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DIE BRITH MILAH (Beschneidung) Teil 2  – Parascha Tasria

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DIE BRITH MILAH (Beschneidung) Teil 2 – Parascha Tasria

Medizinisch und spirituell Hand in Hand

Die Brith Milah hat Symbolcharakter: genau so, wie wir uns körperlich vervollständigen sollten, sollen wir uns auch aus spiritueller, also aus geistiger Hinsicht, durchgehend verbessern.

Die Beschneidung ist ein religiöses Ereignis. Interessant ist das Zusammenspiel zwischen Körper und Geist. In einem Leitartikel in der maßgeblichen medizinischen Zeitschrift The New England Journal of Medicine (24. April 1997, Seite 1244) wurden die medizinischen Aspekte der Brith Milah thematisiert. Darin wurde vermerkt, dass 60% (Prozent) bis 90% (Prozent) der soeben Geborenen in Amerika jährlich beschnitten werden (natürlich geht es um männliche Neugeborene!).

medizinische Vorteile

Seit 1985 gibt es viele Studien, die auf unterschiedliche medizinische Vorteile der Brith Mila Bezug nehmen. Es würde hier zu weit führen, um inhaltlich darauf ein zu gehen, aber zumindest bestätigt dieses einen logischen Sinn. Wenn G“tt, Der alles – sowohl den Körper, wie den Geist – erschaffen hat, eine Mitzwa (Gebot) anordnet oder erteilt, ist es nicht vorstellbar, dass diese Mitzwa nicht auch in anderer Hinsicht eine heilsame Wirkung hätte. Der Körper und der Geist ergänzen sich, arbeiten zusammen.

Gerinnung des Blutes optimal

Übrigens ist der achte Tag der Augenblick, an dem die Gerinnung des Blutes optimal ist und die Genesung so schnell wie möglich erfolgt.  Die Beschneidung erfolgt am achten Tag, da dieses aussagt, dass diese eine Zeitübersteigende Verbindung mit dem Allerhöchsten ist. Sieben ist die Zahl der Woche, der irdischen Ereignisse. Die Acht entsteigt diesem einigermaßen.

 

Ein Auftrag an den Menschen

Tinius Rufus, ein Gouverneur van Judäa im zweiten Jahrhundert, fragte einst Rabbi Akiwa: „Welche Taten sind besser, würdiger? Die von G“tt oder die des Menschen?“. Rabbi Akiwa zeigte ihm daraufhin Kekse und Weizenkörner und fragte Tinius Rufus: „Welche würdest Du bevorzugen?“. Tinius Rufus setzte fort: „Weshalb beschneidet Ihr Euere Kinder?“. Rabbi Akiwa antwortete, dass dieses eine Anweisung der Thora sei. „Aber wenn das der Wille G“ttes ist, weshalb lässt ER die Kinder dann nicht schon beschnitten geboren werden?“.

Hierauf antwortete Rabbi Akiwa: „G“tt gab uns die Mitzwot (die Gebote), um uns damit zu säubern und zu läutern, uns zu bessern!“. Adam, der erste Mensch, wurde ohne Vorhaut erschaffen. Als Folge des Sündenfalls wuchs ihm eine Orla (eine Vorhaut) an. Adam zog die gesamte Schöpfung bei seinem Fallen mit. Deshalb ist in dieser Welt alles so mühselig und problematisch geworden. Im Paradies wuchsen sofort zum Verzehr geeignete Produkte aus dem Boden. Der gesamte Umweg von Pflügen, Sähen, Ernten, Mahlen, Kneten und Backen war nicht notwendig gewesen. Alle diese Produktionsschritte zwischen dem Menschen und der Natur, um Nahrung und Kleidung zu erstellen, waren am Anfang auch nicht erforderlich. Der erste Mensch benötigte keine Kleidung, denn sein Körper war rein und sauber. Der Umgang zwischen Mann und Frau erzeugte keine Schuldgefühle. Aber nach dem Sündenfall wurde der körperliche Teil des Menschen problematisch. Und die körperliche Welt widerborstig.

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Die Entfernung allerhand Fäulnis, auch spirituell

Deshalb begann Rabbi Akiwa die Diskussion mit dem Unterschied zwischen zum Verzehr fertige Erzeugnisse und Weizenkörnern. Die gesamte Schöpfung ist durchsetzt mit Unreinheiten, mit Verschmutzungen, mit Abfall, mit Nebenprodukten und mit allerhand überflüssigen Fäulnissen. Die Unvollkommenheit setzt sich auch im Menschen fort. Beim Mann ist das die Vorhaut und bei der Frau ist das der monatliche Aufbau- und Abbauzyklus, die im Grunde genommen – aus der Sichtweise des idealen Schöpfungszustandes betrachtet – nicht zu sein bräuchten.

Auftrag zur inneren Verbesserung

Die Antwort an Tinius Rufus beinhaltet noch einen tiefer gehenden Sinn. Bei der Beschneidung handelt es sich nicht nur um die äußerliche Vervollständigung des Körpers. Die Beschneidung ist gleichzeitig ebenfalls ein Symbol für den Auftrag zur inneren Verbesserung. Vielleicht könnten wir es über ein Zitat aus Maimonides schärfer formulieren: „Da wir in geistiger Hinsicht andere Ziele verfolgen, sollten wir das auch im Körper deutlich aufzeigen“.

Der Mensch ist in einer nicht perfekten Welt gelandet. Indem G“tt vollkommen ist, hätte auch sein Produkt, die Schöpfung, vollkommen „fertig“ sein sollen. Die Welt ist jedoch so zerbrechlich oder unvollständig erschaffen worden, um dem Menschen die Gelegenheit zu geben, an der Vervollständigung der Welt mit bei zu tragen und auf diese Weise Partner im Schöpfungsplan G“ttes zu werden.

neue Inspiration und Belebung

Würde die Welt perfekt gewesen sein und alles automatisch gut erfolgen, dann hätte der Mensch in dieser Welt keine einzige Rolle und Aufgabe. Um der geschilderten Situation vor zu beugen, schuf G“tt den Menschen in einer „onaffen“ Welt, die auf ihren Tikun – ihre Bestimmung wartet. Auch in spiritueller Hinsicht soll der Mensch an seinem eigenen Ego arbeiten. Die Befolgung der Verbote aus der Thora beugt der Beschmutzung der Seele vor und alle Gebote sorgen für neue Inspiration und Belebung der Neschomme (des Geistes).    

 

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