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Erwählt um den Schabbat zu beachten – Parascha Ki Tisa

Parscha Ki Tisa - Erwählt um den Schabbat zu beachten
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“Und du sprich zu den Bnej Jisraejl wie folgt: aber Meine Shabbat-Tage solltet Ihr beachten, denn das ist ein Zeichen zwischen Mir und Euch und Eueren Geschlechter, um zu wissen, dass Ich HaShem bin, Der Euch heiligt“ (Schmot 31:13).

  • Raschi vermerkt als Erklärung zu den Worten: “Denn ein Zeichen ist das zwischen Mir und Euch“ – denn ein Zeichen der Größe besteht zwischen uns. Das soll heißen, es ist der Umstand, dass Ich Euch auserwählt habe, dass Ich Euch meinen Ruhetag als Erbteil zum Ausruhen gegeben habe“.

Auserwältheit

Das Zeichen ist also nicht der Schabbat an sich, sondern die Tatsache, dass wenn die Juden den Schabbat einhalten, dieses ein Zeichen ist, dass G“tt sie auserwählt hat.

Normalerweise wird der Schabbat als ein Zeichen angesehen, an dem G“tt am siebten Tag der Schöpfung geruht hatte. Aber Raschi wird zu dieser Erklärung von „Schabbat als Zeichen der Auserwähltheit des Jüdischen Volkes“ gedrungen, da der Anfang des Passuks lautet: „Aber Meine Schabbat-Tage (in der Mehrzahl) solltet Ihr beachten“.

Einzahl und Mehrzahl

  • „Es ist ein Zeichen“ steht im Einzahl. „Das Zeichen“ (Einzahl) kann sich nicht auf die Schabbat-Tage in der Mehrzahl beziehen. Raschi erklärt deshalb, dass das Zeichen die Auserwähltheit des Jüdischen Volkes sei. Die Auserwähltheit, Meinen Ruhetag einhalten zu dürfen, sei das Zeichen des Bundes zwischen uns. Die Auserwähltheit ist in Einzahl und bildet den Inhalt des „ot“ (= Zeichen).

Ruhe und Exodus

  • Es gibt verschiedene Gründe, weshalb wir den Schabbat einhalten. Laut den Ersten Zehn Geboten (Schmot 20:8 und folgend) halten wir den Schabbat ein, da G“tt die Welt in sechs Tagen erschaffen hat und Er am siebten Tag ruhte.
  • Aber in den zweiten Zehn Geboten (Dewarim 5:12 und folgend) steht der Auszug aus Ägypten als Begründung für den Schabbat.
  • Hier besteht jedoch keine Rede von Gegensätzlichkeit. In den ersten Zehn Geboten wird lediglich beschrieben, weshalb HaShem den siebten Tag gesegnet und geheiligt hat. G“tt ruhte am siebten Tag und deshalb hat der Schabbat einen speziellen Status. (Ergänzung: der einzige Tag der sieben Tage der Woche mit einem eigenen Namen ist der Schabbat).

Aber in den zweiten Zehn Geboten wird angegeben, weshalb die Juden den Schabbat erhalten haben. Es gab viele Völker, die hätten erwählt werden können, um den Schabbat einzuhalten. Nach der Sklaverei in Ägypten hatte das Jüdische Volk den Bedingungen, um die Tora zu erhalten, entsprochen und es wurde erwählt, dieses Gebot zu beachten.

Die Auserwähltheit des Am Jisraejl, den Schabbat einzuhalten

In Schmot 31:13* steht: „Denn das ist ein Zeichen zwischen Mir und Euch und Eueren Geschlechter, um zu wissen, dass Ich HaShem bin, Der Euch heiligt“. Hier wird vermerkt, weshalb ausgerechnet die Juden für diese große Mitzwa erwählt wurden. Etwas weiter im Satz 17 (Schmot 31:17*) steht: „Zwischen Mir und den Kindern Israels ist es ein Zeichen auf die Ewigkeit, dass HaSchem in sechs Tagen Himmel und Erde erschaffen hat und am siebten Tag ruhte und Sich erquickte“. (Zu verstehen mit „erquickte“: es Sich gut gehen ließ):

* Schmot 31:13 erklärt die Erwähltheit des Jüdischen Volkes für die Einhaltung des Schabbat.

* Schmot 31:17 gibt die Gründe für die spezielle Erwähltheit des Schabbat als Ruhetag an, so dass dieses auch auf den ersten Steinernen Tafeln erfolgte.

Zweite und dritte Person

Raschi gab also in seiner Erklärung in 31:13 an, dass das Jüdische Volk ausgewählt bezw. erkoren wurde. Hier wurde die Verbindung zwischen HaShem und Am Jisraejl gelegt. Deshalb steht der Passuk 31:13, in dem die Verbindung zwischen G“tt und dem Volk umschrieben wird, in der zweiten Person.

Aber in 31:17, wo über den besonderen Status des Schabbat in der Schöpfung gesprochen wird, steht es in der dritten Person: „Zwischen Mir und den Kindern Israels“. (basierend auf den Raschi-Erklärungen von Rav A. Bontchek).

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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