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DIE PERSÖNLICHKEIT VON MOSCHE – Parascha Waera

Parschat Wajera DIE PERSÖNLICHKEIT VON MOSCHE
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Die Tora erläutert nicht, wo Mosche seine Weisheit her hatte, aber die Tora und der Midrasch lassen wohl etwas über seine Persönlichkeit durchsickern.

Im entsprechenden ersten Bereich erzählt die Tora, dass „er aufwuchs, zu seinen Brüdern hinaus ging und ihre schweren Lasten sah“. Dass die Jüdischen Sklaven am ägyptischen Hof nichts anders als ein „Eigentum“ angesehen wurden, das man unterdrücken und schlagen durfte, steht außer Zweifel. Mosche wuchs in diesem Umfeld auf, störte sich jedoch nicht an den Werten und Normen seiner Umgebung.

„Er wuchs auf“ sollte nicht körperlich, sondern als geistig verstanden werden.

„Er ging hinaus“ soll heißen, dass er die ägyptischen Auffassungen verließ und begriff, dass diese armen Kreaturen seine eigenen Brüder waren. Er sah höchstwahrscheinlich sehr oft, dass „ein ägyptischer Mann einen hebräischen Mann misshandelte“. Mosche identifizierte sich nicht mit den Mächtigen und Starken, sondern mit den Schwachen und mit den Unterdrückten.

Das zweite Mal, wo die Tora etwas über Mosche erzählt, ist, als er sah, dass sich zwei Jüdische Männer prügelten.

Wenn Jüdische Menschen durch ihre Umgebung angegangen oder angegriffen werden, ist es für alle Glaubensbrüder einfach, sich mit dem Opfer zu identifizieren.

Antisemitismus lässt allen die Haare hoch stehen.

Wenn aber zwei zum Jüdischen Volk Angehörende mit einander streiten oder kämpfen, ist es viel schwieriger, Partei zu ergreifen: „Wer hat Dich zum Herrscher und Richter über uns eingesetzt?“.

Hier ein zu greifen zeigt wahren Mut und aufrichtigen Führungsstil.

Beim dritten Mal steht, dass Mosche eine Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Kontrahenten außerhalb der Jüdischen Gemeinschaft schlichtet: den Schafhirten von Midjan, die die Töchter von Jitro quälen und vertreiben. Mosche schreitet aus dem Gefühl für Gerechtigkeit ein.

In allen drei Berührungsvorgängen mit seinem Umfeld beschreibt der schriftliche Text die erhabene Persönlichkeit von Mosche.

Als Schafhirte war er außergewöhnlich: er zeigte eine hoch angesiedelte Empfindsamkeit für die unterschiedlichen Altersstufen und Bedürfnissen des Kleinviehs, das seiner Obhut anvertraut war.

Deshalb hatte G“tt ihn am brennenden Dornbusch zum Leiter des Jüdischen Volkes erwählt.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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