es lebensgefährlich ist. Seit Jahrhunderten haben wir unter religiöser Verfolgung gelitten. Viele versuchten, uns zu ihrer Religion zu bekehren. Meistens widerstanden die Juden dieser Versuchung und waren bereit, ihr Leben zu geben, um sich nicht vor den Symbolen anderer Religionen verbeugen zu müssen.

3) “Mit all deiner Kraft” bedeutet, dass wir tatsächlich alles, was wir hier auf Erden verdienen, so weit wie möglich es dem Allmächtigen widmen sollten. Selbst die irdischsten Aktivitäten können im Dienste G’ttes stehen. Wenn man beim Essen sagt, dass man dies leSchem Schamaim – für G’tt – tut, wird der gesamte Verdauungsprozess einem höheren Ziel untergeordnet. Hierdurch ist beispielsweise die gesamte Nahrungskette von der Molkerei bis zur Flasche Milch auf dem Tisch, von der Kuh bis zur Butter, über das gewöhnliche Irdische und Alltägliche erhaben. Sie befindet sich in einer heiligen Sphäre. Das ist der ganze Sinn der Tora: die Erhöhung des Irdischen.

Eins- Erklärung

Indem wir G’tt als Eins-Erklären akzeptieren wir G’ttes absolute Herrschaft: “Kabbalat Ol Malchut Schamaim”. Jeder Aspekt unserer Existenz ist Seinem Willen unterworfen. Es gibt jedoch viele andere Erklärungen für das Schema.

Einige lesen: “Wisse, Israel, dass HaSchem, unser G’tt, der einzige G’tt ist”.

Andere lesen es als ein Glaubensbekenntnis: HaSchem allein ist unser G’tt, und wir haben keine Götter neben Ihm. HaSchem ist Eins, nur Ihm dürfen wir dienen.

Ejdim Wir sind Zeugen

Die Buchstaben ajn und dalet von Echad werden großgeschrieben, denn wenn wir das Schema sprechen, bezeugen wir die Einheit G’ttes. «Ejd” auf Hebräisch bedeutet “Zeuge” auf Deutsch.

Report

What do you think?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

GEBET TEFILLA - Teil 4

DETAILS SCHEMA JISRA’EL – GEBET TEFILLA – Teil 37

GEBET TEFILLA - Teil 4

Schema und die Zehn Gebote – GEBET TEFILLA – Teil 39