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ROSCH HASCHANA 5782 GOTT IST MIT DEM WORT GUT VERWANDT – WAS GESCHIEHT MIT UNSEREN GUTEN VORSÄTZEN NACH ROSH HASHANA?

ROSCH HASCHANA 5782 GOTT IST MIT DEM WORT GUT VERWANDT - WAS GESCHIEHT MIT UNSEREN GUTEN VORSÄTZEN NACH ROSH HASHANA
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Awraham wurde zehn Mal geprüft. Wir lesen das an Rosch Haschana in der Thora. Die neunte Prüfung war das wegschicken seiner zweiten Frau Hagar und seines ersten Sohnes Jischma’ejl. Seine zehnte Prüfung war das „nach oben bringen“, die Fesselung, die Opferung seines einzigen Sohns mit Sara, Jitzchak.

Die Akeda, also die Fesselung, war die größte Herausforderung von Awraham. Er stand schon mit dem Messer in Position, als ein Engel aus dem Himmel zu ihm rief, er sollte ein Tier an seines Sohnes statt opfern. Der Engel sprach: „Awraham, Awraham.“ Und Awraham antwortete mit: hinejni, hier bin ich, bereit, G“ttes Willen komplett zu entsprechen.

Was war der Zweck aller dieser Tests und das auf die Probe stellen?  Nachmanides(dreizehntes Jahrhundert) erklärt, dass Awraham seine Gefühle vollständig auf G“ttfokussiert hatte. Aber das wurde nicht sichtbar. Er hatte das vollständig verinnerlicht. Für die Außenwelt war das weder sichtbar, noch zu bemerken.

G“tt wollte, dass die komplette Hingabe Awrahams sichtbar werden sollte, als ein Beispiel für die Welt, so dass jeder diesem folgen würde.

G“tt wollte Awraham belohnen, indem er sein Potential öffentlich machte. Konkrete Taten machen alles viel reeller. Aber dazu ist ein großes und gutes Herz unbedingt erforderlich.

Der Engel sprach: „Awraham, Awraham“. Weshalb steht da zwei Mal Awraham? „Awraham, Awraham“ bedeutet, dass Awraham im Stande war, sein Potential in die Realität um zu setzen, um seinen vollständigen Glauben auch auf Erden klar zu zeigen. Wir dürfen uns nie für spirituelle Mittelmäßigkeit entscheiden und ein geistiges „weniger als alles“. Wir sollten dem Höchsten, dass wir erreichen können, entgegen streben. Awraham konnte sagen, dass er sein Potential realisiert hatte.

Was können wir sagen?

An Rosch Haschana akzeptieren wir G“tt als Awinu Malkejnu, unseren Vater, unseren König. Wir laden das „himmlische Joch“ auf uns, um es dieses Jahr wieder besser zu machen. Aber Rosch Haschana ist lediglich der Anfang. Es ist das Sprungbrett für eine bessere Zukunft. Gute Vorsätze sollten in die Praxis umgesetzt werden. Bei uns geht es um die tatsächlichen Ergebnisse. Keine Worte, sondern Taten.

Eine Geschichte

Es gibt eine Geschichte über einen berühmten Rabbiner, der seine fünf Schüler – allesamt große Weisen – beauftragte, zu erforschen, was die beste Art zu leben sein könnte.

Er sprach zu ihnen: „Suchet für mich, was der beste Lebensweg sein könnte, den optimalen Lifestyle.  Sie gelangten alle zu unterschiedlichen Ergebnissen:

• Rabbi Elijeser sagte, ein gutes Auge sei das Beste. Damit befreien wir uns von Hass und Eifersucht. Wenn wir uns am Erfolg eines Anderen erfreuen und Andere positiv betrachten, schmilzt das Böse dahin wie der Schnee in der Sonne.

• Rabbi Jehoschu’a sprach, ein guter Freund sei besser. Er teilt mit uns unsere Simches und unsere Tzores; wir sind gut zu einander und das schafft eine bessere Welt.

• Rabbi Jossej sagte, ein guter Nachbar sei noch besser. Er sei zu jedem freundlich und sei auch noch in meiner Nähe. Eine bessere Welt könne er sich nicht vorstellen.

• Rabbi Schimon sagte, wer die Folgen seiner Taten überblicken könne; so ein Mensch fürchte G“tt, wäre vorsichtig und könne uns eine guten Rat geben.

• Rabbi Elasar sprach: ein gutes Herz.

Deren Rebbe fand die Ansicht seines Schülers Elasar am Besten. Weshalb? 

Da ein gutes Herz der Anfang von allem ist: ein gutes Auge, gute Freunde und Nachbarn, eine bessere Gesellschaft, mehr Rücksicht im Umgang mit Anderen, mit der Umwelt und mit G“tt.

Eifersucht, Hass, Neid, Streit und Ausklammerung werden nur hiermit effektiv bekämpft.

Aus voller Brust singen wir alle zusammen Awinu Malkejnu, unser Vater, unser König. Wir anerkennen G“tt als den König des Universums. Aber das darf nicht nur bei schönen Worten und Gedanken bleiben. G“tt ist mit dem Wort GUT verwandt, also auch verlinkt. Genau so, wie ein gutes Herz die Basis für jede Verbesserung in jedem Bereich unseres Lebens ist, ist auch die Akzeptanz des Ultimativen Guten als Herrscher und als Basis dieser gesamten Welt, der gute Anfang für das Neue Jahr.

SCHANA TOWA UMETUKA! 

EIN GUTES & GESUNDES NEUES JAHR 5782!

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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