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ROSCH HASCHANA 5782 – MAGEN DAVID & DAS NEUE JAHR

ROSCH HASCHANA 5782 - MAGEN DAVID & DAS NEUE JAHR
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Das Symbol für alles, was zum Judentum Bezug hat, ist der Magen David, das Schild Davids. Er befindet sich auf sehr vielen jüdischen Gegenständen und Objekten und als liturgischer Bezug auch auf der Fahne von Israel.

Der Magen David besteht aus zwei Dreiecken, das eine mit einer Spitze nach oben und das andere mit der Spitze nach unten. Laut manchen steht das Dreieck mit der Spitze nach Oben für alles, was zum Höheren und G“ttlichen strebt und das Dreieck mit der Spitze nach unten für alles, was uns vom Höheren und Erhabenen zum Irdischen, zum Materiellen und zu den physischen Trieben hin zieht, die Vieles von unserem Leben beherrschen.

Das positive Dreieck

Eine dieser Ansichten wird vom Rabbiner S. Rosenberg erklärt. Das nach oben zeigende Dreieck besteht aus einer positiven Lebensweise, drei positiven und fördernden Eigenschaften:

1.       Emuna, der Glaube und die Suche nach Andeutungen eines Höheren Wesens hinter diesem irdischen Durcheinander, G“tt, der uns durchgehend Botschaften zukommen lässt, wie wir leben sollten, wenn wir diese Hinweise von Oben nur wahrnehmen würden,

2.       Mitzwa, die Überzeugung, dass es zwischen Gut und Böse einen Unterschied gibt, dass G“tt das Gute in uns an die Oberfläche befördern möchte, indem wir etwas leisten, das einen Beitrag zu Tikun Olam, zur Verbesserung der Welt, bildet,

3.       Tikwa, der Traum, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und die Gewissheit, dass (letztendlich) alles gut werden wird, alles eine Bedeutung und einen Nutzen hat und dass schließlich selbst das Negative, das Leiden, ein Ziel hat.

Das negative Dreieck

Aber es bestehen leider auch sehr viele Negative Kräfte auf dieser Welt. Kräfte von innen und von außen. Kräfte, die das Gute vollkommen neutralisieren und manchmal selbst ins Gegenteil umwandeln. Rabbi Rosenberg bezeichnet sie mit „die drei Masken von Satan“. Das erzeugt in der Praxis mühelos eine negative Lebensweise.

1.     Der Zweifel: hinter allem ein Fragezeichen setzen und immer am Nutzen des Guten und schöner Dinge im Leben zweifeln,

2.      Die Verführung: durch Faulheit, durch das Fehlen von Gefühl, durch Depression, durch das ununterbrochene Nachjagen der Lustbefriedigung, durch das totale Suchen nach Vergnügungen und durch das nur noch laufend beschäftigt werden, von aufbauenden Aktivitäten durchgehend abgelenkt werden

3.     Die Hoffnungslosigkeit: keine Aussicht auf eine bessere Zukunft, der Mangel an Perspektiven, sich gehen lassen, eine negative Erwartung und ein Gefühl, dass das Existieren sinnlos sei.

Alle diese positiven und negativen Empfindungen sind soziologische Tendenzen, sie sind auch psychologische Höhen und Tiefen, die wir alle in unserem Leben durchlaufen.

Am Anfang unseres Lebens sind wir meistens noch hoffnungsvoll auf die Zukunft ausgerichtet, in unserer Midlife-Krise fangen wir zu philosophieren an und am Ende unseres Lebens werden wir schon mal mutlos, enttäuscht und einsam. Die Herausforderungen der negativen Kräfte sind leider stark.

Unser Judentum ist eine gewaltige Quelle aus Positivem, aus Zusammengehörigkeit, Empfindsamkeit und konstruktivem Vorgehen.

Unsere Gemeinde ist eine Quelle von Kraft und Energie, eine Gelegenheit, alle unsere positiven Kräfte zu bündeln und etwas Wunderbares für uns, für unsere Kinder und Enkelkinder zu erschaffen.

SCHANA TOWA!

SCHANA TOWA UMETUKA! 

EIN GUTES & GESUNDES NEUES JAHR 5782!

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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